Kleine Ausstellung mit dem Nachlass Köhlers; Foto: Maik Schuck
Hochherzige Schenkung: Der Nachlass des Stadtorganisten und Pädagogen Johannes Ernst Köhler
Die frühere Stadtorganistin Hannelore Köhler übergab der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar den wertvollen Nachlass ihres Mannes, Prof. Johannes Ernst Köhler. Seinerseits jahrelang Stadtorganist, zählt dieser zu den bedeutendsten Pädagogen, die im 20. Jahrhundert an der Hochschule lehrten. Das Institut für Schulmusik und Kirchenmusik begrüßte die hochherzige Schenkung des Nachlasses mit einem Festakt am Dienstag, 6. Februar 2007, im Saal Am Palais.Eingeladen waren sowohl Studierende und Kollegen als auch ehemalige Studierende, Freunde und Verehrer des großen Organisten. Eröffnet wurde der Abend von Dekanin Prof. Ulrike Rynkowski-Neuhof, in dessen Verlauf dann der Nachlass von Archivarin Dr. Irina Lucke-Kaminiarz vorgestellt wurde und viel Musik erklang. Unter anderem spielten Studierende Werke von J. S. Bach und F. Liszt und die Orgelprofessoren Rainer Böhme (Emeritus) und Michael Kapsner improvisierten über thematisches Material von Johannes Ernst Köhler.
Prof. Johannes Ernst Köhler (24. 6.1910 Meran/Südtirol – 12.9.1990 Weimar) gehörte zu den wichtigsten Lehrern der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar im 20. Jahrhundert. Seine Ausbildung erhielt er von 1929 bis 1933 in Halle und Berlin. 1934 wurde er Stadtorganist an St. Peter & Paul (genannt Herderkirche) und gleichzeitig Lehrer an der Staatlichen Hochschule für Musik in Weimar, der er bis zu seiner Emeritierung 1975 verbunden blieb. Als Orgellehrer wirkte Johannes Ernst Köhler schulbildend und setzte auch auf diese Weise die große Weimarer Organistentradition fort. Seinem Engagement war es zu danken, dass im März 1946 die ersten Weimarer Bach-Tage stattfanden und 1950 die bis heute legendären Bachsaal-Konzerte, die zwölf Jahre später von der Obrigkeit hintertrieben wurden.
Neben seinen Weimarer Verpflichtungen unternahm Johannes Ernst Köhler zahlreiche Konzertreisen durch Europa und die USA als Orgelvirtuose und Improvisator. Die Diskographie seiner Rundfunk- und Schallplatten-Produktionen ist enorm. Gemeinsam mit seiner Frau Hannelore konzertierte er im In- und Ausland, um Finanzen für die Restaurierung der Orgel der Stadtkirche St. Peter & Paul zu sammeln. Dafür wurde Hannelore Köhler 2001 der Weimar-Preis verliehen, den sie auch in seinem Namen postum entgegennahm.
Nähere Informationen gibt es im Hochschularchiv unter Tel. 03643 – 555 236.
