Werkstatt Neue Musik
Das 2008 ins Leben gerufene Ensemble Neue Musik der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar widmet sich einmal in jedem Semester Neuer Musik. Neue Musik in diesem Kontext umfasst die Neue Musik eines ganzen Jahrhunderts: die Wiener Schule (u.a.) zu Beginn des 20. Jahrhunderts (Schönberg...), die „Darmstädter «Schule»“ in den 50er Jahren (Stockhausen, Boulez, Nono...), die daraus sich entwickelnden Stile (stellvertretend: Lachenmann, Ligeti, Ferneyhough, Grisey, Rihm...) bis hin zum aktuellen Komponieren heute – innerhalb und außerhalb der Hochschule.NEUE STREICHERWERKSTATT
- Termin: Freitag, 22. Oktober 2010 von 18 bis 21 Uhr
- Ort: Fürstenhaus, Raum 101
- Thema: Flageolets von Pythagoras bis Fawsett, Multiphonic und Möwenschrei...
Techniken & -notation - Ein Workshop für: Streicher, Dirigenten, Komponisten und Interessierte
- Referent: Christoph M. Löser, Leiter des „Ensemble Neue Musik“
- Notwendiges Arbeitsmaterial: wacher Kopf, gute Laune und natürlich das Instrument
- Organisation: Prof. Frank Strauch (frankstrauch01@gmx.de)
DIRIGIERWORKSHOP
- Termin: 23. und 24. Oktober sowie 14. November 2010
- Thema: Es wird auf "Octandre" von E. Varèse, "éclat" von P. Boulez und auf Wunsch auch auf das Konzert op. 24 von A. Webern eingegangen
- Ein Workshop für: interessierte Studierende der Dirigierklasse sowie Komponisten, Instrumentalisten und Schulmusiker
- Organisation: Prof. Nicolás Pasquet, Christoph M. Löser
KONZERT
Im Konzert am 17. November 2010 um 19:30 Uhr im Festsaal Fürstenhaus kommen Kompositionen von Maria-Dimitra Baveli (Die Barbaren kommen) und Thomas Nathan Krüger (Spieltrieb 1. Wikipedia-Kadenzen) zur Uraufführung. Neu ist auch das Zusammenwirken des Ensembles Neue Musik mit einem Professor der Hochschule: Prof. Markus Leoson wird Thomas Krügers Schlagzeug-Solopart ausführen. Er wird zudem – und das ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit – in Pierre Boulez´ éclat den Cymbalom-Part spielen. Eigentümlich verschränken sich die Zeitläufte zwischen Pierre Boulez und Edgard Varèse (den Boulez bei den Darmstädter Ferienkursen in den 50er Jahren kennenlernte): éclat entstand in Varèses Todesjahr 1965, Varèses Octandre (1923) hingegen nicht lange vor Boulez´ Geburt (1925). Anton Weberns Todesjahr 1945 liegt zufällig (er wurde versehentlich erschossen) genau in der Mitte zwischen diesen beiden Daten, und auch sein Konzert op. 24 (1934) nimmt eine merkwürdige Zwischenposition ein, insofern als es „älter“ wirken mag als Octandre. Weberns Komposition heißt Konzert, doch es gibt keinen Solisten, oder vielmehr: es gibt neun Solisten in wechselnden Gruppierungen. Thomas Krügers neues Stück hat einen Solisten, doch ist es eigentlich kein Konzert. Boulez´ éclat heißt weder Konzert noch hat es explizit einen Solisten, doch das Klavier eröffnet alleine und steht damit exponiert dem Ensemble gegenüber, in das es sich später einfügt. Zwischen „Klassiker“ der Neuen Musik und Uraufführungen schiebt sich heute mit shopping 4 von Michael Maierhof, auf Wunsch der mitwirkenden Studierenden und möglicherweise sogar vermittelnd, eine exponierte kompositionsästhetische Position mit hohem Realitätsbezug bzw. -gehalt.
