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Nachhaltigkeit, ein ecuadorianischer Beethoven und Jazzmusik in Thüringen: Online-Kolloquium zu aktuellen Forschungsfragen in der Musikwissenschaft beginnt

Das hochschulzentrum am horn, Sitz des Instituts für Musikwissenschaft Weimar-Jena | Foto: Jens Hauspurg

Nachhaltigkeit, ein ecuadorianischer Beethoven und Jazzmusik in Thüringen: Online-Kolloquium zu aktuellen Forschungsfragen in der Musikwissenschaft beginnt

Was bewegt aktuell die Musikwissenschaft? Welche Themen werden gegenwärtig erforscht? Wie gesellschaftsrelevant ist das Tun von Musikwissenschaftler*innen? Auf diese Fragen geht das Kolloquium zu aktuellen Forschungsfragen des Instituts für Musikwissenschaft Weimar-Jena ein und vermittelt ein breites Bild neuerer musikwissenschaftlicher Forschungen. Das Forum, das jeweils mittwochs um 18:30 Uhr stattfindet, startet am 20. Oktober ins Wintersemester.

Unter den Vortragenden sind sowohl Absolvent*innen der Musikwissenschaft in Weimar, Doktorand*innen und Habilitanden, wie auch Professoren und Wissenschaftler*innen anderer Universitäten. Wie in den vergangenen beiden Semestern findet das Kolloquium erneut online über Webex statt. Gäste sind herzlich willkommen. Den Link zur Veranstaltung erhalten Interessierte per E-Mail über das Sekretariat des Instituts: kerstin.huschke(at)hfm-weimar.de.

Zwei Vorträge befassen sich mit jüdischer Musik, jedoch aus unterschiedlichen Blickrichtungen: Der Weimarer Habilitant, Dr. Christian Cöster untersucht das jüdisch-bürgerliche Mäzenatentum von Musik um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert in Berlin. Dr. Dr. h.c. Rainer Lotz, Ehrendoktor der HfM Weimar, wird über die von ihm entdeckten jüdischen Klangdokumente aus der NS-Zeit referieren.

Historische Themen gehen u.a. auf die „Neudeutsche Schule“ ein, die mit Weimar und Franz Liszt eng verbunden ist. Dieses mehrjährige Forschungsprojekt am Institut für Musikwissenschaft wird nun mit einer umfangreichen neuen Publikation abgeschlossen, die im Rahmen des Vortrags von Ulrike Roesler und Dr. Dominik von Roth vorgestellt wird.

Ein ganz neues Forschungsthema bringt Dr. Silke Lichtenberg von der Universität Köln ein: Es geht um die Nachhaltigkeit bzw. um die daraus resultierenden Probleme beim Bau klassischer Musikinstrumente. Ein laufendes Forschungsprojekt zu Computergestützter Analyse wird von unserem Professor für die Geschichte des Jazz und der Populären Musik, Dr. Martin Pfleiderer, und seinen Studierenden vorgestellt und diskutiert.

Als Gast der Kunstuniversität Wien, wird Prof. Dr. Ursula Hemetek über die vielfältigen Ergebnisse ihrer langjährigen Erforschung von Musik von Minoritäten und Migrantengruppen in Österreich sprechen. Den Abschluss der Vortragsserie bildet ein Zustandsbericht von Prof. Dr. Tiago des Oliveira Pinto zur langjährigen Arbeit an der Dokumentation von Musik aus Afghanistan, für die Weimar bekannt ist und die angesichts der neuesten tragischen Entwicklungen in Afghanistan die Forschung vor neue Herausforderungen stellt. Damit wird zugleich die gesellschaftsrelevante Arbeit musikwissenschaftlicher Projekte in den Fokus genommen.
 

Das komplette Programm im Überblick:

20.10.2021 Ulrike Roesler, M.A. (Heidelberg) und Dr. Dominik v. Roth (Nürnberg):
„Die Neudeutsche Schule – Phänomen und Geschichte“
27.10.2021 Martin Breternitz, M.A.:
„Zwischentöne. Jazzklubs und Jazzmusiker in Thüringen 1959-1989. Eigensinn, Aneignung und die Praktiken sozialistischer Kulturpolitik“?
03.11.2021 Dr. Christian Cöster (Friedrichshafen):
„Antisemitismus und künstlerische Innovation durch (jüdisch)-bürgerliches Mäzenatentum für Musik und Theater. Das Fallbeispiel des Berliner Konfektionsunternehmers Willy Levin (1886-1926)“
10.11.2021 Michael Meissner, M.A.:
„Ein ecuadorianischer Beethoven: Die 9 Sinfonien von Luis Humberto Salgado“ (Teil 2)
17.11.2021 Dr. Silke Lichtenberg (Köln):
„Nachhaltigkeitsstudien im klassischen Musikinstrumentenbau“
24.11.2021 Dr. Dr. h.c. Rainer Lotz (Hamburg):
„Die Wiederentdeckung von jüdischen Tondokumenten aus der Nazi-Zeit
01.12.2021 Dr. Benedikt Schubert (Leipzig):
„Zeitspuren. Bachs Vokalmusik im Spiegel hymnologischer Quellen“
08.12.2021 Dr. Matthias Lewy (Luzern):
„Jenseits des Archivs. Die Walzenaufnahmen der Pemón aus dem Jahre 1911 - Vom Unbehagen, kollaborativen Restitutionen und Klangontologien“
12.01.2022 Joachim M. Klein, M.A.:
„‘Nahst du wieder dem Licht?‘ – Theosophische und gnostische Einflüsse in der Kunstmusik der Zwischenkriegszeit am Beispiel von Werken Arnold Schönbergs und Gustav Holsts“
19.01.2022 Prof. Dr. Ursula Hemetek (Wien):
“Musikforschung im Kontext von Minoritäten und Migrationsgruppen in Österreich“
26.01.2022 Prof. Dr. Martin Pfleiderer, Sebastian Eck, Andres Romero, Sebastian Paez:
“Ergebnisse des Fellowship-Projekts Computergestützte Musikanalyse“ (Weimar)
02.02.2022 Prof. Dr. Tiago de Oliveira Pinto:
“ ’Wir müssen retten, was zu retten ist’ – Musik als lebendiges und zu schützendes Kulturerbe: Das ‚UNESCO Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes‘ und die jüngsten Entwicklungen in Afghanistan“


[20.10.2021]