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Erstmals auf YouTube: Tehila Nini Goldstein und Jascha Nemtsov interpretieren vier Lieder des verfolgten jüdischen Musikers Hans Heller

Prof. Dr. Jascha Nemtsov | Foto: Guido Werner

Erstmals auf YouTube: Tehila Nini Goldstein und Jascha Nemtsov interpretieren vier Lieder des verfolgten jüdischen Musikers Hans Heller

Passend zum Festjahr „1700 Jahre jüdischen Leben in Deutschland“ gibt es eine neue Veröffentlichung auf dem international erfolgreichen YouTube-Kanal der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar. Aktuell hochgeladen wurden „Vom kleinen Alltag – 4 Lieder op. 8“ des von den Nationalsozialisten verfolgten jüdischen Musikers Hans Heller.

Die Sängerin Tehila Nini Goldstein und der Pianist und Weimarer Professor Dr. Jascha Nemtsov führten den 1930 entstandenen Liederzyklus nach Texten von Anton Wildgans im Rahmen eines Gesprächskonzerts am 13. November 2020 im Festsaal Fürstenhaus der Weimarer Musikhochschule auf.

Als weiterer Auszug aus dem Gesprächskonzert, das professionell vom Ton- und Videostudio der Hochschule mitgeschnitten wurde, wird am Dienstag, 23. Februar Hans Hellers Klaviersonate Nr. 3 in der Interpretation Jascha Nemtsovs auf dem YouTube-Kanal erscheinen.

Weitere Werke des Konzerts der Musiker Gustav Lewin und Joachim Stutschewsky sollen noch folgen. Das Gesprächskonzert fand im Rahmen der Tagung „Verfolgte Musiker im nationalsozialistischen Thüringen. Eine Spurensuche II“ des Instituts für Musikwissenschaft Weimar-Jena statt.

Hans Heller (1898-1969) stammt aus Greiz. Sein Nachlass wird erst seit etwa zwei Jahren ausgewertet. Sein bedeutendes Werk wurde durch die Verfolgung in der NS-Zeit aus der Musikgeschichte vollständig eliminiert. Heller, der politisch sehr wach war und sich über die Absichten der Nationalsozialisten keine Illusionen machte, war 1933 nach Frankreich geflohen.

Nach der Besetzung Frankreichs wurde er zunächst in ein Internierungslager gebracht und musste später schwere Zwangsarbeit in der sogenannten „Organisation Todt“ leisten. Einen Tag vor der geplanten Deportation nach Auschwitz wurde er von einer SS-Angestellten gewarnt und konnte fliehen. Heller überlebte dann in einem Versteck der Résistance.

Der Pianist und Musikwissenschaftler Jascha Nemtsov wurde 1963 in Magadan (Russland) geboren und absolvierte das St. Petersburger Staatliche Konservatorium. Er lebt seit 1992 in Deutschland. Nemtsov wurde 2013 als Professor für die Geschichte der jüdischen Musik an die Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar berufen. Darüber hinaus ist er Akademischer Direktor der Kantorenausbildung des Abraham Geiger Kollegs Potsdam und Mitglied des Instituts für Jüdische Theologie der Universität Potsdam.

Als Pianist konzertiert er weltweit solistisch und gemeinsam mit Kammermusikpartner*innen wie David Geringas, Tabea Zimmermann oder Kolja Blacher. Er nahm bislang rund 40 CDs auf, darunter zahlreiche Ersteinspielungen von Werken jüdischer Komponisten.

Die israelische Sängerin Tehila Nini Goldstein und Jascha Nemtsov arbeiten seit nunmehr zehn Jahren zusammen. Ihr erstes gemeinsames Projekt war die Wiederentdeckung des herausragenden deutsch-jüdischen Komponisten Jakob Schönberg mit der Doppel-CD „Another Schönberg“, die international viel Beachtung fand.

Das Duo verbindet unter anderem sein Interesse an der jüdischen Musik des 20. Jahrhunderts. So hat es mehrere Konzertprogramme mit Werken jüdischer Komponisten wie Mieczyslaw Weinberg, Mosche Milner oder Joseph Achron gestaltet. Sein bislang wichtigstes Projekt war die weltweit erste Einspielung des gesamten Zyklus „Coplas Sefardies“ von Alberto Hemsi auf drei CDs (2020).  

Link zu den vier Liedern: https://youtu.be/Xi9LrsTfpHE

Link zum YouTube-Kanal: www.youtube.com/hfmfranzlisztweimar

[19.02.2021]