Grafik: Susanne Tutein
Der GranatApfel - Alte Musik aufs Neue sinnlich
Der Granatapfel – seit der Antike Symbol für Schönheit, Reichtum, Fruchtbarkeit und Macht -
...steht hier für die Alte Musik mit ihren identischen Qualitäten, ihrer „fruchtigen“ Sensualität und intimen Delikatesse. Die Konzertreihe widmet sich diesem Repertoire – in Bezug und Referenz insbesondere an Thüringen als eines der bedeutendsten Musikzentren Mitteleuropas vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Stellvertretend für die zahlreichen Komponisten aus dieser Region sei auf Michael Praetorius, Heinrich Schütz und nicht zuletzt auf Johann Sebastian Bach verwiesen. Die Musiker an den opulenten Fürstenhöfen in ihrer unterschiedlichen Charakteristik sowie in den Kirchen nahmen die musikalischen Einflüsse aus Europa auf und verarbeiteten sie fantasievoll in einer Art „musikalischem Schmelztiegel“.
Im Zentrum des Ausdrucks aller Leidenschaften der menschlichen Seele – von der „jubilierenden Freude“ bis zur „tödtlichen Traurigkeit“– und deren Darstellung mittels der musikalischen Ausdruckspalette des Barock stand die Sinnlichkeit des Instrumentalklangs. Die Verwendung der originalen Instrumente bzw. deren Nachbauten sehen wir daher nicht nur als Voraussetzung für ein adäquates charakteristisches Klangbild, sie ist darüber hinaus unmittelbare Inspirationsquelle für eine lebendige und stilistisch bewusste Wiedergabe der Musik unterschiedlicher Epochen und Länder.
Konzertreihe „Quodlibet“ – Alte Musik auf dem Museumsboden
„…ist ein Quotlibet oder Mixtur von allerley Kräutern/una salata de Mistichanza: Wird sonsten in gemein ein Quotlibet genennet. Do nemlich aus mancherley Motetten, Madrigalien...eine halbe oder ganze zeile Text mit den Melodeyen und Notten/....herausser genommen/ und aus vielen stücklein und fläcklein gleichsam ein ganzer Pelz zusammen gestricket und geflicket wird.“ (aus: „Syntagma Musicum III“ von Michael Praetorius, Wolfenbüttel 1619)
Als Pendant zum musikalischen Quodlibet – „der Mixtur von allerley Kräutern“ – verbindet unsere gleichnamige Konzertreihe die Elemente Musik, Raum und Kulinarisches zu einem harmonischen „Dreiklang“. Der originale, liebevoll sanierte Museumsboden aus dem 16. Jahrhundert der Pavillon-Presse Weimar bietet den stimmungsvollen Rahmen für themenbezogene Alte Musik auf historischen Instrumenten mit kurzen Erläuterungen. Im Anschluss an die etwa einstündige Darbietung ohne Pause wird der Abend abgerundet mit kulinarischen Köstlichkeiten nach originalen Rezepten sowie Getränken, gereicht in der historischen Kohlenstube. Diese „Zutaten“ unseres Quodlibets werden hier – mit einem Schuss Improvisation – immer wieder neu gemischt und zusammengestellt.
Konzerte 2010
Mittwoch, 26. Mai 2010 | 19:30 Uhr | Pavillon-Presse (Scherfgasse 5)
„Le Claveçin baroque“
Cembalisten des Instituts für Alte Musik interpretieren Werke von J. S. Bach, Antoine Forqueray, Jean-Philippe Rameau u.a. Im Anschluss Verköstigung mit kulinarischen Köstlichkeiten nach originalen Rezepten des 17. und 18. Jahrhunderts gereicht: „Ein Fricassee von jungen Hühnern“, Meraingues mit frischen Früchten und Gelee von Pomeranzen, dazu Rotwein und Himbeerwasser. Die Kulinarik ist im Eintrittspreis von 12, ermäßigt 10 Euro enthalten. Karten gibt es bei der Tourist Information Weimar unter Tel. 03643 - 745 745 und an der Abendkasse.
Mittwoch, 9. Juni 2010 | 19:30 Uhr | Pavillon-Presse
„Allerley Musikalische Kräuter”
Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts aus England, Italien und Deutschland. Karten gibt es bei der Tourist Information Weimar unter Tel. 03643 - 745 745 und an der Abendkasse.
Mittwoch, 23. Juni 2010 | 19:30 Uhr | Pavillon-Presse
„Bella Napoli“
Beim Abschlusskonzert werden Kantaten von Alessandro Scarlatti sowie Werke von Franceso Martini zu Gehör gebracht. Karten gibt es bei der Tourist Information Weimar unter Tel. 03643 - 745 745 und an der Abendkasse.
Weitere Informationen zu den Abendprogrammen entnehmen Sie bitte der aktuellen Tagespresse.
Der GranatApfel ist eine Veranstaltungsreihe des Instituts für Alte Musik der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar. Es musizieren Studierende, Absolventen und Gäste des Instituts für Alte Musik.
Künstlerische Leitung und Konzeption:
Prof. Myriam Eichberger (Blockflöte), Prof. Bernhard Klapprott (Cembalo/Historische Tasteninstrumente, Orgel Alte Musik)
