Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar

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Die Altenburg in der Jenaer Str. 3, Weimar

Die Altenburg; Foto: Alexander Burzik

Soireen in der Altenburg

Saison 2011/12

Claude Debussy

Nach dem großen Liszt-Jubiläum huldigen die Soireen 2012 dem 150. Jahrestag des am 22. August 1862 geborenen Achille Claude de Bussy. Den Großteil seiner Kindheit und Jugend verbrachte er in der Hauptstadt des 19. Jahrhunderts: Paris – elf Jahre davon am legendären Konservatorium  studierend. Neben den musikalischen Eindrücken der Pariser Weltausstellung 1889 war es das Klangerlebnis des Tristan in Bayreuth, das eine ungeahnte Saite in dem jungen Komponisten zum Schwingen brachte. Die hohe sensuelle Empfindsamkeit teilte Debussy mit den Protagonisten der impressionistischen Malerei und der symbolistischen Literatur seiner Zeit. Vom Fernweh erzählt seine Musiksprache, die fremde Klangphänomene magisch einfängt, den Orient wie auch die Mittelmeerwelt der Antike, die räumliche wie zeitliche Ferne gleichermaßen. Debussy erschließt dem Bewusstsein Landschaften, die nur der Klang erreicht und erfühlbar machen kann. Unschärfe entsteht nur im Widerspiel mit der Linie, die Kontur wird nie allein zugunsten der Farbwirkung aufgegeben. Das Klavierschaffen diente dem Ästheten Debussy dabei als  kompositionstechnisches Klang-„Labor“ seines unermüdlichen Experimentiergeistes.

Alle Soireen finden im Liszt-Salon der Altenburg (Jenaer Str. 3 in Weimar) statt.

Der Eintritt beträgt 15 bzw. ermäßigt 10 Euro. Darin enthalten ist ein Getränk aus dem Angebot von „James Catering“.
Den Vorverkauf für die Konzerte übernimmt die Weimarer Tourist Information, Tel. (03643) 745-0, an der Tageskasse gibt es ausschließlich Restkarten, Reservierungen werden unter (03643) 555-172 entgegengenommen.

Flyer I
FlyerII

23. Oktober 2011, 11 Uhr

Cora Irsen – Klavier,
Liszt-Trio Weimar: Christian Wilm Müller – Klavier, Andreas Lehmann – Violine, Tim Stolzenburg – Violoncello,
sowie Wolfram Huschke – Lesung, aus: Jutta Heckers Die Altenburg

Festliche Matinee zum 200. Geburtstag der Altenburg
Franz Liszt: h-Moll-Sonate S 178 (1853): Suisse S 160 (1855), in der Original-Version sowie in der Klaviertrio- Fassung von Eduard Lassen

Der Bauherr Stallmeister Oberst Friedrich von Seebach hatte der Öffentlichkeit über das Weimarische Wochenblatt im Oktober 1811 Mitteilung gemacht, er sei in sein neues Haus auf der „Altenburg bei Weimar“ gezogen. Am Abend des 22. Oktober feierte man die Einweihung – mit Herzog Carl August, Charlotte von Stein, Charlotte von Schiller. Und hier fand Liszt zwischen 1848 und 1861 seine Heimat zur „Sammlung und Arbeit in Weimar“. Gemeinsam mit ihrem berühmtesten Hausherrn begeht die Altenburg 2011 ihren 200. Geburtstag. Alle Mitwirkenden der Matinee fühlen sich ihr und Franz Liszt in besonderer Weise verbunden.


15. Januar 2012, 17 Uhr

Studierende der Liedklasse der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar
Moderation: Prof. Karl-Peter Kammerlander

Pierrot im Lied – Lieder von, vor und nach Debussy

„Französische Liedkomponisten gingen gerne spielerischer ans Werk als ihre deutschen Kollegen. Und so verwundert es nicht, dass ihnen die Figuren der Commedia dell’arte – auch und besonders Pierrot – große Freude bereiteten. Und noch heute erzählt uns der Weißgewandete von Melancholie, Tolpatschigkeit, Clownerie und vergeblichem Liebesmühn…“ – Mit diesen Worten führt Professor Kammerlander an das Motto des Abends heran, den er gemeinsam mit den Studierenden der Liedklasse gestalten wird.


19. Februar 2012, 17 Uhr

Tomas Dratva (Basel) – Klavier

Rezital zum 150. Geburtsjahr von Claude Debussy
Masques L 105 (1904) –
Six épigraphes antiques L 131 (1915) –
Estampes L 100 (1903) –
Images 1 L 110 und Images 2 L 111 (1905 bzw. 1907) –
L’isle joyeuse L 106 (1904)

Für Tomas Dratva, der in vielen Ländern der Welt als Solist (auch mit Orchester), Kammermusiker und Liedbegleiter konzertiert, bleibt die Auseinandersetzung mit der Musik des 20. Jahrhunderts sowie mit der zeitgenössischen Musik eine stetige künstlerische Herausforderung. U. a. gelang ihm postum die Uraufführung und Einspielung des Klavierkonzerts von János Tamás. Auch kann sich Dratva der Wiederentdeckung des Mozart-
Zeitgenossen Leopold Koželuch rühmen. Werke von Liszt spielte er auf Wagners Steinway-Flügel von 1876 ein. In seinem Rezital gibt Tomas Dratva einen repräsentativen Einblick in das mittlere – impressionistische – und das späte Schaffen des Jubilars.


15. April 2012, 17 Uhr

Henri Sigfridsson (Köln) – Klavier

Franz Liszt: Études d’exécution transcendante S 139 (1851)

Im Nachgang des Liszt-Jahres widmet sich Henri Sigfridsson Liszts großen poetischen Etüden, diese er 1851 in Weimar vollendet hatte. Der 1. Preisträger des 1. Internationalen Franz Liszt Klavierwettbewerbs 1994 studierte in Turku, Helsinki, Köln (Pavel Gililov) sowie Weimar (Lazar Berman). Nach weiteren Wettbewerbserfolgen gewann er 2005 die Beethoven Competition Bonn. Sigfridsson ist Gast namhafter Konzertpodien und bei renommierten Festivals und Orchestern. 2008 wurde er zum Professor für Klavier an die Universität für Musik und darstellende Kunst Graz berufen, seit 2011 hat er eine Professur für Klavier an der Folkwang Universität Essen.


13. Mai 2012, 17 Uhr

Peter-Philipp Staemmler (Berlin) – Violoncello

Johann Sebastian Bach: Suite Nr. 5 c-Moll BWV 1011 (1723) –
André Jolivet: Suite en concert (1965) –
Domenico Gabrielli: Ricercar Nr. 7 (1688) –
Witold Lutoslawski: Sacher-Variationen (1975) –
Henri Dutilleux: Trois Strophes sur le nom de Sacher (1976) –
Alberto Ginastera: Puneña Nr. 2 (Hommage à Paul Sacher) op. 45 (1976)

Durch ein 300 Jahre Musikgeschichte umspannendes Programm führt der Cellist Peter Philipp Staemmler, der in Weimar (als Jungstudent bei Brunhard Böhme) und Berlin (Troels Svane, Kammermusik beim Artemis Quartett) studiert und Meisterkurse bei Anner Bylsma und Natalia Gutman besucht hat. Staemmler, der im In- und Ausland konzertiert, kann auch zahlreiche Wettbewerbserfolge aufweisen (Hanns-Eisler-Preis für Komposition und Interpretation zeitgenössischer Musik 2008, Geneva International Music Competition 2008, Cello-Wettbewerb für Neue Musik der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart 2007 u. a.). Er spielt ein Instrument von Jean-Baptiste Vuillaume aus dem 19. Jahrhundert.


10. Juni 2012, 17 Uhr

Ilja Kondratjev (Moskau) – Klavier
2. Preisträger des Internationalen Liszt-Klavierwettbewerbs Budapest 2011

Franz Schubert: Sonate a-Moll D 784 (1823) –
Schubert/Liszt: Gretchen am Spinnrad, Aufenthalt,Erlkönig –
Sergej Prokofjev: 10 Stücke aus dem Ballett Romeo und Julia op. 75 (1937)

Ilya Kondratiev studierte am Music College seiner Heimatstadt Samara (V. Soifer), bevor er 2005 ein Studium bei Zinaida Ignatieva am Staatlichen Konservatorium Moskau begann. Für 2010/2011 erhielt er ein Stipendium für das Studium in Weimar in der Klasse von Rolf-Dieter Arens. Auch nahm er an den Meisterklassen von Dina Yoffe-Vaiman, Konstantin Scherbakov, Willem Brons, Paul Gulda, Dmitri Bashkirov teil. Kondratiev ist mehrfacher Preisträger, u. a. der Internationalen Liszt-Wettbewerbe Wroclaw 2008, Weimar 2009, Budapest 2011 sowie Weimar 2011 und Chopin Hannover 2011.