Global Music Database
Ökologisch nachhaltige Lösungen für Online-Medien in komplexen Netzwerken
Die Zukunft der Musik ist digital. Die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung der Welt hat unsere Gewohnheiten des Sammelns bzw. Speicherns und Herstellens von Musik verändert. Im Jahr 2012 wird die Anzahl digitaler Musikdateien die der musikalischen Stücke auf physikalischen Trägern übersteigen.Die weltweite Verfügbarkeit digitaler Musik stellt eine Herausforderung für die Organisation und Beschreibung dieses riesigen Datenvolumens dar. Besonders schwierig ist dabei die adäquate Identifikation bzw. gezielte Suche nach einzelnen Stücken, Genres oder Kulturen. Bei fehlenden CD Covers und Booklets fehlt die Möglichkeit, zusätzliche Informationen über die Musik einzuholen. Um dies auszugleichen müssen Suchmaschinen entwickelt werden, die aus der Musik selbst diese Informationen extrahieren können. Genau das ist die Aufgabe von MIR – Music Information Retrieval: Software zu entwickeln, die lernfähig ist, Audio Signale so zu interpretieren, wie es Menschen tun.
Um zu erfahren, welche Musik jemand hört, wird es nicht länger notwendig sein, manuell hinzugefügte Metadaten zu prüfen, sondern dies kann durch automatisch ermittelte musikalische Attribute geschehen. Dies hat nicht nur für den Nutzer Vorteile, sondern auch für die Betreiber der Netzwerke. Eine verbesserte Suche verringert gleichzeitig drastisch die benötigte Datenbandbreite, da somit gezielter auf Daten zugegriffen werden kann und weniger für den Nutzer unbrauchbare Daten transferiert werden. So wird nicht nur Bandbreite, sondern auch Serverleistung und damit Energie gespart.
Die Frage jedoch ist, wie die unterschiedliche Musik der Welt in eine universale Sprache übersetzt werden kann, die Musikwissenschaftler verschiedener Kulturen wie auch eine Maschine verstehen kann.
Das Projekt Global Music Database zielt darauf ab, eine Computer-basierte Musikanalyse Software zu entwickeln, welche weltweit Genres automatisch klassifizieren kann. Dazu arbeiten Musikwissenschaftler der FRANZ LISZT Hochschule für Musik Weimar eng zusammen mit Toningenieuren von Bach Technology und des Instituts für digitale Medientechnologie (IDMT) Fraunhofer Ilmenau. Angestrebt wird der gemeinsame Ansatz, unterschiedliche Musikstile von traditionellen Stilen bis zu Pop zu verstehen und zu analysieren. 26 Musikwissenschaftler und Musikexperten aus allen Regionen der Welt arbeiten gemeinsam daran, die typischsten musikalischen Vertreter und Charakteristiken ihrer Kultur zu sammeln.
Dieses Projekt stellt die Möglichkeit einer weltweiten Diskussion, eines Vergleichs und dem Verständnis von Musik mit einem gemeinsamen Ziel dar: das Sammeln und die automatische Analyse musikalischer Informationen.
Kontakt: globalmusic@hfm-weimar.de

