

Glagolitische Messe in Weimar und Erfurt: Drei Fragen an Chorprofessor Jürgen Puschbeck
Lieblich und lyrisch: Chorprofessor Jürgen Puschbeck über die "Glagolitische Messe" in Weimar und Erfurt ...
Innerhalb der geistlichen Musik ist die „Glagolitische Messe“ von Leos Janáček einzigartig. Nun erklingt die Messe für vier Gesangssolisten, Doppelchor, Orgel und großes Orchester am Freitag, 2. Juni um 19:30 Uhr in der Weimarhalle – im Rahmen der „Liszt Biennale Thüringen“, die ihren Schwerpunkt 2017 in Weimar hat. Noch einmal ist die Messe am Samstag, 3. Juni um 19:00 Uhr im Dom St. Marien zu Erfurt zu hören. SolistInnen sind Emma Moore (Sopran), Maria Grazia Insam (Alt), Gustavo Eda (Tenor) und Andrii Chakov (Bass). Es singen Hochschulchor und Kammerchor, es spielt das Orchester der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar unter der Gesamtleitung von Prof. Nicolás Pasquet.Weitere Programmpunkte in Weimar sind die Psalmensinfonie von Igor Strawinsky sowie das Klavierkonzert Nr. 3 in e-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy (Solist: István Lajkó). In Erfurt erklingen nur die Chorwerke von Strawinsky und Janáček, die Chorprofessor Jürgen Puschbeck mit den Studierenden einstudiert hat.
Herr Prof. Puschbeck, wie klingt die „Glagolitische Messe“?
Jürgen Puschbeck: Ich selbst habe das Werk vorher noch nie live gehört, auch nie gesungen in meinen fast 50 Jahren als Chorist, finde es aber inzwischen richtig tolle Musik! Janáček hat eine ganz eigene inhaltliche Herangehensweise zur musikalischen Ausdeutung des Messtextes: manchmal ganz innig, lieblich und lyrisch, wie vom Dasein in eine andere Welt entrückt, manchmal brutal und lebensnah. Es ist eine sehr eigene Klangsprache, teils spätromantisch, teils fast zerklüftet modernistisch.
Die Studierenden singen auf Alt-Slawisch?
Puschbeck: Wir haben eine Umschrift für das Alt-Slawisch, dadurch ist es nicht sehr schwer. Man muss nur jeden Buchstaben und jede Silbe immer wieder neu lesen, die Wörter prägen sich nicht so schnell im Gedächtnis ein! Oft sind auch die Tempi Janáček schnell! Gesanglich sind beide Stücke, Janáček und auch Strawinsky, eine große Herausforderung.
Freuen Sie sich auf die Konzerte?
Puschbeck: Natürlich freue ich mich auf die Konzerte, ich denke, es wird ein sehr gutes Ergebnis werden. Die Endproben gehen gut voran. Außerdem singe ich selbst mit, das mache ich stets mit großem Vergnügen. Einerseits, weil ich schon immer ein richtiger Chor-Freak war (auch als Chorsänger, nicht nur als Chorleiter), andererseits kann ich so am besten helfen. Und ich fühle mich natürlich inmitten der jungen Leute sehr wohl.
Tickets zu 15 Euro, ermäßigt 10 Euro, für das Konzert in der Weimarhalle gibt es bei der Tourist-Information Weimar sowie an der Abendkasse. In Erfurt ist der Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.
