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Arbeiten mit Klang: Robin Minard stellt seine wichtigsten Klanginstallationen in Magdeburg aus

Rosace, Klanginstallation im Kreuzgang des Kunstmuseums | Foto: Kunstmuseum Magdeburg

Arbeiten mit Klang: Robin Minard stellt seine wichtigsten Klanginstallationen in Magdeburg aus

Wie Efeu ranken sich die kleinen Piezo-Lautsprecher die Wände empor. Was technisch ist und doch organisch wirkt, ist eine wohlabgestimmte Annäherung an die Natur. Im Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg zeigt Robin Minard, seit nunmehr zwanzig Jahren Professor für elektroakustische Komposition an der HfM Weimar, diesen Brückenschlag in einer umfassenden Werkschau.

Zum ersten Mal sind damit seine wichtigsten Klanginstallationen, die seit 1984 entstanden sind, an einem Ort zu sehen. Ohnehin ist der Ort, ein altes Kloster mit Nähe zum Elbufer, ein Glücksfall. „Es ist sehr schön, hier in diesem alten Kloster zu arbeiten, denn das sind keine leeren, neutralen Räume“, so Robin Minard. „Sie haben eine sehr starke Präsenz, und ich versuche diese Präsenz aufzuarbeiten.“ So gibt es auch im Innenhof zwei Arbeiten, die mit der romanischen Architektur des Gebäudes verbunden sind.

Eine Anregung zum Hören wollte er schaffen, sich mit dem realen Klangraum der urbanen Welt zu beschäftigen. „Wenn ich ein Ziel in meiner Arbeit habe, dann, dass Menschen wieder anfangen zu hören.“

Die Idee, Räume in Hör-Räume zu verwandeln, wurde Anfang der achtziger Jahre in Robin Minard geboren. Damals lebte er noch in seiner Heimatstadt Montreal. Da in der kanadischen Stadt mitunter minus 40°C herrschen, verläuft ein Teil der Stadt unterirdisch und wurde mit Fahrstuhlmusik beschallt. „Als Komponist konnte ich das nicht mehr akzeptieren, ein paar Mal pro Woche ins Konzert zu gehen und den Rest der Zeit in Muzak herumzulaufen“, erzählt Prof. Minard.

Anliegen seiner Arbeit war es nie, die Räume akustisch zu füllen. „Es geht mir nicht darum, mich aufzudrängen, sondern dass ich die Räume offen lasse für die alltäglichen Beschäftigungen, dass ich mich in die Räume integriere.“

Neu erfahrbar machte Robin Minard kürzlich auch das Foyer der Philharmonie Luxemburg. Für das Festival für zeitgenössische Musik „rainy days“ hatte er bis zum 4. Dezember die Klanginstallation „On and Between“ mit hunderten kleinen Lautsprechern an die Säulen der Philharmonie angebracht. Die Ausstellung in Magdeburg läuft bis zum 18. Februar 2018.

Nähere Informationen unter www.kunstmuseum-magdeburg.de