Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar

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"Amerika, Du hast es besser"?

Kulturpolitik und Kulturförderung in kontrastiver Perspektive.
Herausgegeben von Steffen Höhne 

"Amerika, Du hast es besser"?
Die aktuelle Situation der öffentliche geförderten Kultur in Deutschland ist von finanzielle Engpässen und Krisen geprägt. Die staatlichen Instanzen als bisherige Garanten einer Finanzierung von Hochkultur stellen das Prinzip der Rundumabsicherung zunehmend in Frage. In dieser Entwicklung zeigt sich eine allmähliche Verschiebung, das Selbstverständnis des Staates als Architekt mit umfassender Finanzträgerschaft und Regelungskompetenz verändert sich zunehmend zugunsten eines neuen staatlichen Selbstverständnisses als Unterstützer und Ermöglicher (Facilitator). Für die Kulturinstitutionen ergibt sich daraus die Notwendigkeit, in verstärktem Maße gesellschaftliche Akzeptanz unter Beweis zu stellen und Eigeninitiativen organisationaler, ökonomischer, finanzieller und rechtlicher Art zu ergreifen.
Eingebettet ist diese Entwicklung in den Rahmen der New-Public-Management-Diskussion, in der Ansätze eines Reforminstrumentariums zur Ergänzung, Veränderung und Ersetzung bisheriger Verwaltungsverfahren und -strukturen konzipiert wurden. Hierzu zählen die Einführung neuer Steuerungsformen, Wettbewerb, Privatisierung, Empowerment und der Wandel vom Dienstleistungsproduzenten zum Dienstleistungsgewährleister.
In dieser Situation ist der Blick über den Atlantik mitunter verlockend, denn aus marktwirtschaftlicher Perspektive scheint es den USA besser zu gehen. Ein verlässlich steigendes Wirtschaftswachstum, eine entsprechend niedrige Arbeitslosigkeit, Gewerkschaften ohne politische Macht, geringe Steuerbelastungen, steigende Produktivität und bestenfalls marginale Arbeitnehmerrechte. Ein höheres Pro-Kopf-Einkommen und die Tatsache, dass sich die Wirtschaft nach Rezessionsphasen schneller erholt als in Deutschland mögen eine Erklärung dafür bieten, weshalb in vielen Bereichen das US-System gerne als Vorbild genommen wird, das man nur nach Deutschland übertragen müsse. Bedenkt man zudem, dass auch die Hochkulturinstitutionen in den USA nur zu einem geringen Teil staatliche Zuschüsse erhalten (in der Regel unter 10%), dann erscheint ein Vergleich zumindest angebracht.
Aus diesem Grunde untersuchen die Beiträge des vorliegenden Bandes - neben einer grundlegenden kultursensibilisierenden Einführung - zunächst das System der US-Kulturfinanzierung. Anhand von Fallstudien zu den Bereichen Oper und Orchester sowie Museen werden dann einzelnen Kulturbereiche in den USA einer genaueren Analyse unterzogen, bei der Fragen der Finanzierung, der Organisation und des Marketing im Vordergrund stehen.
Der vorliegende Band soll somit einen ersten Anstoß zu einer kontrastiven Beschäftigung im Kulturmanagement darstellen. Weitere Fallstudien, z.B. zu Organisation und Finanzierung der Museen in den USA, der kommerziellen und nicht-kommerziellen Sprechtheater, der Musicals, zum kulturpolitischen Einfluss der großen Stiftungen, zur Rolle der Local Arts Agencies etc. werden sich anschließen müssen.

 

Inhalt:

Steffen Höhne:
Amerika, Du hast es besser? Grundlagen von Kulturpolitik und Kulturförderung in kontrastiver Perspektive.

Jelka Lüders:
Geld für die Kunst: Kulturfinanzierung und Fundraising in den USA

Ralph Ph. Ziegler (unter Mitarbeit von isabella Mayer):
"...but there's potential good news": Philharmonische Hochkultur als Aufgabe der Bürgergesellschaft auf dem Weg aus der Krise.

Steffen Höhne, Raoul-Ph. Schmidt, Oliver Wittmann:
"Zwischen Kunst und Kommerz" - Fallstudien zur Institution Oper in den USA: Repertoire, Strukturen, Finanzierung und aktuelle Entwicklungen.

Peter Hegwein:
Neue Wege des Internetmarketing für Museen - Ein kontrastiver Blick auf Websites US-amerikanischer und deutscher Museen

Verlag:

Verlag : Leipziger Uni-Vlg
ISBN : 3-86583-053-6
Einband : Paperback
Seiten/Umfang : 244 Seiten, zahlr. meist farbige Abbildungen - 24 × 17 cm
Erschienen : 1. Auflage 01.08.2005
Preisinfo : 33,00 Eur[D] / 34,00 Eur[A]
Aus der Reihe : Weimarer Stud. z. Kulturpolitik u. Kulturökon. 1
33,00 Eur[D]