Georg Friedrich Händel Aufbruch nach Italien
Symposium zu Händels erstem Italien-Aufenthalt 1706 - 1709
27./28. November 2009 Deutsches Studienzentrum Venedig.
Leitung: Prof. Dr. Helen Geyer (Weimar-Jena)

 
Kleinere Anekdoten aus dem Leben Georg Friedrich Händels zeigen es – der Sachse war dem Können der italienischen Komponisten zunächst durchaus skeptisch gegenübergestanden, doch entschied er sich schließlich für eine Studienreise in den Süden. Im Jahr 1706 trifft er in Italien ein und eine vierjährige Reise durch die damals herausragendsten Musikzentren, von Venedig über Florenz, Rom und Neapel sollte folgen. Er lernte dabei nicht nur Musiker wie Arcangelo Corelli und Domenico Scarlatti kennen, die seinen Stil maßgeblich beeinflussten, sondern fand auch Gönner und Förderer. Als er Italien verließ, war er schon längst zum bekannten „Il Sassone“, dem großen sächsischen Musiker, avanciert.

Über die stilistischen Anregungen, die Händels kompositorischem Schaffen in Italien widerfuhren, wird in der Musikwelt vielfältig und kontrovers diskutiert. Jedoch scheint hierbei der Fokus auf dem „römischen Händel“ zu liegen, sind doch seine kompositorischen Entwicklungen während seiner venezianischen Monate bisher nur wenig untersucht.

Das Symposium wird neue Wege aufzeigen: In einem gattungsübergreifenden Ansatz wird der wissenschaftliche Diskurs Aspekte zur Entwicklung der weltlichen Musik (Oper, Kantaten) wie der Kirchenmusik (Psalmkompositionen) aufdecken. Im Mittelpunkt steht dabei Händels Auseinandersetzung mit den neuesten dramaturgischen und stilistischen Entwicklungen in Italien und zwar Stilvergleich mit zeitgenössischen italienischen Meistern. Aufschlussreich sind differenzierte Hintergrundinformationen zum venezianischen Musikalltag, d.h. der „Produktions- und Konsumlandschaft“, wobei auch die Rollen der venezianischen Privatakademien wie der vier Frauenkonservatorien und der zahlreichen Capelle eine angemessene Berücksichtigung finden. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse will der Kongress vor allem eine kritische Neubewertung zur Bedeutung Venedigs in Händels Schaffen vorantreiben.


Referenten sind u.a. Claudio Bacciagaluppi (Basel), David Bryant und Elena Quaranta (Venedig), Teresa Gialdroni und Dr. Mario Valente (Rom), Luigi Collarile (Fribourg), Bernhard Janz (Würzburg), Alan Dergal Rautenberg und Birgit Johanna Wertenson (Weimar), Carlida Steffan (Modena), Reinhard Strohm (Oxford) und Michael Zywietz (Bremen).

Veranstaltet wird der Kongress vom Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena der Hochschule für Musik Franz Liszt und der Friedrich Schiller Universität Jena und dem Deutschen Studienzentrum Venedig. Förderer ist die Fritz-Thyssen-Stiftung.


Kontakt:
Prof. Dr. Helen Geyer
Institut für Musikwissenschaft Weimar - Jena
hochschulzentrum am horn
Carl-Alexander-Platz 1
Tel.: 03643 | 555 164
helen.geyer@hfm-weimar.de