Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar

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Foto: Maik Schuck

Zweiter Raum: Der junge Liszt

Im zweiten Raum werden drei Wirkungsbereiche Liszts vorgestellt, die sein Leben vor allem in jüngeren Jahren prägten. An einer Wand entdeckt man den Dirigenten Liszt, dessen innovativer Dirigierstil nicht immer auf Wohlwollen stieß, wie es die Karikaturen und die Berichte von Zeitgenossen belegen. Eine weitere Wand ist dem organisierenden Liszt gewidmet, der sich nicht nur um die Wiederbelebung der Weimarer Kunst Gedanken machte, sondern der auch neue Konzertformen wie die Veranstaltung von Festwochen erprobte und sich aktiv an der Gründung des Allgemeinen Deutschen Musikvereins als einem Forum für zeitgenössische Musik beteiligte. An der dritten Wand lassen sich zahlreiche Dokumente zu dem Betätigungsfeld finden, das wohl die meisten mit dem Künstler verbinden: Liszt als gefeierter Klaviervirtuose.

Die Reproduktion eines Gipsabgusses von Liszts rechter Hand beantwortet die Frage nach möglichen anatomischen Besonderheiten. Eine Video-Projektion in der Raummitte, bei der man einem Pianisten beim Spielen über die Schulter schauen kann, veranschaulicht die spieltechnischen Finessen der Liszt-Werke, und Ausschnitte aus Spielfilmen zeigen, wie sehr der ungeheure Starkult um Liszt selbst Regisseure des 20. Jahrhunderts fasziniert hat. An der Fensterseite stehen – fast wie ein Publikum im Raum – mehrere originale Porträtbüsten Liszts, die den Musiker in verschiedenen Phasen seines Lebens darstellen. Sie geben nicht nur einen Einblick in die umfangreiche Liszt-Sammlung der Klassik Stiftung Weimar, sondern offenbaren ganz verschiedene Facetten der Person Franz Liszt, ihrer Rezeption und nicht zuletzt der ihr entgegengebrachten, großen Verehrung.