Die Altenburg; Foto: Alexander Burzik
Soireen in der Altenburg
Saison 2009/2010
Niccolò Paganini und Ferruccio Busoni
In den Sternenkreis Liszts, der weiterhin Dreh- und Angelpunkt der Konzeption der Soireen in der Altenburg bleiben wird, werden nach Fritz Kreisler und Sergej Rachmaninow zwei weitere Musikerkomponisten treten. Der „Teufelsgeiger“ Niccolò Paganini (1782–1840), dessen dämonische Erscheinung und legendäres Geigenspiel den jungen Liszt so tief beeindruckt hatte, und der kosmopolitische Komponist und Musiktheoretiker Ferruccio Busoni (1866–1924), der später selbst als bedeutender Pianist auf den Spuren Liszts wandelte.
Die Begegnung mit Paganini im Jahr 1831 war für den jungen Liszt zum Schlüsselerlebnis geworden, infolgedessen er beschlossen hatte, zu einem „Paganini des Klaviers“ zu werden und die neuen Ausdrucksmöglichkeiten für sein eigenes Schaffen fruchtbar zu machen.
Alle Soireen finden im Liszt-Salon der Altenburg (Jenaer Str. 3 in Weimar) statt.
Eintrittskarten zum Preis von 12 und ermäßigt 8 Euro gibt es ausschließlich an der Abendkasse. Reservierungen werden unter Tel. 03643 - 555 172 entgegengenommen. Im Eintrittsgeld enthalten ist ein Getränk aus dem Angebot. Für die Bewirtung sorgt „James’ Catering“.
11. Oktober 2009, 17:00 Uhr
Florian Uhlig, Klavier
Joseph Haydn – Sonate A-Dur Hob. XVI: 26
Felix Mendelssohn Bartholdy – Sonate E-Dur op. 6
Bernard Stevens (1916–1983) – Sonate in einem Satz op. 25 (1954)
Robert Schumann – Sonate g-Moll op. 22
Der äußerst vielseitige Pianist Uhlig studierte in Düsseldorf und London und ist Träger verschiedener Preise: des Europäischen Kulturpreises der Fondation Europèenne de la Culture, des Stephen-Arlen-Gedächtnis-Preises der English National Opera und der Queen Elizabeth Rose Bowl, des Weiteren erhielt er für hervorragende kulturelle Leistungen dreimal in Folge den Kritikerpreis der Münchner Tageszeitung.
22. November 2009, 17:00 Uhr
Raul Sunico, Klavier
Ferruccio Busoni – Sonatina seconda KiV 259
Frédéric Chopin – „Barcarole“ Fis-Dur op. 60
Isaac Albéniz – „El Puerto“ und „Triana“, aus: „Iberia. Doce nuevas impresiones“
Claude Debussy – „La plus que lente“, „L’isle joyeuse“
Franz Liszt – Sonetto 123 del Petrarca As-Dur; Sonetto 104 del Petrarca E-Dur; Grandes études d’après Paganini
Der Pianist, Komponist, Arrangeur Raul Sunico studierte an der University of the Philippines und der Juilliard School of Music. Er erhielt einen 2. Preis beim Viotti-Klavierwettbewerb in Vercelli/Italien und war Henry-Cromwell-Preisträger der University of Maryland International Piano Competitions. Heute wirkt er an der University of Santo Tomas Conservatory of Music. Mehr als 24 CDs hat er bereits eingespielt, u. a. mit philippinischer Volksmusik und Kundimans (einer philippinischen Form des Kunstliedes).
10. Januar 2010, 17:00 Uhr
Bum-Suk Kim, Klavier
Heitor Villa-Lobos: Rudepoema
Isang Yun: Fünf Stücke für Klavier (1958)
Ferruccio Busoni: Sonatina super Carmen. Kammer-Fantasie KiV 284
Peter Tschaikowski: Dumka c-Moll op. 59
Igor Strawinsky: Trois mouvements de "Petrouchka"
Der südkoreanische Pianist Bum-Suk Kim, der in Köln studiert und zahlreiche Preise gewonnen hat, unterrichtet an der Anton Rubinstein Akademie in Düsseldorf und gibt seit 2005 regelmäßig Meisterkurse in Italien und Deutschland.
7. Februar 2010, 17:00 Uhr
Reto Kuppel, Violine
Stefan Burkhardt, Klavier
Wolfgang Amadeus Mozart – Violinsonate G-Dur KV 301
Ferruccio Busoni – Violinsonate Nr. 2 e-Moll op. 36a KiV 244
Darius Milhaud – Cinéma-Fantasie, aus: „Le boeuf sur le toit“ op. 58b
Niccolò Paganini – Cantabile (für Violine und Klavier) D-Dur; Moses-Fantasie op. 24, Introduktion und Variationen auf der g-Saite über ein Thema aus Rossinis Oper „Moses in Ägypten“; Le Streghe op. 8, Hexentänze für Violine und Klavier, Thema mit Variationen über “Il Noce di Benevento” von F. X. Süßmayr
Der Geiger Reto Kuppel studierte in Hamburg (Andreas Röhn) und New York (Dorothy DeLay). Seit 1997 ist er stellvertretender Konzertmeister des Symphonieorchesters des BR, seit 2006 hat er einen Lehrauftrag an der Weimarer Musikhochschule. Meisterkurse gibt er im In- und Ausland. Kuppels Kammermusikpartner Stefan Burkhardt, der sein Studium (auch in Dirigieren) in Leipzig (Herbert Sahling, Joel Shapiro) und New York (Jerome Lowenthal) absolvierte, ist mehrfacher Preisträger – u. a. 1994 Sieger der europäischen Runde der „Young Concert Artists International Auditions“ und Gewinner des Citibank Studienpreises Musik 1995. Im Jahr 1998 gründete er das Leipziger Klavierquartett.
14. März 2010, 17:00 Uhr
Hisako Kawamura, Klavier
Bach/Busoni – Choralvorspiel „Ich ruf’ zu dir, Herr“
Robert Schumann – Kreisleriana op. 16
Frédéric Chopin – Sonate Nr. 2 b-Moll op. 35; Polonaise-Fantaisie As-Dur op. 61
Die japanische Pianistin Hisako Kawamura spielte kürzlich eine Chopin-Platte ein, außerdem liegen CDs mit Mozart, Schubert, Schumann und Prokofjew vor. Die Förderpreisträgerin und Stipendiatin der Firma „Ibach“, der „Yamaha Music Foundation of Europe“ sowie der „Deutschen Stiftung Musikleben“ u. a. ist mehrfache Gewinnerin zahlreicher Wettbewerbe (Chopin/Darmstadt, Viotti/Vercelli, Clara Haskil/Vevey und weitere Preise).
18. April 2010, 17:00 Uhr
GOETHE / SPÄTROMANTISCH
Liedklasse der Hochschule für Musik FRANZ LISZT unter der Leitung von Prof. Karl-Peter Kammerlander
Goethe – neben Heine der meistvertonte deutsche Dichter – wurde nicht nur von den zeitgenössischen Komponisten (wie Zelter oder Schubert) herangezogen. Wenn Goethe selbst auch den schlichteren, die Musik der Dichtung unterordnenden Kompositionsstil Zelters oder Reichardts vorgezogen haben mag, fühlten sich doch Komponisten folgender Generationen doch immer wieder zu seinen Gedichten hingezogen.
Die Liedklasse der Musikhochschule vermittelt einen Eindruck davon, auf welche Weise man im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert Goethe musikalisch interpretierte. Der Weg führt sie dabei von Liedern Hugo Wolfs bis hin zu den Kompositionen von Busoni.
16. Mai 2010, 17:00 Uhr
Liszt-Trio Weimar
Andreas Lehmann, Violine
Tim Stolzenburg, Violoncello
Christian Wilm Müller, Klavier
Ludwig van Beethoven – Grand Trio für Klavier, Violine und Violoncello B-Dur op. 11 „Gassenhauer-Trio“
Ferruccio Busoni – Violinsonate Nr. 1 e-Moll op. 29
Robert Schumann – Trio für Klavier, Violine und Violoncello Nr. 2 F-Dur op. 80
Im zwanzigsten Jahr nach seiner Gründung musiziert das Liszt-Trio Weimar erneut in der Altenburg. Die drei Professoren der Hochschule für Musik FRANZ LISZT reisen als mittlerweile gefragtes Trio zu Konzerten durch viele Länder Europas und der Welt.
Das „Gassenhauer-Trio“ verdankt dem Hauptthema seines letzten Satzes den Spitznamen: einer populären Melodie aus der komischen Oper „L’amor marinaro“ von Joseph Weigl. Über Schumanns F-Dur-Trio äußerte seine Frau Clara: „Es gehört zu den Stücken Roberts, die mich von Anfang bis zum Ende in tiefster Seele erwärmen und entzücken. Ich liebe es leidenschaftlich und möchte es immer und immer wieder spielen!“
20. Juni 2010, 17:00 Uhr
Leibniz-Trio
Hwa-Won Pyun, Violine
Lena Wignjosaputro, Violoncello
Nicholas Rimmer, Klavier
Joseph Haydn – Trio für Klavier, Violine und Violoncello d-Moll Hob. XV: 23
Ferruccio Busoni – Andante mit Variationen und Scherzo op. 18a KiV 184
Antonín Dvořák – Trio für Klavier, Violine und Violoncello f-Moll op. 65
Das Leibniz-Trio gründete sich 2005 an der Hochschule für Musik und Theater Hannover, im September 2006 errang es den 1. Preis des Johannes-Brahms-Wettbewerbs Pörtschach und 2008 den 2. Preis sowie den Sonderpreis für die beste Interpretation eines Werkes der Klassik beim 5. Internationalen Joseph Joachim Kammermusikwettbewerb in Weimar. Die Debüt-CD erschien im Sommer 2008 mit Werken von Haydn und Max Reger.
