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Stimmbildung und Chorleitung: Dirigierstudent Alexander Lüken wird Gesangspädagoge beim weltberühmten Tölzer Knabenchor

Alexander Lüken | Foto: HfM Weimar

Stimmbildung und Chorleitung: Dirigierstudent Alexander Lüken wird Gesangspädagoge beim weltberühmten Tölzer Knabenchor

In seiner mehr als 60-jährigen Geschichte hat sich der Tölzer Knabenchor internationales Renommee erarbeitet. Neu im Team der Gesangspädagogen, die in München rund 200 junge Sänger in vier Ausbildungsstufen betreuen, ist nun auch der Weimarer Dirigierstudent Alexander Lüken.

Der 27-jährige Masterstudent aus der Klasse von Prof. Jürgen Puschbeck wird ab Januar 2018 als Stimmbildner zunächst in Teilzeit arbeiten. Nach Ende seines Studiums im September tritt er die Position als Vollzeitstelle an und soll perspektivisch dann auch Probendirigate und Konzerte beim Tölzer Knabenchor übernehmen.  

„Es ist eine Position, die im künstlerischen Anspruch ganz hoch angesiedelt ist und den Idealfall für einen jungen Chordirigenten darstellt“, freut sich der Direktor des Instituts für Dirigieren und Opernkorrepetition, Prof. Ulrich Vogel. „Die Kinder haben sehr positiv auf ihn reagiert“, sagt die Geschäftsführerin des Tölzer Knabenchors, Barbara Schmidt-Gaden. „Das ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die pädagogische Arbeit.“

Alexander Lüken selbst meint zu seinem Erfolg: „Die Stelle beim Tölzer Knabenchor ist der lang ersehnte Einstieg ins Berufsleben. Die Stimmbildung bei so jungen Kindern ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, der ich mich sehr behutsam widmen werde. Ich hoffe, ich werde mit meinem Wissen und meiner Einsatzbereitschaft meinen kleinen Teil dazu beitragen können, die Qualität des renommierten Tölzer Knabenchors zu halten und weiter zu steigern. Ich bin gespannt auf viele neue Erfahrungen, besonders bei der Arbeit mit den Kindern!“

Alexander Lüken erhielt mit sechs Jahren seinen ersten Instrumentalunterricht auf der Trompete, später auch in Klavier und Musiktheorie. Er studierte Musik und Latein für Gymnasiallehramt an der Universität zu Köln und der Hochschule für Musik und Tanz Köln, hier außerdem Chorleitung bei Prof. Marcus Creed. 2016 begann er ein Masterstudium im Fach Chorleitung bei Prof. Jürgen Puschbeck an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar.

Ergänzt wurde seine Ausbildung durch Kurse bei Volker Hempfling, Wolfgang Schäfer, Morten Schuldt-Jensen, Ekkehart Klemm und Florian Helgath. Als Dirigent arbeitete er mit dem ChorWerk Ruhr, dem Vokalensemble der Hochschule für Musik und Tanz Köln, der Kölner Kurrende, dem Collegium Musicum Bonn, dem Exeter College Choir Oxford und dem von ihm gegründeten Jungen Kammerchor Köln zusammen.

Außerdem wirkt er als Chorleiter bei den Sommerlichen Musiktagen Hitzacker und mit A-Cappella e. V. Er singt unter anderem im Kölner Kammerchor, der AUDI-Jugendchor-Akademie, dem Kammerchor der Weimarer Musikhochschule und dem Chorwerk Ruhr, ist zudem regelmäßiger Gast bei den Kölner Vokalsolisten und trat bei mehreren Gelegenheiten als Solist auf.

Die Wurzeln des Tölzer Knabenchores reichen zurück bis zur nach dem Krieg gegründeten Tölzer Pfadfindergruppe, in der bei gemeinsamen Unternehmungen gerne diverse Volks- und Wanderlieder angestimmt wurden. Als sich diese Gruppe im Januar 1956 auflöste, übernahm der 18-jährige Gymnasiast Gerhard Schmidt die Leitung der Singgruppe und legte damit den Grundstein für die einzigartige Erfolgsgeschichte des Tölzer Knabenchores.

Seit 1971 probt der Chor in der Landeshauptstadt München. Dort werden etwa 200 Knaben in vier Ausbildungsstufen von den Künstlerischen Leitern Christian Fliegner und Clemens Haudum, der Leiterin der Solistenabteilung Ursula Richter sowie acht weiteren Gesangspädagogen unterrichtet und nach dem Stimmbruch im eigenen Männerchor weiter betreut. Beratung und Unterstützung erfährt der Chor nach wie vor vom Gründer Prof. Gerhard Schmidt-Gaden.

Basis der Arbeit sind die Freude am Singen, Kreativität, Spontaneität und Selbstdisziplin der Knaben. Im Konzertchor singen diese jährlich bei bis zu 250 Konzerten und Opernaufführungen weltweit Musik vom Mittelalter bis in die Moderne. Einen der Schwerpunkte bildet die Kirchenmusik aus Barock und Klassik.

Berühmtheit erlangten die Solisten des Tölzer Knabenchores mit den Partien der „Drei Knaben“ in Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“, die auf mittlerweile zwölf CD- und DVD-Produktionen mit Tölzer Knaben zu hören ist.