"Musik und kulturelle Identität": XIII. Internationaler Kongress der Gesellschaft für Musikforschung in Weimar
Weimar, den 13.05.2004, 16:02
Unter der Schirmherrschaft des Thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus lädt die Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar zum XIII. Internationalen Kongress der Gesellschaft für Musikforschung (GfM) vom 16. bis 21. September 2004 nach Weimar ein. Der Kongress mit dem Thema „Musik und kulturelle Identität“ wendet sich neben Musikwissenschaftlern u. a. auch an Musikpädagogen, Kulturwissenschaftler, Historiker, Politologen, Psychologen und Soziologen. Rund 800 Teilnehmer werden erwartet, darunter 380 Referenten aus mehr als 30 Ländern, die sich im interdisziplinären Dialog mit den historischen, systematischen und aktuellen kulturpolitischen Aspekten dieses Themas auseinandersetzen.
Das breite Spektrum des Kongresses reicht von grundsätzlichen Fragestellungen wie „Kontinuität und Wandel in der Musik“ über spezielle Themen wie die „Mitteldeutsche Residenzkultur“, des Starkultes in der Musik, des Missbrauchs der „Musik in totalitären Staaten“ bis hin zur „Musik im kalten Krieg“. Auch politisch heikle Themen die wie Instrumentalisierung der Musik in amerikanischen Fernsehsendungen zum Irak-Krieg werden nicht ausgespart. Ein Schwerpunkt liegt auf den musikalischen Jugendkulturen der Gegenwart sowie den konkreten Konsequenzen der Globalisierung für die Musikkultur. Zudem gewinnt im Zeichen des zusammenwachsenden Europas der Regionen die Frage nach der Bedeutung der Musik für die kulturelle Identität eine neue Aktualität.
Als Podiumsdiskussionen konzipierte zentrale Roundtables, dazu Referate und Diskussionen in den insgesamt 24 Symposien sowie Freie Referate und Forschungsberichte befassen sich mit den unterschiedlichen Thematiken. Für die drei öffentlichen Vorträge konnten die Wissenschaftler Peter Gülke, Bassam Tibi und Klaus Manger gewonnen werden. Ganz bewusst wurde für diesen Kongress Weimar als Veranstaltungsort ausgewählt, wo mit Herders „Stimmen der Völker“ und Goethes Begriff der „Weltliteratur“ Wegmarken für die Beschäftigung mit der kulturellen Identität des Anderen gesetzt wurden.
Die den XIII. Internationalen Kongress der Gesellschaft für Musikforschung flankierenden Konzerte sind weit mehr als ein bloßes Rahmenprogramm. Es erklingt u. a. Osmanische Kunstmusik der Goethezeit mit dem Ensemble Ayangil aus Istanbul, die in Istanbuler Archiven entdeckt und eigens für die Weimarer Aufführung aus den Originalquellen übertragen wurde. Ein weiterer musikalischer Höhepunkt sind originale Kostproben chinesischer Opernkunst: Die Beifang-Kunqu-Truppe aus Peking führt vier Kunqu-Einakter auf, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Das Eröffnungskonzert des Kongresses am 16. September um 20:00 Uhr in der Weimarhalle unter der Leitung von Peter Gülke ist eine Koproduktion mit dem Kunstfest Weimar, das auch in weiteren Konzerten mit dem Kongress kooperiert.
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