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Trost-Orgel | Waltershausen

Das Gotteshaus gilt als erster großer barocker Zentralkirchenbau in Thüringen. In Grundrissausbildung und Bauausführung nimmt sie vorweg, was später Georg Bähr an der Dresdner Frauenkirche zur Vollendung brachte. Höhepunkte im Inneren sind das als Scheinkuppel ausgeführte Deckenfresko und die von Heinrich Gottfried Trost aus Altenburg gebaute Orgel. Das  zwischen 1724 und 1730 erbaute Instrument ist die bedeutendste und größte Orgel aus der Bachzeit in Thüringen. Wie Jacob Adlung seinerzeit festhielt, sei an der Orgel deswegen "sehr lange gebaut worden, da immer die Disposition geändert und vor allem eine große Anzahl tiefer Stimmen hereingebaut wurden".     

Erbauer: Heinrich Gottfried Trost, 1724–1730

Hauptwerk c–c3

Portun-Untersatz 16'
Groß Qvintadena 16'
Principal 8'
Gemshorn 8'
Viol d’ Gambe 8'
Portun 8'
Qvintadena 8'
Unda maris 8'
Octava 4'
Salcional 4'
Röhr-Flöta 4'
Celinder-Qvinta 3'
Super-Octava 2'
Sesqvialtera 2 fach
Mixtura (6–8 fach)
Fagott 16'
Trompetta 8'

Koppel OW-HW (Hakenkoppel)
Koppel BW-HW (Schiebekoppel)

Oberwerk c–c3
Flöte Dupla 8'
Vagarr 8'
Flöte travers 8' (klingend 4')
liebl. Principal 4'
Spitzflöte 4'
Gedackt Qvinta 3'
Wald-Flöte 2'
Hohl-Flöte 8'
Vox humana 8'

Geigen-Principal 4'
(eigener Ventilkasten über dem Spieltisch)

Brustwerk c–c3
Gedackt 8'
Nachthorn 8'
Principal 4'
Flöte douce 4'
Nachthorn 4'
Gemshorn 4'
Spitz-Qvinta 3'
Nassad-Qvinta 3'
Octava 2'
Sesqvialtera zwey fach
Mixtura (3–4 fach)
Hautbous 8'
Tremulant

Pedal c–d1
Groß Principal 16'
Sub-Bass 16'
Violon-Bass 16'
Octaven-Bass 8'
Celinder-Qvinta 6'
Posaunen-Bass 32'
Posaunen-Bass 16'
Trompetten-Bass 8'
Qvintadenen-Bass 16' (Trans.)
Viol d' Gamben-Bass 8' (Trans.)
Portun-Bass 8' (Trans.)
Super-Octava 4' (Trans.)
Röhr-Flöten-Bass 4' (Trans.)
Mixtur-Bass 6 f. (Trans.)
Koppel HW-P (Windkoppel)
Koppel BW-P (Hakenkoppel)

Nebenzüge:
Tremulant zu allen Manualen, Tremulant zum OW
2 Cymbelsterne, Calcant (=Motor),
Zug für die Sperrventile (ohne Funktion)

Stimmungsart:
wohltemperierte Ausnahmestimmung 1/5 pyth. Komma
pyth. Großterzen über fis und as; cis–f = 410 Cent

Orgel der Predigerkirche | Erfurt

In der Predigerkirche steht ein 1977 erbautes Instrument der Firma Alexander Schuke aus Potsdam, welches über 56 Register auf drei Manualen und Pedal verfügt. Die Tontraktur ist mechanisch, die Registertraktur elektrisch. Eine vor wenigen Jahren eingebaute elektronische Setzerkombination ermöglicht es, Registrierungen (also die Auswahl der Register/Klangfarben) im vorhinein zu speichern. Dies ermöglicht unkomplizierte Registerwechsel während des Spielens. Die Klangcharakteristik des Instruments kommt von einem neobarocken Klangbild her, welches aber auch schon Elemente aufweist, die ein Spielen romantischer Orgelliteratur (aus dem 19. Jh.) ermöglicht. Besonders ist die Orgel jedoch für barocke und kammermusikalische Literatur (Triosonaten etc.) geeignet.

Der Raum der Predigerkirche hat für seine Größe eine relativ „trockene“ Akustik - ein Vorzug für das Spiel einer Triosonate von Johann Sebastian Bach beispielsweise. Das Instrument ermöglicht auch das Spielen symphonischer Literatur, jedoch klingt diese dann schlanker und kammermusikalischer und nicht unbedingt rauschend-symphonisch. Das historische Prospekt stammt von der Compenius-Orgel aus dem Jahre 1648.

Erbauer: Alexander Schuke, 1977

Hauptwerk (I) c–a3
Principal 16'
Principal 8' (Prospekt)
Koppelflöte 8'
Viola di Gamba 8'
Quinte 5 b/d'
Oktave 4'
Gemshorn 4'
Quinte 2 c/d'
Oktave 2'
Groß-Mixtur 6 f.
Klein-Mixtur 4 f.
Trompete 16'
Trompete 8'

Pedal c–f1
Principal 16' (Prospekt)
Offenbass 16'
Subbass 16'
Quinte 10 c/d'
Oktave 8'
Spitzflöte 8'
Bass-Aliquote 4 f.
Oktave 4'
Pommer 4'
Flachflöte 2'
Mixtur 6 f.
Posaune 16'
Trompete 8'
Dulcian 8'
Clairon 4'

Schwellwerk (II) c–a3
Gedackt 16'
Principal 8'
Holzflöte 8'
Spitzgedackt 8'
Salicional 8'
Oktave 4'
Nachthorn 4'
Rohrnassat 2 c/d'
Waldflöte 2'
Terz 1 d/f'
Spitzquinte 1 b/d'
Sifflöte 1'
Oberton 2 f.
Mixtur 5 f.
Cymbel 3 f.
Dulcian 16'
Oboe 8'
Tremulant

Positiv (III) c–a3

Gedackt 8'
Quintadena 8'
Principal 4' (Prospekt)
Rohrflöte 4'
Sesquialtera 2 f.
Oktave 2'
Spitzflöte 2'
Quinte 1 b/d'
Scharff 5 f.
Spillregal 16'
Trichterregal 8'
Tremulant

Koppeln:
II/I elektrisch, III/I mechanisch, I/P, II/P, III/P
Elektronische Setzeranlage, Speicherung auf CD möglich
Walze, Schweller

Hauptorgel im St. Marien Dom | Erfurt

Die Domorgel wurde im Jahre 1992 von der Firma Alexander Schuke aus Potsdam unter Verwendung einiger Register aus der romantischen Vorgängerorgel gebaut. Nachdem die 1906 von der Orgelbaufirma Klais aus Bonn erbaute Vorgängerorgel wegen kriegsbedingter Wasserschäden und auch wegen des nüchtern-analytischen Zeitgeschmacks, der einem solchen romantisch-orchestralem Instrument entgegenstand, in den 1950er Jahren abgerissen worden war, hatte der Dom 40 Jahre lang keine Hauptorgel. Seit 1963 hängt eine ebenfalls von Schuke gebaute Orgel mit 29 Registern auf 2 Manualen und Pedal im Hohen Chor in der Wand.

Die neue Hauptorgel verfügt über 63 Register auf 3 Manualen und Pedal und eine mechanische Tontraktur und elektrische Registertraktur. Der Spieltisch ist wie in der Predigerkirche mit einer elektronischen Setzeranlage ausgestattet. Es handelt sich um ein Instrument von gewaltiger, symphonischer Klangpracht. Auch der Raum (das Hauptschiff) ist für romantische und symphonische Orgelmusik sehr geeignet, da er sehr tragfähig ist und eher die tiefen Frequenzen unterstützt sowie einen Nachhall von 5-6 Sekunden aufweist. Das ist nicht zu viel und nicht zu wenig für diese Literatur. Auch barocke Literatur kann an der Orgel - vom Instrument her - sehr gut dargestellt werden.

Die Hauptorgel des Erfurter Domes gehört zu den bedeutendsten modernen Orgeln in Deutschland.

Erbauer: Alexander Schuke, 1992

Rückpositiv (I) c–a3
Principal 8'
Metallgedackt 8'
Quintadena 8'
Oktave 4'
Rohrflöte 4'
Hohlquinte 2 c/d'
Oktave 2'
Waldflöte 2'
Terz 1 d/f'
Quinte 1b/d'
Oktave 1'
Schar? 5 f.
Cromorne 8'
Vox humana 8'
Tremulant

Schwellwerk (III) c–a3
Bordun 16'
Geigenprincipal 8'
Flauto traverso 8'
Salicional 8'
Schwebung 8' ab ca
Holzgedackt 8'
Oktave 4'
Blockflöte 4'
Viola da Gamba 4'
Nassat 2 c/d'
Piccolo 2'
Terz 1 d/f'
Septime 1b/h'
Mixtur 3–6 f.
Bombarde 16'
Hautbois 8'
Trompette harm. 8'
Tremulant

Hauptwerk (II) c–a3

Principal 16'
Oktave 8'
Rohrflöte 8'
Gambe 8'
Nassat 5 b/d'
Oktave 4'
Nachthorn 4'
Quinte 2 c/d'
Oktave 2'
Cornett 5 f. ab fa
Großmixtur 6 f.
Kleinmixtur 4 f.
Trompete 16'
Trompete 8'
Trompete 4'

Pedal c–g1

Principal 32'
Principal 16'
Violon 16'
Subbass 16'
Zartbass 16'
Nassat 10 c/d'
Oktave 8'
Cello 8'
Gedacktbass 8'
Oktave 4'
Flötenbass 4'
Hintersatz 3 f.
Mixtur 5 f.
Fagott 32'
Posaune 16'
Trompete 8'
Clairon 4'

Koppeln:
I/II elektr., I/II mech., III/II, III/I
I/P, II/P, III/P

Mechanische Tontraktur, elektrische Registertraktur Crescendo-Tritt (Walze)

Crescendo-Einstellungen: Standard (fest), A, B, C (jeweils frei programmierbar)
Registerfessel, Tastenfessel; Tutti
4000 Setzerkombinationen, USB-Stick

"Franz-Liszt-Gedächtnisorgel" in der Herz-Jesu-Kirche | Weimar

Erbauer: Orgelbau Waltershausen, 2010/11

Hauptwerk (I) c–c4
Principal 16'
Principal 8'
Gemshorn 8'
Bordun 8'
Quintatön 8'
Octave 4'
Gemshorn 4'
Octave 2'
Sesquialtera 2 fach
(Auszüge 2 c/d' und 1 d/f')
Mixtur 4–6 fach 2'

Oberwerk (II) c–c4

Quintatön 16'
Principal 8'
Rohrflöte 8'
Viola di Gamba 8'
Vox coelestis 8'
Dolce 8'
Octave 4'
Nachthorn 4'
Flauto amabile 4'
Octave 2'
Cornett 3 fach
(Auszüge 2 c/d', 2' und 1 d/f')
Mixtur 4 fach 1 b/d'
Fagott 16'
Trompete 8'
Tremulant

Fernwerk (ohne eigene Klaviatur)
Aeoline 16', 8', 4', 2'
Copula aethera 16', 8', 4', 2'
Unda maris 8'
Lisztharmonika 16', 8', 4'

Schwellwerk (III) c–c4
Lieblich Gedackt 16'
Geigenprincipal 8'
Hohlflöte 8'
Lieblich Gedackt 8'
Salicional 8'
Harmonika 8'
Geigenprincipal 4'
Traversflöte 4'
Dolce 4'
Flageolett 2'
Oboe 8'Tremulant

Pedal c–g1
Violonbass 16'
Subbass 16'
Salicetbass 16'
Quintbass 10 c/d'
Octavbass 8'
Violoncello 8'
Posaunenbass 16'
Principalbass 16' *B
Principalbass 8' *B
Bordunbass 8' *B
Octavenbass 4' *B
Mixturbass 4 fach 2' *B
Quintatönbass 16' *C
Trompetenbass 8' *C
Lieblich Gedacktbass 16' *D
Lieblich Gedacktbass 8' *D
Lisztharmonikabass 16' *E

*B Transmission aus Hauptwerk
*C Transmission aus Oberwerk
*D Transmission aus Schwellwerk
*E Transmission aus Fernwerk

Koppeln:
OW-HW, SW-HW, SW-OW, HW-P, OW-P, SW-P (mechanisch)
FW-HW, FW-OW, FW-SW, FW-P (elektrisch)

Mechanische Tontraktur, elektrische Registertraktur
Crescendo-Tritt (Walze)
Registerfessel; Tutti
Elektronische Setzeranlage, USB-Anschluss

Volckland-Orgel der Cruciskirche | Erfurt

In der akustisch idealen Cruciskirche steht eine der bedeutendsten Barockorgeln Thüringens, die bedeutendste und größte Orgel des Erfurter Orgelbaumeisters Franciscus Volckland (1696 – 1779). Diese ist in den Jahren 2000 - 2003 von der Orgelbaufirma Schuke aus Potsdam restauriert bzw. teilweise rekonstruiert worden. Entstanden ist ein instrumentales Kleinod, auf welchem Orgelwerke Johann Sebastian Bachs auf ideale Weise dargestellt werden können. Jacob Adlung schreibt voll Bewunderung in seinem 1768 erschienen Band „Musica mechanica organoedi“ vom „unvergleichlichen Klang“ dieses Instruments. Und Adlung war ein kritischer Zeitgenosse, der wenige Orgeln explizit lobte.

Erbauer: Franciscus Volckland, 1732–37

restauriert 1999–2003 von der Orgelbaufirma Schuke aus Potsdam

Hauptwerk c, d–c3

Principal 8'
Quintatön 16'
Viola di Gamba 8'
Gemshorn 8'
Bordun 8'
Traversière 8'
Octave 4'
Quinte 3'
Sesquialtera
Octave 2'
Mixtur 4f.
Cymbel 4f.
Vox humana 8'

Brustwerk c, d–c3

Principal 4'
Quintatön 8'
Gedackt 8'
Flaut douce 8'
Nachthorn 4'
Quinte 3'
Octave 2'
Terz 1D/f'
Mixtur 4f.

Pedal c, d–c1

Principal 16'
Violone 16'
Subbass 16'
Oktave 8'
Octave 4'
Posaune 16'
Glockenspiel
Tremulant

Ventilzug
Manualschiebekoppel II/I
Pedalkoppel an Hauptwerk
Stimmung: Kirnberger II
Stimmtonhöhe aB: 466 Hz

Wender-Orgel | Arnstadt

Erstmals wird die Bonifatiuskirche (Bachkirche) am Marktplatz 1333 erwähnt. Beim großen Stadtbrand 1581 brennt sie bis auf die Außenmauern nieder. Erst 1676 beginnt der Wiederaufbau der "Neuen Kirche" unter Verwendung von altem Mauerwerk und Steinen von der abgebrochenen Jakobskirche am Ried. Der Orgelbaumeister Johann Friedrich Wender erstellte 1703 eine Orgel für die Neue Kirche. Der erst 18-jährige Johann Sebastian Bach prüft sie und nimmt sie ab. Im August des gleichen Jahres wird Bach als Organist an die Neue Kirche berufen und bleibt bis 1707 in Arnstadt.

Erbauer: Johann Friedrich Wender, 1703
detailgetreue Rekonstruktion durch Orgelbau Otto Hoffmann, 1997-1999

Hauptwerk (II. Manual: C, D-c 3 )
Principal     8'
Viola di Gamba 8'
Quintadena     8'
Grobgedackt     8'
Gemshorn     8'
Offene Quinte     6'
Octava     4'
Mixtur IV     
Cymbel II     
Trompete     8'
    
Brustpositiv (I. Manual: C, D-c 3)
Stillgedackt     8'
Principal     4'
Spitzflöte     4'
Nachthorn     4'
Quinta     3'
Sesquialtera II     
Mixtur III     
    
Pedal (C, D-c 1, d 1)
Subbaß     16'
Principal Baß     8'
Posaune     16'
Cornet Baß     2'

Koppeln:
(Schiebekoppel I/II), Pedal Coppel (OW/P), Tremulant Glocken in C (C,E,G,C), Glocken in G (G,H,D,G)

a 1 = 465 Hz / 18 °C, Winddruck: 72 mm/Ws
Temperierung: ungleichstufig, Wender nachempfunden
Trakturen: mechanische Ton- und Registertraktur
Windversorgung: mechanische Windversorgung mit 4 Keilbälgen, zusätzlich elektr. Winderzeuger (Laukhuff)