Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar

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Schenkung eines wertvollen Gemäldes

Foto: Christiane Weber

Schenkung eines wertvollen Gemäldes: Porträt des Liszt-Schülers Carl Goepfart

Anlässlich des 100. Geburtstages von Prof. Dr. Günther Kraft haben sein Schwiegersohn, Prof. Dr. Volker Wahl (links), Direktor des Thüringischen Hauptstaatsarchivs Weimar, und sein Enkelsohn, Christian Wahl (rechts), dem Rektor der Hochschule für Musik FRANZ LISZT, Prof. Rolf-Dieter Arens, am 30. März 2007 ein wertvolles Gemälde überreicht. Es handelt sich um ein Porträt des Liszt-Schülers Carl Goepfart, gemalt von dessen Bruder Prof. Franz Goepfart, der viele Jahre die traditionsreiche Weimarer Zeichenschule leitete.

Günther Kraft war Professor an der Weimarer Musikhochschule und spielte im Musikleben der Zeit eine wichtige Rolle. Er wurde am 2. April 1907 in Suhl geboren. Von 1835-1937 studierte er in Jena Musikwissenschaft und verwandte Fächer bei Werner Danckert, Felix Oberborbeck, Otto zur Nedden und Robert Volkmann. Anschließend setzte er seine Studien in Berlin fort (bei Schering, Danckert, Frotscher). 1938 promovierte er in Jena zum Thema Johann Steuerlein, Leben und Werk. Nach Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft nahm er ab 1946 seine landeskundlichen Forschungen wieder auf.

1949 wurde Kraft als Dozent für Schulmusik und Musikgeschichte an die Staatliche Hochschule für Musik Weimar berufen, 1951 wurde er Dozent für Musikwissenschaft. Im gleichen Jahr gründete und leitete er Archiv und Institut für Volksmusikforschung. Kraft sammelte Nachlässe von Volksliedsammlern (Franz Magnus Böhme, Carl Hartenstein, Heinrich Möller etc.) und Musikwissenschaftlern, darunter von Arno Werner (mit interessanten Abschriften zu Werken von Bach, Mozart, Schütz und anderen), aber ebenso von Komponisten, darunter dem Liszt-Schüler Carl Goepfart. 1952 wurde Günther Kraft zum Professor für Musikgeschichte ernannt.

Aufbau eines Filmstudios

Seine Beschäftigung mit neuen Lehrmitteln und -methoden zeigte sich auch im Aufbau eines Filmstudios an der Hochschule. Mit dem Film Das Lied hinter Stacheldraht (1956) wurde das Studio weit über Thüringen hinaus bekannt. Günther Kraft war Kustos zahlreicher Ausstellungen. Seine wissenschaftlichen Beiträge zu Bach und Liszt, zur Musikgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts sowie zur Volksmusikforschung waren außerordentlich umfangreich. Er gestaltete zahlreiche landeskundliche Rundfunksendungen, deren Tondokumentationen sich im Hochschularchiv / THÜRINGISCHEN LANDESMUSIKARCHIV befinden. Von 1964 bis 1971 war er zuerst ehrenamtlicher Leiter, dann Direktor des Bach-Hauses in Eisenach. Von Anbeginn wirkte er in leitenden Positionen im Verband Deutscher Komponisten und Musikwissenschaftler und setzte sich für die Publikation von Kompositionen  der Verbandsmitglieder ein. Für sein vielseitiges Schaffen wurde er mehrfach mit hohen Auszeichnungen bedacht. 1972 wurde Günther Kraft emeritiert, er verstarb am 20. September 1977. Sein Nachlass und seine musikwissenschaftliche Bibliothek befinden sich an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar.