Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar

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Foto: Christian Meyer

SPIRIT OF THE AGE 1919 - 1933

Musik der Bauhaus-Zeit

Konzert im Rahmen des 90. Gründungsjubiläums des Bauhaus Weimar

Jazzorchester der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar
Leitung: Prof. G. Bernhard F. Mergner
Klavier: Donato Deliano

Die Musikhochschule nimmt das 90jährige Gündungsjubiläum des Bauhaus, der von Walter Gropius 1919 in Weimar gegründeten Design- und Architekturschule, zum Anlass, in einem Konzertprogramm am Dienstag, 23. Juni 2009 mit der Gegenüberstellung gleichzeitig entstandener musikalischer Werke den Geist dieser Jahre, the Spirit of the Age, darzustellen. Das Konzert findet im Audimax der Bauhaus-Universität Weimar, Steubenstraße 6, statt. Beginn ist um 19:30 Uhr.

Die krisengeschüttelte Zeit der ebenfalls im Jahr 1919 gegründeten Weimarer Republik war geprägt von konservativem Establishment und Angst vor Veränderung, aber auch ganz entscheidend von der ‚neuen Sachlichkeit‘ in der Kunst und kreativer Avantgarde. Die technische Entwicklung der Verbreitungsmedien wie Noten, Schallplatte und Rundfunk in diesen Jahren beförderte außerdem die Information über das Musikleben dieser Zeit. So konnten die Entstehung und Entwicklung des Jazz und seine Wirkung nahezu alle westlichen Kunstformen beeinflussen.

Das Schaffen Paul Hindemiths oder Kurt Weills zeigt klare Bezüge zu den amerikanischen Ausdrucksformen des Jazz und des Ragtime, ebenso stark wurden amerikanische Komponisten von der europäischen klassischen Tradition beeinflusst. George Gershwin beeindruckte Komponisten wie Arnold Schönberg, Darius Milhaud oder Igor Strawinsky durch seine kompositorische Vielseitigkeit, mit der er unterhaltende und ernste Musik miteinander verband. Duke Ellington war unmittelbar an der Ausformung des Jazz und seines Ausdrucks beteiligt und war der einzige, äußerst wichtige Musiker in der Entwicklung der in Amerika beheimateten Orchesterformation, der Big Band.

Das Konzert-Programm mit teilweise originalen Arrangements zeigt nur einen kleinen Ausschnitt der damaligen Musik, macht aber dennoch deutlich, dass die wechselseitige Beeinflussung von Jazz und moderner Klassik nicht einfach die ‚Verjazzung‘ von Themen der klassischen Musik bedeutet. Wechselwirkungen und Querverbindungen zeigen sich in der Auslotung neuer Rhythmen und der Verarbeitung von Jazzformen in den Werken damals junger Komponisten zunächst in Frankreich, dann auch in Deutschland. George Antheil arbeitete schon 1920 an einer Jazzoper, Paul Hindemith reihte in seiner Suite für Klavier op. 26 in 1922 Klangportraits zeitgenössischer Modetänze aneinander. „Musik ist, wie jede Kunst, stilisierende Schilderung (‚Gestaltung‘) der Realität. Ja, das Charakteristische einer Epoche findet in ihr mehr realistischen Ausdruck als in den anderen scheinbar realeren Künsten.“ (H.H. Stuckenschmidt, „Jazz auf der Opernbühne“, Vossische Zeitung, 8.10.1927)

Das Jazzorchester, bestehend aus Studierenden des Institutes für Jazz, hat sich seit seiner Gründung im Oktober 1996 zu einem der besten Klangkörper der Region entwickelt und beschäftigte sich bereits mit dem Repertoire der legendären Big Bands von Count Basie, Duke Ellington und Thad Jones sowie der Literatur von Komponisten wie Bob Mintzer, Peter Herbolzheimer und Bob Brookmeyer. Geleitet wird es von Prof. G. Bernhard F. Mergner.

Programm:

  • Tiger Rag (Kp: Nick La Rocca, 1917 – Arr: John Clayton jr, 2000)
  • West End Blues (Kp: King Oliver, 1928 – Arr: John Clayton jr, 2000)
  • Mood Indigo (Kp: Duke Ellington/ Barney Bigard, 1930– Arr: Sidney Schwartz, 1937)
  • Rockin‘ in Rhythm (Kp: / Arr: Duke Ellington-Harry Carney, 1930)
         Allegro Barbaro (Béla Bartók, 1911)
         Romance aus Trois Rag-Caprices (Darius Milhaud, 1922)
         Gavotte aus Suite für Klavier op. 25 (Arnold Schönberg, 1923)
  • Ragtime Du Paquebot (Kp: Erik Satie, 1917 – Arr: Bill Dobbins, 2003)
  • When It’s Sleepy Time Down South (Kp: Clarence Muse,1931-Arr: J.Clayton, 2000)
  • Chinatown (Kp: Jean Schwartz, 1910 – Arr: Francy Boland, 1963 )

Pause

  • Three Little Words (Kp: Harry Ruby, 1930 – Arr: Bill Holman, 1998)
  • Willow Tree (Kp: Fats Waller, 1928 – Arr: Bill Dobbins, 1995)
  • Honeysuckle Rose (Kp: Fats Waller, 1929 – Arr: Bill Holman, 1993)
  • Soho (Kp: Fats Waller, 1930 - Arr: Bill Dobbins, 1995)
         Ragtime aus 1922 Suite für Klavier op. 26  (P. Hindemith)
         Andante con moto e poco rubato Preludes for piano (G.Gershwin, 1926)
         Hastig, aufgeregt aus Klavierstücke op. 8 (H. Eisler, 1925)
  • Barbara Song (Kp: Kurt Weill, 1931 – Arr: Bill Dobbins, 1995)
  • Battle Royal (Kp: Duke Ellington/Billy Strayhorn, 1936 – Arr: John Clayton, 1994)

Das Notenmaterial wurde dem Jazzorchester der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar vom WDR Köln für dieses Educator Project zur Verfügung gestellt.

Idee und Programmauswahl: Wolfgang Hirschmann

Das Konzert findet in Kooperation mit der Bauhaus-Universität Weimar statt.