Vergabe einer Stiftungsprofessur Orgel, gestiftet von der Commerzbank Stiftung
Weimar, den 29.09.2004, 12:00
Erstmals in der Geschichte der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar kann eine Stiftungsprofessur vergeben werden. Dank der Unterstützung der Commerzbank Stiftung Frankfurt ist es möglich geworden, eine volle Professur im Fach Orgel an Professor Michael Kapsner zu verleihen. Bei der feierlichen Übergabe der Stiftungsprofessur am heutigen Mittwoch, 29. September, um 12:00 Uhr im Saal am Palais ist auch Kultusminister Prof. Dr. Jens Goebel zugegen, dessen Ministerium für die
Einrichtung dieser Stelle „grünes Licht“ gegeben hatte. Der Spendenscheck wird der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar durch Dr. Christoph Uhsadel, den Geschäftsführer der Commerzbank Stiftung Frankfurt, überreicht.
Mit ihrer Spende möchte die Commerzbank Stiftung dazu beitragen, die reiche musikalische Tradition des „Orgel-Landes" Thüringen, die insbesondere durch das Wirken von Johann Sebastian Bach geprägt wurde, zu bewahren. Eine wichtige Vorraussetzung dafür ist auch nach Meinung der Commerzbank Stiftung ein hoch qualifizierter Lehrstuhl für das Orgelfach an der Musikhochschule Weimar: Hier kann Tradition erlebbar gemacht und durch neue Ideen weiterentwickelt werden. Somit kann auch in Zeiten knapper Haushaltsmittel ein deutlicher Akzent zur Profilierung der Hochschule und der Thüringer Musiklandschaft gesetzt werden.
Der renommierte Orgel-Professor Michael Kapsner wirkte zuletzt als Professor für Orgel und Improvisation an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz. 1961 in Passau geboren, studierte er Orgel, Klavier, Komposition, Improvisation, Dirigieren und Kirchenmusik in Wien und Freiburg. Der passionierte Musiker zeichnet sich nicht nur durch seine Lehrtätigkeit, sondern auch durch seine rege Teilnahme am Konzertleben aus. So arbeitete er als Dirigent mit Ensembles wie der Wüttembergischen Philharmonie, den Münchner Symphonikern, der Kammerphilharmonie Karlsruhe oder dem Regenburger Kammerorchester zusammen. Nach mehreren Preisen bei internationalen Orgel-Wettbewerben in Brügge (1979), Innsbruck (1983), Romainmôtier (1983) und Wien (1984) gewann Michael Kapsner im Bach/Händel-Jahr 1985 den „Bachpreis Brügge“. Seine Unterrichtsphilosophie ist, „durch einen kreativen Umgang mit den verschiedenen Epochen der Orgelliteratur, das schöpferische Potential der jungen Organistinnen und Organisten zu wecken“.
Im Hinblick auf seine bevorstehende Tätigkeit in Weimar liegt Michael Kapsner die Arbeit an den bedeutenden historischen Orgeln in Thüringen besonders am Herzen. Die Studierenden sollen die Möglichkeit haben, das Repertoire an stilistisch adäquaten Instrumenten zu erarbeiten.
Prof. Ulrike Rynkowski-Neuhof, Institutsdirektorin der Kirchen- und Schulmusik sowie Dekanin an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar, äußert sich enthusiastisch: „Es ist die einzige Professur und damit professionelle Ausbildungsstätte in Thüringen für Kirchenmusik und Orgel. Für ganz Thüringen mit seiner historisch bedeutsamen Orgellandschaft hat die Stelle eine große Wertigkeit. Es ist gut, dass nicht nur von Seiten der Kirchen, sondern auch von uns als Ausbildungsstätte darauf hingewiesen wird.“
