Die Geschichte des Kammerchors
Dem Kammerchor der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar gehören vorwiegend Studierende des Studienganges Schulmusik und der Studienrichtung Dirigieren und Gesang an, jedoch auch Studierende der Bauhaus-Universität Weimar. Er wurde 1926 als Madrigalchor von Walter Rein gegründet und ab 1930 vom Chefdirigenten der Staatskapelle, GMD Dr. Ernst Praetorius, ab 1934 von Hochschuldirektor Prof. Dr. Felix Oberborbeck geleitet. Inzwischen hieß er „Der Kammerchor“ und war als ein „Organ“ der Hochschule hervorgehoben.Die Weiterführung der Arbeit lange nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde von Prof. Günter Fredrich begonnen und Anfang der 1970er Jahre von Prof. Gert Frischmuth fortgeführt. Unter seiner Leitung wurden in den 80er Jahren internationale Erfolge erreicht, u. a. bei Wettbewerben in Ungarn, Bulgarien, Finnland und Österreich. Nach der politischen Wende von 1989/90 profitierte der Kammerchor – zunächst einziges Spitzenensemble der Hochschule – sehr von den neuen weltweiten Möglichkeiten. Die Nachfolge von Prof. Gert Frischmuth, der 1988 - 1998 auch den MDR-Chor in Leipzig leitete, trat im Oktober 1997 sein einstiger Schüler Prof. Jürgen Puschbeck an.
Weltweite Gastspielreisen
Der Kammerchor gastiert regelmäßig im In- und Ausland, u. a. bei Festivals und Wettbewerben in Markoberdorf, Graz, Belfort, Spittal/Drau, Fulda und Tolosa. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen zeugen von der künstlerischen Qualität des Ensembles, wie z. B. der 1. Preis beim 6. Internationalen Chorwettbewerb in Riva del Garda / Italien 2000. Gastspielreisen führten den Chor in viele europäische Länder sowie nach Japan. 1998 und 2004 weilte er auf Einladung des Amerikanischen Chorleiterverbandes ACDA in den USA.
Höhepunkte der vokalsinfonischen Arbeit waren Aufführungen von Werken Johann Sebastian Bachs und Wolfgang Amadeus Mozarts. Dabei arbeitete der Chor mit namhaften Dirigenten wie Kurt Masur, Fabio Luisi, Max Pommer und Helmuth Rilling zusammen. In erster Linie pflegt er jedoch die a-cappella-Literatur des 16. bis 20. Jahrhunderts. Einen besonderen Stellenwert bei der Programmauswahl nehmen Werke von Komponisten aus Sachsen und Thüringen ein. Konzerte wurden von den Rundfunkanstalten MDR, HR, BR und ORF aufgezeichnet. Neben seiner Konzertätigkeit fühlt sich der Kammerchor auch seinem Anspruch verpflichtet, Ausbildungsstätte für chorsängerisches und chordirigentisches Wirken zu sein.
Prof. Dr. Wolfram Huschke & Prof. Jürgen Puschbeck
