Nach der Pandemie – wie geht es weiter mit der Kultur?

Tagung zur aktuellen Situation und Transformation des Kultursektors

23. bis 25. September 2021
Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar, Festsaal Fürstenhaus
Leitung: Prof. Dr. Steffen Höhne

Verstärkt durch die aktuelle Krise hat sich der Transformationsdruck im Kultursektor deutlich erhöht: Streaming bildet inzwischen eine wichtige Ergänzung im kulturellen Angebot auch der Darstellenden Künste, damit verbunden sind neue Herausforderungen im Kontext der Rechteverwertung, die Debatten um öffentlich-geförderte Kultur bzw. die soziale Absicherung von Künstlern haben sich intensiviert.

Damit stellt sich die Frage, welche Konsequenzen, hier bezogen auf die technischen und organisationalen Herausforderungen auf der Ebene der Akteure, der Institutionen und des Systems, im Hinblick auf den öffentlich geförderten und den privatwirtschaftlichen Kulturbereich zu erwarten sind bzw. wie die Kultur darauf reagieren kann bzw. muss.

Neben Rückblicken auf die vergangenen Monate widmen sich ausgewiesene Fachvertreter aus Forschung, Kulturpraxis und Kunst, darunter viele Weimarer Alumni, in Form von Plenarvorträgen und Podien den Herausforderungen „nach der Pandemie“.

Plenarvorträge zur aktuellen Situation und Transformation des Kultursektors – Bestandsaufnahme und Perspektiven

Dr. Tobias Knoblich (Erfurt): Wo steht die die Kultur und wie ist sie zu retten? Zur Situation in Thüringen

Foto: Stadtverwaltung Erfurt

Der Vortrag ordnet die Kulturlandschaft Thüringens in das Transformationsfeld Kultur in Deutschland ein. Die Krise wird als Chance für eine gerichtete Reaktion auf Wandlungsprozesse verstanden, gleichwohl auch die verheerenden Folgen für Kulturschaffende beleuchtet werden, die trotz des umfassenden Rettungsschirmes zu beklagen sind.

Thüringen verfügt über außergewöhnliche kulturelle Infrastrukturen, die vor allem mit dem Erbe der Residenzkulturen und dem Topos Weimar verbunden sind. Auf kleinstem Raum bilden Landschaft und Kultur eine Symbiose, wie sie bundesweit einzigartig ist. Gleichwohl gibt es auch eine lebendige Kultur, eine Veranstaltungspraxis und differenzierte freie Kulturszene, nicht nur Musealisierung einer spezifischen Herrschaftskultur. Vielfalt und Dichte charakterisieren die Kultur im Land gleichermaßen.

Die Kultur (im Sinne der etablierten Kulturträger und Praxen) ist dann zu retten, wenn sie die Krise als Chance begreift und auf sichtbarer gewordene Prozesse reagiert, die mit gesellschaftlichen Wandlungsprozessen zu tun haben und bereits vor Corona wirkten (etwa Digitalisierung, Globalisierung, Migration, Diversifikation, Krise der Demokratie). Rettung soll dabei nicht heißen, einen Status quo ante wiederzuerlangen, sondern nach der Substanz und Resonanz des Kulturbereichs zu fragen. Konzentration der Angebote, resiliente Kulturbetriebe, kluge Förderpolitik und adaptives Wachstum sind Stichworte, die vertieft werden sollen. Ebenso wird die Rolle des Publikums hinterfragt, das oft noch Zielgröße einer passiven Angebotslogik bleibt – und verfehlt wird.

Wir erleben eine Übergangszeit, in der sich erweisen wird, was tradiert, was verworfen, was resonant und was abgekoppelt ist vom gesellschaftlichen Diskurs. Thüringen hat dabei besonders viel zu verlieren, da das Land von Abwanderung gezeichnet ist und touristisch nicht umfassend trägt.

Abschließend beleuchtet der Vortrag markante Punkte der gegenwärtigen Debatte über Identitätspolitik, in der auch Kulturpolitik instrumentalisiert wird. Die entscheidende Frage zur Rahmung der transformatorischen Kulturpolitik, die der Vortrag einfordert, ist die nach der Gesellschaft, in der wir leben wollen. Ohne klare Narrative keine gelingende Kommunikation konzeptbasierter Kulturpolitik.
 

Dr. Tobias J. Knoblich, geboren 1971, studierte Kulturwissenschaft, Kulturpolitik und Europäische Ethnologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er war Referent im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst sowie Geschäftsführer des Landesverbandes Soziokultur Sachsen. Von 01/2011 bis 01/2019 wirkte er als Kulturdirektor der Landeshauptstadt Erfurt. Seit Februar 2019 ist er Beigeordneter für Kultur und Stadtentwicklung der Landeshauptstadt Erfurt.

Berufsbegleitend promovierte er am UNESCO Chair in Cultural Policy for the Arts in Development der Universität Hildesheim. Er ist Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. und war viele Jahre Kultursenator des Freistaates Sachsen. 2008 bis 2011 stand er dem Vorstand der Sächsischen Jugendstiftung vor. Er ist u. a. Mitglied des Fachausschusses Kultur der Deutschen UNESCO-Kommission und des Kulturausschusses im Deutschen Städtetag.

Prof. Dr. Tasos Zembylas (Wien) / Prof. Dr. Volker Kirchberg (Leuphana Lüneburg): Die Pandemie als Anlass – Kultur als gesellschaftlich irrelevanter Bereich

Der Vortrag will einen theoretischen Rahmen zur Analyse des gesellschaftlichen Stellenwerts der Kultur in den deutschsprachigen Ländern geben, der mit der Covid-Pandemie deutlich sichtbar geworden ist. Noch in den 1970er Jahren gab es einen breiten gesellschaftlich getragenen Konsens über die öffentliche Finanzierung von Kultur, um verschiedene sozial-, bildungs- und demokratiepolitische Ziele zu erreichen.

Dieser kulturpolitische Konsens ist mit der hegemonialen Neoliberalisierung weggebrochen. Ein Indiz dafür ist die Marginalisierung der Kultur im politischen Diskurs. Zugespitzt zeigt sich dies auch an der in der Pandemie-Krise eingeführten Diskursfigur der „systemrelevanten Bereiche“, welche den Stellenwert des Kulturbereichs explizit in Frage stellt.

Diese kulturpolitische und darüber hinaus allgemeine kulturelle Krise wurzelt im Konflikt der unterschiedlichen Interessen der Kultur, der Politik, der Wirtschaft und der Umwelt (in der Pandemie zusätzlich noch der Gesundheit und der Wissenschaft). In der Folge kommt es zu einer Erschütterung von etablierten Routinen und Institutionen, die nicht durch neue, als sicher erkennbare Alternativen ersetzt werden.

Eine Reihe von Sozialwissenschaftlern und Sozialwissenschaftlerinnen haben dies theoretisch ausgeführt. Niklas Luhmann betrachtet die Krise als Bedrohungen etablierter Systeme. Pierre Bourdieu versteht die Krise als fehlende Anpassung des Habitus an ein sich stark veränderndes Feld. Ulrich Beck interpretiert die Krise als Vertrauensverlust in die Moderne, mit der Folge der Wahrnehmung einer allgegenwärtigen Risikogesellschaft als Gefahrenquelle. Und Hartmut Rosa sieht die Krise zwar als Chance für eine soziale Transformation, in der mächtige veraltete Logiken entthront werden, in der aber das Chaos keine neuen Alternativen bereit hält und deshalb die Angst vor der Zukunft wächst.

Angesichts dieser dystopischen Existenzvorstellungen wird Kultur in der Gesellschaft als unwichtig eingeschätzt. Diesem zu konstatierenden Sachverhalt stellen wir allerdings die realistische Vision gegenüber, mit dem kritischen und transformativen Potential der Kultur und der Künste globale Probleme der umfassenden sozial-ökologischen Krise neu zu deuten und an Lösungen mitzuarbeiten.


Tasos Zembylas studierte Philosophie, habilitierte im Fach Kulturbetriebslehre und ist seit 2003 Professor an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Theorien des Kulturbetriebs, künstlerische Schaffensprozesse sowie die öffentliche Kulturförderung.

Volker Kirchberg ist Professor für Kunstsoziologie an der Leuphana Universität Lüneburg. Seine Fachgebiete sind Soziologie der Künste, Organisationssoziologie der Kultur und Stadtsoziologie. Seine Forschung konzentriert sich auf die Bedeutung von Kulturprojekten für eine nachhaltige Stadt, die Bedeutung des Museums für die soziale Transformation und die vergleichende Analyse von Organisationstheorien für die Kultur.

Prof. Dr. Steffen Höhne (HfM/FSU Weimar-Jena): Nach der Pandemie ist vor der Pandemie. Zu einigen notwendigen Transformationen des Kultursektors

Foto: Alexander Burzik

Die aktuelle Pandemie bedeutet nicht nur für Kunst und Kultur eine außergewöhnliche Herausforderung, welche das System, die Institutionen und die Akteure gleichermaßen unter Stress setzt. Vor diesem Hintergrund werden die Interdependenzen zwischen Pandemie und Kultur sowie einige der künstlerischen und philosophischen Auseinandersetzungen rekonstruiert und im Hinblick auf aktuelle Zumutungen kontextualisiert. Vor diesem Hintergrund geht es in einem zweiten Schritt um eine – vorläufige – Bestandsaufnahme eines Kultursystems in der Krise, wobei Perspektiven und Herausforderungen skizziert werden, mit denen Indizien einer Systemtransformation des Kultursektors insgesamt perspektiviert werden können.
 

Prof. Dr. Steffen Höhne, Studium der Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf sowie der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Duisburg, Wiss. Angestellter (Germanistik) an der Heinrich-Heine-Universität (1987-1992). Von 1992-1996 Tätigkeit als DAAD-Lektor an der Karlsuniversität Prag (Katedra Germanistiky), danach Hochschulassistent an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Gastprofessuren in Oxford/Mississippi, Odense/Dk., Jyväskylä und Helsinki/Finnland, der Karlsuniversität und der AMU/Prag, der Universität Witten-Herdecke, der Leuphana Universität Lüneburg, der Université d'Evry Val d'Esonne/Paris, der Universität Montpellier 3 – Paul Valéry sowie der Universität Toulouse 2 – Jean Jaures. Habilitation über die deutsch-tschechischen Beziehungen im Zeitalter der Restauration. Seit dem Sommersemester 2000 ist Steffen Höhne Professor am Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena an der Hochschule für Musik Weimar und der Friedrich-Schiller-Universität Jena und lehrt Kulturwissenschaft und -management. Leitung des Master-Profils „Kulturstudien Ostmitteleuropas (Habsburgstudien)“. Von 2013 bis 2019 Dekan der Fakultät III.

Präsident des Herder Forschungsrates, Marburg; Vorstandsmitglied des Collegium Carolinum, München; Mitglied im Literatur- und kulturwissenschaftlichen Komitee der Österreichischen und Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Wien. Herausgeber der Brücken. Zts. für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft, der Schnittstelle Germanistik. Forum für Deutsche Sprache, Literatur und Kultur des mittleren und östlichen Europas und der Zts. für Kulturmanagement und Kulturpolitik / Jounral of Cultural Management and Cultural Policy JCMCP. Redaktionsbeirat der Bohemia. Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Böhmischen Länder, der Austriaca. Cahiers universitaires d’information sur l’Autriche und der Etudes Germaniques. Herausgeber der Reihen Weimarer Studien zu Kulturpolitik und Kulturökonomie und Intellektuelles Prag im 19. und 20. Jahrhundert.

aktuelle Forschungsschwerpunkte:
Kulturpolitik in Deutschland
Das Theaterpublikum im historischen Kontext
Kulturgeschichte und -politik in Ostmitteleuropa seit dem 19. Jh.

Prof. Dr. Carsten Winter (HfMT Hannover): Neue Musikkonjunkturen im Kontext von Digitalisierung: Neue Netzwerke, neue Festivals und neue Musikstädte - strukturelle Chancen und Herausforderungen

Der Vortrag entwickelt vor dem Hintergrund von Erfahrungen in der und mit der COVID-19 Pandemie strukturelle Chancen und Herausforderungen in neuen Musikkonjunkturen wie der Gründung und Ausbreitung neuer Musiknetzwerke (am Beispiel der BMC in Berlin), von neuen Agency-Musikfestivals (am Beispiel des Reeperbahn Festivals) sowie von Städten als Musikstädten am Beispiel von (Mannheim) – jeweils im Kontext ähnlicher Entwicklungen in Hannover sowie den angeführten Städten. Abschließend werden die strukturellen Chancen und Herausforderungen vergleichend perspektivisch diskutiert im Kontext der Erwartungen an die Innovation neuer intelligenter, inkludierender und nachhaltiger Strukturen in Europa.


Carsten Winter, Dr. phil. habil., Universitätsprofessor für Medien- und Musik-management an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Forschungsschwerpunkte: Musikkonjunkturen, Medien- und Musikmanagement, Strategieforschung, Cultural Studies. Er ist Mitglied diverser (Fach-)Gesellschaften und im Feld der Musik u.a. Gründungspräsident der Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung e.V. (GMM e.V.), Mitgründer der Jahrbuchreihe Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung, der International Music Business Research Association (IMBRA) sowie Mitherausgeber des International Journal of Music Business Research (IJMBR).

Dr. Jana Leidenfrost (Stuttgart): Führung nach der Pandemie – the aesthetic side of leadership

Foto: Det Kempke

Krisenzeiten beinhalten leicht das Potenzial, sich in Emotionen zu verzetteln, den Sinn zu verlieren, Strukturen infrage zu stellen, Maßstäbe aufzulösen oder wertvollen Routinen zu vernachlässigen. Gleichzeitig eröffnen sich Räume für Innovation und Gestaltungskräfte wie selten sonst!

Vielen von uns wird derzeit persönlich, als auch in unseren wirtschaftlichen und kulturellen Rollen und Unternehmungen bewusst, dass neben gutem professionellem „Handwerk“, vor allem Lebendigkeit, Inspiration, Visionskraft, Integrität, ein langer Atem und auch kreative Courage gefragt sind. Mehr noch, wir werden einerseits an die Grundlagen unserer Werte und unseres Werdegangs erinnert, und andererseits an die Grenzen unserer Möglichkeiten geführt. Beständiges Lernen und Vervollkommnen sind ebenso gefragt, wie das Wagnis zu Fehlern und zur Souveränität im Versuch (und Scheitern)!

Führung wird mitunter zum Abenteuer. Wenn sie gelingt, entstehen Freude, Rückenwind, Widerstands- und vor allem Transformationskraft. Unser Handeln bekommt eine positive Sogwirkung auf Andere und unsere Führung erhält einen künstlerischen, athletischen oder meisterlichen Ausdruck. Wir berühren, ja multiplizieren mit der „Ästhetik“, die dem Gelingen innewohnt. Nutzen wir also diese schwierigen Zeiten, um uns an diese ästhetische Seite in uns selbst und in unseren Führungsrollen zu erinnern!
 

Jana Leidenfrost

  • Dr. phil. Diplom-Psychologie (Universitäten Klagenfurt und Jena)
  • Ehemalige Leistungssportlerin Ski Nordisch
  • Gründerin und Geschäftsführerin JL psychological mentoring GmbH (www.janaleidenfrost.com)
  • Programmleiterin „Executive Management Development“ der Daimler Corporate Academy
  • Trainerin, Beraterin, Coach in der Personalentwicklung internationaler Profit- und Nonprofitunternehmen
  • Zahlreiche Ausbildungen im Hypno-Systemischen Coaching und der Organisationsentwicklung
  • Lehrbeauftragungen in verschiedenen Hochschullehrgängen und an verschiedenen Universitäten, u.a. an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar


Jana Leidenfrost begann ihre Karriere auf den „Brettern“, die für sie die Welt bedeuteten! Als gebürtige Thüringerin wurde Skilanglauf „ihr“ Sport, ihr Feld mit den größten sportlichen Erfolgen und die Basis für die weitere Faszination für Psychologie. Wie gelingt es, Potenziale am Punkt abzurufen? Wie entsteht der „berühmte“ Flow? Über sich selbst hinaus zu wachsen – stets in Verbindung zum eigenen Umfeld – sind Aufgaben denen wir uns im Sport, der Musik, der Wirtschaft oder auch im Privaten gegenüber sehen. Diese inneren und äußeren Transformationen zu meistern, darin liegt seit jeher ihre Ambition mit ihren Kunden.

Nach erfolgreichen Jahren in der internationalen Führungskräfteentwicklung der Daimler AG gründete sie daher 2010 ihr eigenes Unternehmen und begleitet seitdem Einzelpersonen, Teams und Organisationen in Übergangssituationen zu Fragen von Führung & Potenzialentfaltung. Geprägt durch zahlreiche Aus- und Weiterbildungen im systemischen und hypnotherapeutischen Bereich sowie ihrer Vorliebe für die Arbeit mit Analogien favorisiert Sie eine ganzheitliche Arbeitsweise, die sowohl wissenschaftliche Grundlagen als auch praktisches Arbeiten mit Körper und Geist integriert. Als Lehrbeauftragte an Universitäten in Deutschland, der Schweiz und in Österreich multipliziert sie ihre zahlreichen Erfahrungen und ihre Energie: von der persönlichen Ambition zum (Führungs-)Erfolg!

Podien mit Kurzstatements und Diskussion

Podium 1: 18 Monate Lockdown – Erfahrungen aus der Kulturadministration

mit Dr. Ralph Philipp Ziegler (Kulturamt Offenbach), Johannes Ellrott (Kulturamt Backnang), Jonas Zipf (Kulturrat Thüringen)

Dr. Ralph Philipp Ziegler

Leiter des Amts für Kulturmanagement der Stadt Offenbach am Main
 
Studium Musikwissenschaft, Theologie und Geschichte an der JWG-Universität Frankfurt am Main, dort Promotion. Studium Kulturmanagement an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar. 2002-2007 Tätigkeit als wiss. Mitarbeiter am Studiengang Kulturmanagement ebd.

Seit 2007/2008 Leiter des Amts für Kulturmanagement der Stadt Offenbach am Main. Zudem seit 1998 Künstlerischer Leiter eines freien Sinfonieorchesters mit internationalem Aktionsradius; das von ihm verantwortete Orchester firmiert seit 2018 als Capitol Symphonie Orchester. Wissenschaftliche Lehr-, Vortrags- und Publikationstätigkeit.

Johannes Ellrott

Foto: Steffen Scheyhing

Leiter des Kultur- und Sportamts der Stadt Backnang

Nach dem Studium der Wirtschaftspädagogik an der F.A.U. Erlangen-Nürnberg volontierte Johannes Ellrott bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen. Sein Zweitstudium führte ihn an die Hochschule für Musik FRANZ LISZT nach Weimar, wo er sein Masterstudium im Kulturmanagement erfolgreich abschloss.

Von 2014 – 2020 wirkte er als Kulturmanager der Stadt Kornwestheim, etablierte Das K als neues Kultur- und Kongresszentrum im Großraum Stuttgart, konzipierte und realisierte den stadteigenen Spielplan der „Kultur im K“ und übernahm interimsweise die Leitung der städtischen Musikschule. Seit Januar 2021 leitet er das Kultur- und Sportamt der Stadt Backnang.

Jonas Zipf

Jonas Zipf, geb. 1982 in Darmstadt, arbeitet seit 2016 als sog. Werkleiter von JenaKultur, des städtischen Eigenbetriebs für Kultur, Kulturelle Bildung, Tourismus und Marketing in Jena. In seiner Funktion ist der studierte Psychologe, Musik- und Sprechtheaterregisseur der Kulturverantwortliche der Stadt Jena und initiiert Kulturprojekte und stadtgesellschaftliche Prozesse wie »72 Stunden Urban Action Lobeda«. Vor diesem Engagement war er nach seinem Studium in Berlin, Paris und München als Dramaturg und Schauspieldirektor u.a. am Thalia Theater Hamburg, dem Theaterhaus Jena und dem Staatstheater Darmstadt tätig. Seit 2020 amtiert er zudem als Präsident des Thüringer Kulturrats.

Podium 2: 18 Monate Lockdown – Erfahrungen aus den Kulturinstitutionen

mit Kathrin Kondaurow (Staatsoperette Dresden), Raoul-Philipp Schmidt (Gezeitenkonzerte der Ostfriesischen Landschaft, Aurich), Mareike Hage (DNT Weimar), Bianca Wagner (Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin)

Kathrin Kondaurow

Foto: Esra Rotthoff
  • Studium der Musikwissenschaft, Rechtswissenschaft und des Kulturmanagements sowie der französischen Literaturwissenschaft in Berlin, Weimar und Jena mit Schwerpunkt auf Musiktheater und Theatermanagement
  • 2011 Abschluss als Magistra Artium an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar und der Friedrich-Schiller-Universität Jena
  • Assistenzen u.a. an der Staatsoper Berlin, dem Theater Erfurt, beim Kunstfest Weimar
  • 2011-2018 Dramaturgin und Kulturmanagerin am Deutschen Nationaltheater Weimar
  • Mit Beginn der Spielzeit 19/20 Intendantin der Staatsoperette Dresden

Raoul-Philip Schmidt

Foto: Karlheinz Kraemer

Raoul-Philip Schmidt ist seit 2019 organisatorischer Leiter der Gezeitenkonzerte der Ostfriesischen Landschaft. Er studierte Musikwissenschaften, Kulturmanagement und Medienwissenschaften in Weimar und Jena. Danach war er zunächst als Projektmanager in unterschiedlichen Agenturen beschäftigt, bevor er von 2009 bis 2018 für die Ludwigsburger Schlossfestspielen zunächst als Referent für Marketing & Sponsoring und anschließend als Referent des Intendanten tätig war.

Mareike Hage

Mareike Hage studierte Interkulturelle Europa- und Amerikastudien und Jura in Halle/Saale, Langues Étrangères Appliquées in Paris sowie Kulturmanagement in Weimar und Leeds. Während ihres Studiums war sie u.a. an der Komischen Oper Berlin, der Plateforme de la jeune création franco-allemand in Lyon, am Goethe-Institut Phnom Penh und beim Kunstfest Weimar tätig. Mit Abschluss des Studiums wurde Mareike Hage als Referentin der Generalintendantin am Theater Magdeburg engagiert. Seit 2019 arbeitet sie in gleicher Position am Deutschen Nationaltheater und Staatskapelle Weimar.

Podium 3: 18 Monate Lockdown – Erfahrungen aus Kulturförderung und -wirtschaft

mit Prof. Dr. Carsten Baumgarth (HWR Berlin), Veronika Hilbertova (Boost Internet, München), Oliver Wittmann (Bayerisches Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft, Nürnberg), Charlotte Kösters (Wege ins Theater Frankfurt), Dr. Harriet Oelers (Konzerthaus Dortmund)

Veronika Hilbertova

Foto: Eike Leppert

Veronika Hilbertova ist nach ihrem Bachelorstudium der Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Marketing ihrer Leidenschaft nachgegangen und hat ein Masterstudium in Kulturmanagement mit Schwerpunkt Ostmitteleuropa in Weimar an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT und der Academy of Performing Arts in Prag absolviert. Nach knapp zwei Jahren als Projektmanagerin für europaweite Tourneen in der Konzertbranche wechselte sie Corona-bedingt in die Wirtschaft und kümmert sich nun bei einem Onlineshop für Design & Kunst als Teamassistenz um die Themen HR, Accounting und unterstützt die Geschäftsführung.

Oliver Wittmann

Oliver Wittmann studierte Rechtswissenschaften und Kulturmanagement in Frankfurt a. M. und in Weimar. Seine Leidenschaft für Musik führte ihn nicht nur auf die unterschiedlichsten Bühnen, sondern auch in die organisatorischen Bereiche der Musiklandschaft. So arbeitet er seit vielen Jahren in ehrenamtlicher und hauptamtlicher Tätigkeit für diverse Musikverbände und Kulturorganisationen und zeigte sich für zahlreiche Konzerte und Veranstaltungen verantwortlich. Seit 2008 ist er beratend und vernetzend in der Kultur- und Kreativwirtschaft unterwegs. Neben seiner Rechtsanwaltstätigkeit in Darmstadt gründete er eine Kreativ-Agentur in Offenbach a. M., in der er EU-Projekte leitete, die sich mit kreativer Stadtentwicklung sowie mit der Ansiedlung kreativwirtschaftlicher Unternehmen befassten. Im Anschluss leitete er das Regionalbüro Nordrhein-Westfalen des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes. 2018 übernahm er die Leitung des Bayerischen Zentrums für Kultur- und Kreativwirtschaft.

Charlotte Kösters

Masterstudium Kulturmanagement an der HfM Weimar, Bachelorstudium Wirtschaft & Management an der Freien Universität Bozen, Tanzabitur am musischen Gymnasium Essen-Werden; Tätigkeit mit Schwerpunkt Controlling an der Goethe-Universität Frankfurt (2015-2018) und am Theater Bremen (2013-2015); seit 2018 stellvertretende Projektleitung im Förderprogramm Wege ins Theater (Projekt der ASSITEJ im Rahmen des Bundesprogramms "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung").
Kontakt: c.koesters(at)kjtz.de

Dr. Harriet Oelers

Foto: Kurt Rade

Harriet Oelers studierte Musikwissenschaft, Kulturmanagement und Kunstgeschichte an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der University of Leeds. Nach dem Magister-Abschluss 2005 hat sie am Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena an den „Weimarer Liszt-Studien“ mitgearbeitet und u.a. den Band „Liszt und Europa“ gemeinsam mit Prof. Detlef Altenburg herausgegeben. Von 2006 bis 2008 war sie beim via nova – zeitgenössische Musik in Thüringen e.V., dem Förderverein des Deutschen Komponistenverbandes, Landesverband Thüringen, u .a. für die „Weimarer Frühjahrstage für zeitgenössische Musik“ und das Festival „Junge Kunst“ in Volkenroda organisatorisch verantwortlich.

Sie hat verschiedene Artikel für das Lexikon „Komponisten der Gegenwart“ und Aufsätze über elektroakustische Musik geschrieben, und 2019 hat sie Ihre Promotion zum Thema „elektroakustische Musik in der DDR“ abgeschlossen.
Von 2008 bis 2020 war Harriet Oelers im Bereich der musikalischen Begabtenförderung für die Junge Kammerphilharmonie NRW und später für das Kammermusikzentrum NRW tätig. Seit 2020 arbeitet sie in den Bereich Development am Konzerthaus Dortmund.

Podium 4: 18 Monate Lockdown – Zukunft Digitalisierung

mit Dr. Wolf-Georg Zaddach (Leuphana Lüneburg), Prof. hc. Pascal Charles Amann (Darmstadt), Heiko und Roman Lochmann (Musiker, vormals YouTube-Stars), Mario Gallasch (VYBE Brothers Entertainment GmbH)

Podium 5: 18 Monate Lockdown – und die Ausbildung

mit Maximilian May (Popakademie Baden-Württemberg), Prof. Andrea Tober (Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin), Prof. Juan Miguel Verdugo Garcia (Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar), Prof. Claudia Buder (Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar)

Prof. Andrea Tober

Prorektorin mit Schwerpunkt Digitalisierung der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin

Musikvermittlung wurde im Laufe der beruflichen Entwicklung in eigenen künstlerischen Projekten sowie im Rahmen von Konzeption und Organisation von Projekten bei Festivals, später als Referentin an der Kölner Philharmonie und als Lehrende für Konzertpädagogik an der Hochschule für Musik und Tanz Köln Dreh- und Angelpunkt ihrer Arbeit. Von 2012 bis 2020 hatte sie die Leitung des Education-Programms der Berliner Philharmoniker inne. Ebenso seit 2012 hat sie eine Professur für Musikvermittlung und Management für Musiker an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin übernommen, zu deren Prorektorin mit Schwerpunkt Digitalisierung sie im Jahr 2019 ernannt wurde.

Online-Workshop 6: 18 Monate Lockdown - Kommunikation nach der Krise

mit Sabrina Brockmann (arculus GmbH), Dr. Jana Leidenfrost (Stuttgart)

Mit gelungener Kommunikation erfolgreich durch die Krise!

25.09.2021, 12:30 - 13:45 Uhr

Wir alle kennen die Resonanz, die durch gelungene Kommunikation entstehen kann; ebenso wie wir die Misstöne kennen, wenn der berühmte „Ton“ nicht getroffen worden ist. Gerade in Krisenzeiten wird Kommunikation auf vielfältige Weise strapaziert, gebraucht, ja auch mitunter missbraucht. Und jede (unternehmerische) Kultur lebt von menschlicher Kommunikation! Gerade deshalb liegt hier bewusst oder unbewusst eine Quelle, die wir anzapfen können – wenn nicht gar zunehmend müssen. Die Investitionen in gelingende Kommunikationen zahlen sich auf verschiedenen Ebenen aus und führen auf der individuellen Ebene im besten Fall zur optimalen Potenzialentfaltung. Hier knüpft das Growth-Mindset an, welches davon ausgeht, dass jeder Mensch bestimmte Denkweisen aufweist, die grundlegend für die eigene Sichtweise auf alles sind. Diese Denkweisen prägen das eigene Selbstbild und sind vor allem in Krisenzeiten für eine gelingende Kommunikation von entscheidender Bedeutung.

Wir laden daher zu einem spannenden Workshop zu verschiedenen kommunikativen und kulturellen Perspektiven ein, um sich der Kraft der Kommunikation gerade JETZT wieder bewusst zu werden und um mit Kommunikation strategische Veränderungen hervorzurufen und Potenziale zu entfalten.

Anmeldung bis 24.09.2021 unter kulturmanagement(at)hfm-weimar.de

Sabrina Brockmann

Sabrina Brockmann M.A. ist Team Lead Brand, Communications & PR des in München angesiedelten Start-ups arculus. Nach Stationen bei Genesis Motor Europe, verschiedenen Marketing- und Kommunikationsagenturen sowie Audi arbeitete sie viele Jahre in der Redaktion und im Eventmarketing im Medienunternehmen Antenne Thüringen. Frau Brockmann absolvierte ihren Master im Internationalen Kulturmanagement mit den Profilen der Interkulturellen Organisationskommunikation sowie des Medienmanagements an der HfM Weimar und der FSU Jena.

Dr. Jana Leidenfrost

  • Dr. phil. Diplom-Psychologie (Universitäten Klagenfurt und Jena)
  • Ehemalige Leistungssportlerin Ski Nordisch
  • Gründerin und Geschäftsführerin JL psychological mentoring GmbH (www.janaleidenfrost.com)
  • Programmleiterin „Executive Management Development“ der Daimler Corporate Academy
  • Trainerin, Beraterin, Coach in der Personalentwicklung internationaler Profit- und Nonprofitunternehmen
  • Zahlreiche Ausbildungen im Hypno-Systemischen Coaching und der Organisationsentwicklung
  • Lehrbeauftragungen in verschiedenen Hochschullehrgängen und an verschiedenen Universitäten, u.a. an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar


Jana Leidenfrost begann ihre Karriere auf den „Brettern“, die für sie die Welt bedeuteten! Als gebürtige Thüringerin wurde Skilanglauf „ihr“ Sport, ihr Feld mit den größten sportlichen Erfolgen und die Basis für die weitere Faszination für Psychologie. Wie gelingt es, Potenziale am Punkt abzurufen? Wie entsteht der „berühmte“ Flow? Über sich selbst hinaus zu wachsen – stets in Verbindung zum eigenen Umfeld – sind Aufgaben denen wir uns im Sport, der Musik, der Wirtschaft oder auch im Privaten gegenüber sehen. Diese inneren und äußeren Transformationen zu meistern, darin liegt seit jeher ihre Ambition mit ihren Kunden.

Nach erfolgreichen Jahren in der internationalen Führungskräfteentwicklung der Daimler AG gründete sie daher 2010 ihr eigenes Unternehmen und begleitet seitdem Einzelpersonen, Teams und Organisationen in Übergangssituationen zu Fragen von Führung & Potenzialentfaltung. Geprägt durch zahlreiche Aus- und Weiterbildungen im systemischen und hypnotherapeutischen Bereich sowie ihrer Vorliebe für die Arbeit mit Analogien favorisiert Sie eine ganzheitliche Arbeitsweise, die sowohl wissenschaftliche Grundlagen als auch praktisches Arbeiten mit Körper und Geist integriert. Als Lehrbeauftragte an Universitäten in Deutschland, der Schweiz und in Österreich multipliziert sie ihre zahlreichen Erfahrungen und ihre Energie: von der persönlichen Ambition zum (Führungs-)Erfolg!

Podium 7: 18 Monate Lockdown – was machen die Künstler?

mit Cindy Weinhold (Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar), Dr. Christoph Meixner (Landesmusikrat Thüringen)

Programmablauf

  Donnerstag, 23.9. Freitag, 24.9. Samstag, 25.9.
9:30-10:45 Uhr  

Podium 2:
Institutionen

Moderation:
Dr. Ziegler

Podium 5:
Ausbildung

Moderation:
Dr. Zaddach

10:45-11:00 Uhr   Pause  
11:15-12:30 Uhr  

Podium 3:
Kulturwirtschaft

Moderation:
Prof. hc. Dr. Leidenfrost

Workshop 6 (in Präsenz):
Kommunikation nach der Krise
Prof. hc. Dr. Leidenfrost
S. Brockmann
12:35-13:45 Uhr   Pause Workshop 6 (online):
Kommunikation nach der Krise
Prof. hc. Dr. Leidenfrost
S. Brockmann
13:45-15:30 Uhr

Begrüßung

Keynote 1
Prof. Dr. Höhne

Keynote 2
Prof. Dr. Winter

Moderation:
K. Gerth

Keynote 3
Prof. Dr. Zembylas

Keynote 4
Prof. Dr. Kirchberg

Moderation:
Prof. Dr. Höhne

Podium 7:
Erfahrungen der Künstler

15 Uhr:
Q & A – Studenten fragen Alumni
(in Präsenz)

Moderation:
Prof. Dr. Höhne

15:30-16:00 Uhr   Pause  
16:00-17:30 Uhr

Podium 1:
Administration

Moderation:
M. Behrmann

Podium 4:
Digitalisierung

Moderation:
Dr. Zaddach

 
17:30-18:00 Uhr   Pause  
18:00-19:00 Uhr

Vortrag Jana Leidenfrost
Verleihung der
Honorarprofessur

Moderation:
M. Behrmann

Keynote 5
Dr. Knoblich

Moderation:
Prof. Dr. Höhne