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Von unschätzbarem Wert: Abschluss des Forschungsprojektes zur Richard-Wagner-Sammlung in Eisenach

Bibliothek der Richard-Wagner-Sammlung | Foto: Stadt Eisenach

Von unschätzbarem Wert: Abschluss des Forschungsprojektes zur Richard-Wagner-Sammlung in Eisenach

Im Ausschuss für Wirtschaft, Kultur und Tourismus der Stadt Eisenach haben die Weimarer Musikwissenschaftler*innen Prof. Dr. Helen Geyer, Dr. Kiril Georgiev und Stefan Alschner kürzlich die Ergebnisse ihres Forschungsprojekts zur wissenschaftlichen Auswertung der Richard-Wagner-Sammlung in Eisenach vorgestellt. Das Projekt, das von 2016 bis 2021 vom Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena aus geleitet und von der VolkswagenStiftung finanziert wurde, umfasste die Analyse der Bestände, deren wissenschaftliche Aufarbeitung sowie die Digitalisierung der Quellen.

Wissenschaftler*innen aus der ganzen Welt haben bereits jetzt über das Portal https://kulthura.de Zugang zu Teilen der Sammlung, zunächst zu knapp 600 Quellen des wertvollen Handschriftenbestandes.

„Die Ergebnisse sind außerordentlich hervorragend“, würdigte Eisenachs Kulturdezernent Ingo Wachtmeister die Arbeit. Er betonte die enorme Herausforderung und den kulturellen Auftrag, „diesen Schatz, den wir hier haben, weiterhin wissenschaftlich einzubinden.“ Denn das Fazit von Prof. Geyer lautete, dass die einzigartige kulturelle Ausstrahlung der Eisenacher Richard-Wagner-Sammlung bei Weitem noch nicht richtig zur Geltung komme.

Nikolaus Oesterlein trug bereits zu Lebzeiten Richard Wagners eine bedeutende Privatsammlung in Wien zusammen, die die Stadt Eisenach 1895 auf Initiative des Eisenacher Bürgers Professor Joseph Kürschner kaufte. Die Oesterlein-Sammlung gilt nach Bayreuth als zweitgrößte Wagner-Sammlung der Welt. Sie müsse aber der heutigen Forschung vollständig zugänglich gemacht und somit in einen internationalen Zusammenhang gebracht werden, so die Expertin.

Das Team um Prof. Geyer legte in Kooperation mit der Stadt dafür bereits den Grundstein. Die Sammlung umfasst eine Bibliothek mit ca. 5.700 Büchern, Noten und Programmheften, handschriftliche Dokumente (ca. 1.200 Briefe und Abschriften), Theaterzettel und Plakate (ca. 700), nicht inventarisierte Quellen, 3D-Objekte wie beispielsweise Medaillen, Büsten, Tassen und weitere „Fan-Artikel“ des 19. Jahrhunderts (ca. 250 Stück) sowie ca. 15.000 Zeitungsausschnitte.

Insgesamt sind es etwa 22.000 Objekte. Sie geben einen fundierten Einblick in die Wagner-Rezeption des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Das Potenzial der Sammlung liegt nun darin, der Wissenschaft einen möglichst unverfälschten Blick auf den durchaus umstrittenen Komponisten zu ermöglichen. Das Team in Weimar erstellte eine Datenbank nach wissenschaftlich standardisierten Kriterien, sodass in Zukunft neben dem handschriftlichen Bestand auch weitere Teile der Sammlung digital erfasst und online präsentiert werden können. 

Vernetzungsarbeit, Symposium sowie Tagungsband gehörten ebenfalls zu den Inhalten des Projekts. Momentan werden in einem von der Thüringer Staatskanzlei geförderten Folgeprojekt (bis Ende 2021) die bereits digitalisierten Briefe zusätzlich noch digital ediert.

[24.09.2021]