Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar

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Martial Solal (links) bei der Konzertprobe; Foto: Christian Meyer

„The Music of Martial Solal“: Der berühmte französische Jazzpianist zu Gast beim Jazzorchester der Hochschule

1999 wurde ihm der weltweit renommierteste Jazzpreis, der „Jazzpar Prize“, verliehen, jetzt kommt er als Gaststar zum Abschlusskonzert der 13. Jazzmeile Thüringen: Der französische Jazzpianist Martial Solal ist mit einem Solo-Programm am Mittwoch, 29. November 2006 um 20:00 Uhr im Festsaal Fürstenhaus zu erleben. Die andere Hälfte des Abends bestreitet das Jazzorchester der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar unter der Leitung von Prof. G. Bernhard F. Mergner mit Kompositionen von Martial Solal – darunter auch eine Uraufführung. Solals musikalische Spontaneität macht ihn zu einem der faszinierendsten Pianisten des modernen Jazz: Müheloser Einsatz virtuoser Technik verbindet sich mit großem Improvisationstalent.

„Interdisziplinär“ wird nach den Worten von Bernard Mergner das Jazzorchester an diesem Abend musizieren: Die Solalschen Kompositionen erfordern als Besonderheit häufig die Mitwirkung von Instrumentalisten, die für gewöhnlich nicht in Bigbands spielen. So wird das Klangspektrum durch eine Tuba, ein Marimbaphon, ein Waldhorn, eine Violine und ein Violoncello bereichert. Es erklingen u. a. die Kompositionen Martial Solals „Monster Piece“, „Contrastes“, „Pour Trombone solo“ und „En coulisse“.

Bei der Komposition „Pour Trombone solo“ handelt es sich um die Uraufführung eines Werkes, das Solal ursprünglich für den Jazzposaunisten J.J. Johnson anlässlich eines Montreux Jazzfestivals Mitte der 1980er Jahre komponierte hatte – das damals aber nicht aufgeführt wurde. Solist ist hier der Jazzposaunist Jürgen Neudert, der seit 2005 die Jazzposaunen-Klasse an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar leitet.

Der Jazzpianist Martial Solal wurde 1927 in Algier geboren. Ende der 1940er Jahre ließ er sich in Paris nieder und begann in der Band des Gitarristen Django Reinhardt seine Karriere. 1953 gründete er ein eigenes Trio, nahm 1956 sein erstes Soloalbum auf und leitete später die eigene Bigband. Bekannt wurde Solal auch durch seine zahlreichen Filmmusiken. So komponierte er 1959 die Musik zum Jean Paul Belmondo-Film „Atemlos“. In den 1960er Jahren war Solal an Avantgarde-Projekten des Komponisten A. Hodeir beteiligt. 1999 wurde ihm – als erstem nicht englischsprachigem Musiker – der „Jazzpar Prize“ zuerkannt. In Paris trägt ein internationaler Klavier-Jazzwettbewerb seinen Namen: „Concours de piano jazz Martial Solal“. Durch Auftritte in New York und beim Newport Jazzfestival wurde er international berühmt.