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Tagungen | Kongresse

„Neue Welten“ – Musik und Konfession im Kolonialzeitalter: Interdisziplinäre Tagung in Sondershausen

Zeitraum: 21.22. Oktober 2016
Tagungsort: Landesmusikakademie Sondershausen, Lohberg 11, 99706 Sondershausen

Mit dem Aufstieg Spaniens, Englands und den Niederlanden zu Seemächten im 16. Jahrhundert fand das Christentum lateineuropäischen Ursprungs seinen Weg nach Asien, Afrika und in die Neue Welt. Damit einher ging ein bisher zugunsten des 20. Jahrhunderts weitgehend unbeachteter Prozess kultureller Globalisierung, bei dem christliche Religionen, insbesondere aber ihre inner- und außerliturgischen Medien eine tragende Rolle übernahmen. Die Tagung folgt dem Christentum auf seiner Reise um den Globus und widmet sich vor allem den musikkulturellen Folgen, die der Kontakt von christ¬licher und indigener Kultur im Spannungsfeld von Akkulturation und Enkulturation, Fremd- und Selbstbeschreibung sowie kultureller Gedächtnis- und Identitätspolitik zeitigte. Im Themen¬jahr „Reformation und die eine Welt“ beleuchtet die Tagung den wohl wichtigsten Prozess religiöser Reformation seit der frühen Neuzeit, hervorgegangen aus der Konfrontation des lateineuropäisch-christlichen Weltbildes mit anderen, außer- wie innereuropäischen Glaubens- und Wertesystemen. Hierbei gestattet die Fokussierung auf die Musik – als ein das gesamte religiöse Leben durchdringendes Medium – diese Prozesse in ihrer ganzen Tragweite in den Blick zu nehmen.

Die Tagung ist eine Kooperation der Thüringer Landesmusikakademie Sondershausen und des Instituts für Musikwissenschaft Weimar-Jena, die wissenschaftliche Leitung haben Prof. Dr. Eckart Lange (Sondershausen) und Dr. Stefan Menzel (Weimar-Jena) inne. Weitere Informationen: stefan.menzel(at)hfm-weimar.de.

Der Eintritt zur Tagung ist frei, Interessierte sind herzlich willkommen!
Den Flyer können Sie hier herunterladen.

Perspectives for Computational Jazz Studies: 2nd International Workshop

Zeitraum: 23.–24. September 2016
Veranstaltungsort: Hochschule für Musik FRANZ LISZT, hochschulzentrum am horn

Website des Workshops: http://jazzomat.hfm-weimar.de/workshop2016/workshop2016.html

::: Download Flyer :::

Komponisten dirigieren: Max Reger im Kontext. Internationale Tagung im Rahmen des Max Reger Festjahres 2016

Für die Wissenschaft ist der Komponist Max Reger immer wieder eine Entdeckung: Wo ist er zwischen der Tradition des verklingenden 19. Jahrhunderts und der anbrechenden Moderne zu verorten? Wie ist die Vielfalt aus Klängen und Stilen zu erklären, wenn selbst die Zeitgenossen den Komponisten in keiner »Schublade« unterzubringen vermochten? Reger war zeitlebens fasziniert vom Dirigieren, das ihn an das Pult der berühmten »Meininger« zog. Hier dirigierte er eigene wie auch fremde Werke und prägte einen »Meininger Klang« zwischen Tradition und Innovation. Nicht zuletzt ist es auch diese Mehrfachbegabung zwischen Musiker, Komponist und Dirigent, die Regers einzigartiges Schaffen prägt. Dieses »zwischen allen Stühlen stehen« macht ihn aus heutiger Sicht zu einer aufregenden Persönlichkeit für Künstler, Wissenschaftler und Musikliebhaber. Die internationale Tagung möchte Reger daher andere Komponisten-Dirigenten seiner Zeit gegenüberstellen: Wie verhalten sich Komponisten am Dirigierpult? Wie gehen sie mit fremden, und wie mit eigenen Werken um? Wie prägen sie den Orchesterklang? Und wie wirkt diese Erfahrung auf das eigene, kompositorische Schaffen?

Die Tagung ist eine Kooperation der Sammlung Musikgeschichte/Max Reger Archiv Meiningen und des Instituts für Musikwissenschaft Weimar-Jena; die wissenschaftliche Leitung haben Dr. Maren Goltz (Meiningen) und Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt (Weimar-Jena) inne. Weitere Informationen: christiane.wiesenfeldt@hfm-weimar.de.

Zeitraum: 13.–15. Mai 2016
Tagungsort: Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena, Hörsaal, hochschulzentrum am horn, Carl-Alexanderplatz 1, 99425 Weimar.

Der Eintritt zur Tagung ist frei, Interessierte sind herzlich willkommen!
Das Tagungsprogramm können Sie hier einsehen.

„Frauen in Musikausbildung und -beruf“. Fortbildungstagung für Interessierte, Studierende und Musiklehrerende

Zeitraum: 29.–30. Januar 2016
Veranstaltungsort: Marie-Seebach-Stiftung Weimar, Tiefurter Allee 8, 99425 Weimar
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Helen Geyer (Weimar-Jena), Katharina Steinbeck M. A. (Weimar-Jena)

Die Fortbildungstagung zum Thema „Frauen in Musikausbildung und -beruf“ richtet sich an alle Interessierte, speziell an Studierende (Instrumentalfach, Musikwissenschaft B.A. / M.A., Kulturmanagement B.A. / M.A., Schulmusik B.A. / M.A.), Musiklehrinnen und -lehrer sowie Hochschuldozentinnen und -dozenten. Ihnen wird die Teilnahme an der Fortbildung offiziell bescheinigt.

Anmeldung nur für zertifizierte Teilnahme nötig (Anmeldeschluss aufgehoben). Für die zertifizierte Teilnahme Anmeldungen zu richten an: katharina.steinbeck(at)hfm-weimar.de.


Anmeldeformular: PDF, DOC
Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

In ca. acht Vorträgen aus den Bereichen Musikwissenschaft, Genderforschung und Musikpädagogik soll das Thema „Frauen in Musikausbildung und -beruf“ vor dem zweifachen Hintergrund – Ausbildung und Arbeitsleben – der drei Sparten Musikerinnen, Musikpädagoginnen und Musikwissenschaftlerinnen / Dozentinnen / Professorinnen beleuchtet werden. Die drei Tagungs-Blöcke sind:

1. Die historische Situation der musikalischen Elitenausbildung von Mädchen in Venedig im Gegensatz zu der Breitenausbildung an ersten Mädchen- / Frauenkonservatorien in Neapel.

2. Der Wandel der Musikerinnenausbildung im 19. Jahrhundert mit Blick auf das Leipziger Konservatorium in Anlehnung an das Pariser Vorbild. Hinzukommen Erörterungen hinsichtlich der musikalischen Ausbildung von Mädchen bspw. am Weimarer Lyzeum.

3. Neueste Forschungsergebnisse der gegenwärtigen und zukünftigen Situation von Musikerinnen, Musiklehrerinnen und Hochschuldozentinnen in Ausbildung und Beruf. Hier wäre das Beispiel des Weimarer Hochbegabtenzentrums der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar angesiedelt.

Zur Eröffnung der Tagung wird am Vorabend der Referate ein Gesprächskonzert „Komponierende Fürstinnen“ stattfinden. Das Programm setzt sich aus speziell für dieses Konzert aufbereiteten Kompositionen von Frauen im Umfeld der Herzogin Anna Amalia (Handschriften der HAAB Weimar) bzw. des Gothaer Fürstenhauses zusammen. Die Aufführenden sind Schülerinnen des Hochbegabtenzentrums sowie Studentinnen und Professorinnen der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar. Das Gesprächskonzert wird durch eine Einführung eröffnet und ist untergliedert in mehrere musikalische Blöcke, die von kurzen Interviewgesprächen mit den jeweiligen Musikerinnen zu Ausbildung und Beruf umrahmt werden.

Die Tagung als Lehrmodul zur Gestaltung einer gendersensiblen Lehre in der Musikausbildung ist eines von vier Projekten des Thüringer Kompetenzwerks Gleichstellung der Thüringer Hochschulen zur Förderung von Genderkompetenz durch Lehr- und Weiterbildungsangebote an den Thüringer Hochschulen 2015.

Flyer
Tagungsprogramm
Konzertprogramm

Archiv

2015

"Warum ist Musik erfolgreich?" IX. Weimarer Tagung – Musiktheorie und Hörerziehung

In "Musiktheorie und Hörerziehung" geht es oft um die Qualitäten eines Werkes: Diese werden aufgeschlüsselt und differenziert dargestellt. Der Erfolg spielt indirekt eine Rolle – in der Auswahl der Werke und auch in der Erwartungshaltung,
mit der man sich der Musik nähert. Nicht immer aber zeichnen sich erfolgreiche Stücke durch hohe Qualität aus – und nicht immer erleben qualitativ hochwertige Werke großen Erfolg. Qualität und Erfolg bilden also ein natürliches Spannungsfeld, in dem sich die IX. Weimarer Tagung bewegen wird.

::: Tagungsflyer zum Download (PDF) ::: 

"Sie ist gerichtet! – Ist gerettet!" Eduard Lassens Musik zu Goethes Faust op. 57. Wiederaufführungen und interdisziplinäres Symposium

Zeitraum: 17.–18. April 2015
Veranstaltungsort: Saalfeld (Meininger Hof), Weimar (hochschulzentrum am horn) und Rudolstadt (Theater, Großes Haus)
Veranstalter: Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena, Theater Rudolstadt
Wissenschaftliche Leitung: Hannah Lütkenhöner M.A. und Prof. Dr. Detlef Altenburg (Weimar-Jena)

Noch in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts galt der einstige Weimarer Hofkapellmeister Eduard Lassen (1830–1904) in der Musikwelt wie der Bühnenpraxis als einer der wegweisenden Komponisten deutscher Schauspielmusik. Namentlich seine Musik zur ersten Gesamtaufführung beider Teile des Goethe’schen Faust im Jahre 1876 machte international Furore. Bevor der Komponist durch die Nationalsozialisten von den Spielplänen verdrängt wurde, war dieses Werk bis ins 20. Jahrhundert in zahlreichen Inszenierungen erklungen.
Ausgehend von neuen Forschungsergebnissen initiiert das Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena gemeinsam mit dem Theater Rudolstadt eine konzertante Wiederaufführung, die abseits der ausgetretenen Pfade des heute gebräuchlichen Repertoirekanons eine ungewöhnliche ästhetische Grenzerfahrung zwischen Schauspiel, Musikdrama und Konzert verspricht: Zum ersten Mal seit 1933 erwecken der Kammerchor der HfM Weimar (Leitung: Jürgen Puschbeck) und Solisten der Thüringer Opernschule gemeinsam mit Schauspielern und dem Orchester des Theaters Rudolstadt unter der musikalischen Gesamtleitung von GMD Oliver Weder den ersten Teil von Lassens Faust-Musik wieder zum Leben. Die Konzerte finden am 17. und 18.04. in Salfeld und Rudolstadt statt.
Zugleich lädt das Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena am 18.04. von 10–14 Uhr zu einem Symposium ein, um über den Entstehungshintergrund, die einmalige Rezeptionsgeschichte sowie die aufführungspraktischen Herausforderungen des Werkes öffentlich zu diskutieren.
Referenten des Symposiums sind zum einen renommierte Theaterpraktiker, wie Michael Kliefert, Chefdramaturg des Theaters Rudolstadt, der die Texteinrichtung für die Konzerte erstellte, und der GMD und Faust-Dirigent Oliver Weder. Zum andern wird unter der Moderation von Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt der wissenschaftliche Hintergrund dieser erstmals seit mehr als 80 Jahren wieder erklingenden Faust-Musik beleuchtet. Über die Ergebnisse der Weimarer Schauspielmusikforschung berichten Prof. Dr. Detlef Altenburg und Hannah Lütkenhöner M.A. Zudem konnten mit Dr. Antje Tumat (Hannover) und Dr. Beate Agnes Schmidt (Hannover) zwei weitere ausgewiesene Schauspielmusikexpertinnen als Referenten für das Symposium gewonnen werden.

Das Symposium wird gefördert durch den Kreativfonds der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar.

www.theater-rudolstadt.de/spielplan/spielplan1/7-Sinfoniekonzert

Nähere Informationen zum Programm folgen in Kürze.

Forschungssymposium Transcultural Music Studies

Diskussion mit
Prof. Dr. Bozena Muszkalska
Head of the Department of Anthropology of Music
Department of Musicology
University of Wrocław

im Rahmen einer ERASMUS-Partnerschaft

Donnerstag, 28. Mai 2015
14:00 Uhr
Hörsaal, Hochschulzentrum am Horn

Vorträge mit anschließender Diskussion:

Christian Diemer:
Die Suche nach musikalischer Identität in schwierigen Zeiten: Feldforschung in der Ukraine

Friederike Jurth:
Komposition als kollektiver Prozess in den Samba Schulen von Rio de Janeiro

Philip Küppers:
Collaborative Research: anwendungsorientierte musikwissenschaftliche Forschungsstrategien in Afghanistan

Moderation: Prof. Dr. Tiago de Oliveira Pinto

Der ursprünglich geplante Workshop Transcultural und Popular Music Research kann in diesem Semester leider nicht stattfinden, da Herr Prof. Dr. Schneider erkrankt ist.

Forschungskolloquium "Musik vor 1600" und Quellenworkshop

Am Freitag, den 5. Juni 2015 findet das Forschungskolloquium "Musik vor 1600" statt. Am Vortag wird zudem ein Quellenworkshop in der Forschungsbibliothek Gotha angeboten. Nähere Informationen hier sowie unter www.musikvor1600.de.

Bild, Musik, Text. Konfessionelle Propaganda des 16. Jahrhunderts

Internationale Arbeitstagung im Themenjahr "Bild und Bibel" der Reformationsdekade

Zeitraum: 20.–21. November 2015
Veranstaltungsort: Sondershausen, Landesmusikakademie
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Eckart Lange (Weimar) und Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt (Weimar-Jena)

Das 16. Jahrhundert wird in der Forschungsliteratur häufig als das „Zeitalter der Konfessionalisierung“ bezeichnet, um die mitunter gewaltsamen Entwicklungen der geistigen und organisatorischen Verfestigung der seit der Glaubensspaltung auseinanderstrebenden christlichen Bekenntnisse zu beschreiben. Diese inneren wie äußeren Konsolidierungsprozesse der Konfessionsbildung, die sich parallel im Katholizismus, Luthertum und Calvinismus vollzogen, erfolgten nicht nur auf den diskursmächtigen Ebenen von Religion und Politik, sondern durchzogen auch die Künste. Dabei fungierten Malerei, Musik oder Literatur häufig als konfessionelles Propagandamittel, um sowohl die eigene Glaubens- und Gruppenidentität als auch die äußeren Konfessionsgrenzen mittels artifizieller Symbolik und Repräsentation zu stärken. Diese konfessionsspezifische Funktionalisierung der Künste entwickelte in der Zeit der Glaubenskriege eine komplexe Eigendynamik, die in der interdisziplinär ausgerichteten Tagung „Bild, Musik, Text. Konfessionelle Propaganda des 16. Jahrhunderts“ im Zentrum der Diskussion stehen soll. Die Referate widmen sich dabei ausgewählten medialen Inszenierungsfeldern konfessionsbezogener Kunst wie beispielsweise protestantischen Bildtraditionen oder genuin lutherischer Literatur, innerhalb der konversions- und bekenntnisgeleitete Reflexionen aufzuspüren sind. Darüber hinaus werden – vorrangig in der musikzentrierten Sektion – Schwerpunkte auf die disziplinübergreifende Propaganda gelegt, indem etwa Genres wie Bildmotetten, Liedflugschriften oder mis-en-page-Darstellungen aus bedeutenden Musikdrucken berücksichtigt werden, die anschauliche Beispiele für strategische Medienwechsel bilden. Zudem soll der Bereich der Drucktechnik thematisiert werden, um die bedeutende Rolle des damaligen Publikationswesens im Gesamtgefüge konfessionsgesteuerter Agitation zu beleuchten.

Das Tagungsprogramm können Sie hier herunterladen.

2014

Musik, Reformation und Politik im 16. Jahrhundert.

Internationale Arbeitstagung im Themenjahr der Reformationsdekade "Reformation und Politik"

Zeitraum:
24.–26. Januar 2014
Veranstaltungsort: Sondershausen
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Eckart Lange (Weimar) und Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt (Weimar-Jena)

Vom 24. bis 26. Januar 2014 findet zum Thema "Musik, Reformation und Politik im 16. Jahrhundert" an der Thüringer Landesmusikakademie Sondershausen im Themenjahr der Reformationsdekade "Reformation und Politik" eine Arbeitstagung als Kooperationsprojekt der Landesmusikakademie und des Instituts für Musikwissenschaft Weimar | Jena statt. Renommierte Historiker, Theologen und Musikwissenschaftler diskutieren interdisziplinär u.a. über die Auswirkungen der konfessionellen Wandel auf Liturgie und Musik (nicht nur in Thüringen), sei es über die (theologischen und/oder musikalischen) Mischliturgien in der Durchdringung katholischer und reformatorischer Praktiken, sei es über Protagonisten Theoretiker, Politiker, Komponisten, Musiker, Notendrucker, etc.), die dem Wandel unterworfen waren und sich konfessionell "anzupassen" hatten, oder sei es über (theologische und/oder musikalische) Quellen, die Korruptionen in der einen oder anderen Stoßrichtung erfahren haben und nun Aussagen über die Zeit des Wandels geben können. Organisiert wird des Weiteren ein thematisch passendes Konzert.
Tagungsprogramm

Komponistenwitwen. Musikwissenschaftliche Tagung

Zeitraum: 14.–16. Februar 2014
Veranstaltungsort: Würzburg, Institut für Musikforschung
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Ulrich Konrad (Würzburg) und Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt (Weimar-Jena)

Seit im späten 18. Jahrhundert das historische Erinnern an große Gestalten der Musik und zugleich die Vorstellung von zeitenthoben autonomen Künstlergestalten einsetzten, gewann die Sorge um künstlerische Nachlässe durch hinterbliebene Ehefrauen über den rein juristischen Akt des Erbens hinaus zunehmend an Bedeutung. Zu den Obliegenheiten von Komponistenwitwen gehörte es nun nicht nur, Material zu verwahren und/oder an geeignete Personen und Institutionen zu übergeben, sondern auch, eine nachhaltige Gedächtniskultur zu begründen. Entsprechend unterschiedlich wie die verstorbenen Komponisten waren freilich die Ambitionen und Initiativen der Witwen – sie reichen von Werkeditionen über "authentische" Interpretationen (mit der Kanonisierung eines Kernrepertoires) bis hin zu Denkmal-Stiftungen. Die Leistungen der Nachlassverwalterinnen und deren Bedeutung für die Rezeptionsgeschichte sind allerdings bislang in der Musikwissenschaft nur ansatzweise in den Blick genommen worden. Bei dem geplanten Symposion soll das Handeln von Komponistenwitwen aus systematischer wie aus historischer Perspektive betrachtet und angemessen gewürdigt werden. Aus-gehend von Constanze Mozart, der vielleicht ersten genuinen Komponistenwitwe im gedachten Sinn, sollen Cécile Mendelssohn Bartholdy, Clara Schumann, Cosima Wagner, Elsa Reger und andere Persönlichkeiten in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt werden.

::: Tagungsprogramm :::

Zwischen den Zeiten: Die Weimarer Bachsöhne – Aufbruch in die Moderne

Symposion anlässlich des 300. Geburtstages von Carl Philipp Emanuel Bach

Zeitraum: 1.–2. Mai 2014
Veranstaltungsort: Weimar
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Helen Geyer (Weimar-Jena)

2014 feiert die Geburtsstadt von C. Ph. E. Bach den 300. Geburtstag des großen Sohnes der Stadt, des zweiten berühmten Bachsohnes, denn Wilhelm Friedemann Bach wurde schon im Jahre 1710, also vier Jahre zuvor, in der Residenzstadt Weimar geboren. Der Vater J.S. Bach hatte den nächsten Karriere- und Reputationsschritt am Hof zu Weimar bewältigt, seine beiden hochvermögenden Söhne wuchsen in unmittelbarer Nähe zum Schloss auf,  in einer Zeit, die von neuen Prinzipien und ästhetischen wie philosophischen Maßstäben geprägt war. Es war die Zeit nicht nur eines erstarkenden Handelsbürgertums, neuer sich verstärkender Handelswege, unabhängig eingefahrener Beziehungen der Nobilität und der Interessenpolitik, die auf andere Aspekte gelagert war, es war die Zeit einer neuartigen Besinnung über Wahrhaftigkeit, Reinheit und Schönheit einer systematischen Entdeckung der Natur und damit Naturwissenschaft und der damit parallel verlaufenden Aufklärung, geprägt von widersprüchlichen Thesen und Einstellungen, es war eine Zeit einer sukzessiv sich entwickelnden neuartigen Stilsetzung, welche auch musikalische Maßstäbe betraf: Die Stile wandelten sich, die Diskussion um den richtigen, wahren, aber auch dem Anlass und usus gemäßen Stil erfuhr teilweise heftige und kontrovers geführte Debatten, und zwar auf europäischer Ebene. An Auseinandersetzungen dieser Art beteiligten sich italienische, französische und deutsche Philosophen und ästhetische Denker; viele Ideen fanden ihre große Verbreitung in den damaligen Zeitschriften und Publikationsorganen. In diese Jahrzehnte einer anwachsenden ersten Vermassung einer sehr schnellen und einer relativ breiten Öffentlichkeit zugänglichen Verbreitung von Nachrichten und neuen Ideen eines gewissen Aufschwungs und einer Art "Revolte", unter den Prämissen neuer ästhetischer und ethischer Maxime, wuchsen die beiden "großen" Weimarer Bachsöhne hinein, geprägt einerseits von der Vaterfigur, der alle diesen Diskussionen offen gegenüberstand und es verstand in seinem Werk das Disparateste souverän zu vereinen, andererseits geprägt vom Umfeld eines oft sehr konservativ ausgerichteten und wenig beweglichen Kleinbürger- und Kleinfürstentums, abhängig von Mäzenen, -Gönnern und diversen Anstellungen, und letztlich auf der Suche nach dem eigenen kosmopolitisch und damit europäisch ausgerichteten Stil und Erfolg. Diesem gesamten Komplex will sich das kleine Symposion annähern, um auf dieser Basis einige wichtige und zentrale Fragen zum Werk der beiden Bachsöhne, auch im Vergleich und in Angleichung zu aktuellen Einflüssen und selbstverständlichen Traditionen, zu den Zeitgenossen und den neuen Maximen stellen.

Das Programm des Symposions finden Sie hier.

Stimme - Kultur - Identität. Vokaler Ausdruck in der populären Musik der USA (1900-1960)

Stimme - Kultur - Identität. Vokaler Ausdruck in der populären Musik der USA (1900-1960). Internationaler Forschungsworkshop

Zeitraum: 6. - 7. Juni 2014
Veranstaltungsort: SR 1, hochschulzentrum am horn, Weimar
Leitung: Prof. Dr. Martin Pfleiderer (Weimar-Jena)

Wie hängen vokale Ausdrucksweisen mit kulturellen Prozessen der Identitätsfindung und -konstruktion zusammen? Lassen sich bestimmte kulturelle Stereotype und Starimages auch an der Art des Singens festmachen? Wie ist vokaler Ausdruck in das komplexe Bedeutungsgeflecht von Songtexten und musikalischen Gestaltungsweisen, von Kleidung, Gestik und Bühnenperformance der Sängerin oder des Sängers eingebunden? Und wie lassen sich vor diesem Hintergrund Popstimmen und Gesangsstile angemessen beschreiben und interpretieren?

Der Forschungsworkshop Stimme, Kultur, Identität. Vokaler Ausdruck in der populären Musik der USA (1900–1960) widmet sich diesen und weiteren Fragen anhand von Fallstudien zu ausgewählten VokalistInnen und Musikgenres. Dadurch soll die Veranstaltung Impulse für die zukünftige wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Stimme und Gesang in der populären Kultur des 20. und 21. Jahrhunderts geben. In der Podiumsdiskussion Pop-Gesang – Herausforderung für die Vokalpädagogik? diskutieren zudem GesangspädagogenInnen und MusikwissenschaftlerInnen gemeinsam Ansätze und Perspektiven einer fundierten Ausbildung im populären Gesang.

Seit Dezember 2011 untersucht das von der DFG geförderte Forschungsprojekt „Stimme und Gesang in der populären Musik der USA (1900–1960)“ die vokalen Ausdrucksweisen in der US-amerikanischen populären Musik – im Blues, Gospel und Rhythm’n’Blues, im populären Musiktheater und im American Popular Song, im Jazz, in der Country Music und Folk Music sowie im Rock’n’Roll und der Popmusik um 1960. Die verschiedenen vokalen Gestaltungsweisen werden dabei hinsichtlich ihrer Wechselwirkungen mit historisch sich wandelnden kulturellen Mustern interpretiert – u.a. mit stereotypisierten Ausdrucksweisen von sozialen Schichten, Ethnien und Regionen in den USA, mit Geschlechterbildern und Vorstellungen von Jugendlichkeit, aber auch mit politischen, moralischen und religiösen überzeugungen. Im Forschungsworkshop sollen die bisherigen Ergebnisse des Forschungsprojektes mit einem internationalen Fachpublikum diskutiert und in interdisziplinäre Forschungszusammenhänge eingebettet werden.

Mehr Informationen unter http://www.hfm-weimar.de/popvoices/workshop.htm

Thüringer Tage der Synagogenmusik

Thüringer Tage der Synagogenmusik. Konzerte, Gottesdienste, internationales Symposium

Zeitraum: 9. - 12. Juli 2014
Veranstaltungsorte: Weimar | Erfurt | Berkach
Leitung: Prof. Dr. Jascha Nemtsov (Weimar-Jena)


Deutschland ist die Heimat der liberalen jüdischen Tradition, die im Geist der Aufklärung geboren wurde. Offenheit, Toleranz und Freiheit des Denkens sind die Grundprinzipien dieser Tradition, die nicht nur das innerjüdische Leben, sondern auch die Beziehungen zum nichtjüdischen Umfeld bestimmen.

An diese geistige Tradition des deutschen Judentums knüpft das heutige jüdische Leben in Thüringen an, das seinen Mittelpunkt in der Jüdischen Landesgemeinde mit ihren ca. 800 Mitgliedern hat. Seit Sommer 2013 leistet die Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar einen wichtigen Beitrag zum jüdischen Leben in Deutschland und Europa: Mit der Errichtung der europaweit ersten Professur für die Geschichte jüdischer Musik wurde in Zusammenarbeit mit dem Abraham Geiger Kolleg die dringend notwendige akademische Basis für die Ausbildung jüdischer Kantoren geschaffen.

Im Rahmen der THÜRINGER TAGE DER SYNAGOGENMUSIK wird dieser musikalische Schatz einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Ein historisches Ereignis stellt der Freitagabend-Gottesdienst in der Alten Synagoge dar – der erste seit der Zerstörung der jüdischen Gemeinde in Erfurt im 14. Jahrhundert.


PROGRAMM

9. Juli, 20:00 Uhr
Hochschule für Musik FRANZ LISZT Musik Weimar, Festsaal Fürstenhaus
Platz der Demokratie 2/3, 99423 Weimar
Eröffnung: Konzert synagogaler Musik mit internationalen Kantoren und dem Kammerchor der Musikhochschule

Das Programm des Eröffnungskonzerts finden Sie hier.

10. Juli, 10:00 – 15:00 Uhr
11. Juli, 10:00 – 17:00 Uhr

Hochschulzentrum am Horn, Hörsaal im 3. OG
Carl-Alexander-Platz 1 / Leibnizallee, 99423 Weimar
Internationales Symposium „Ausbildung jüdischer Kantoren: Geschichte, Standorte, Perspektiven“

Das Programm des Symposiums finden Sie hier.

10. Juli, 18:00 Uhr Synagoge Berkach
Mühlfelder Straße 4, 98631 Berkach / Grabfeld
Konzert synagogaler Musik
In Kooperation mit: Grabfelder Bildungs- und Begegnungsstätte Berkach e.V.

Das Programm des Konzerts finden Sie hier.

11. Juli, 20:00 Uhr Alte Synagoge Erfurt
Waagegasse 8, 99084 Erfurt
Freitagabend-Gottesdienst (Voranmeldung erforderlich)
In Kooperation mit: Museum Alte Synagoge Erfurt

Das Programm des Gottesdientes finden Sie hier.

12. Juli, 9:30 Uhr Neue Synagoge Erfurt
Juri-Gagarin-Ring 16, 99084 Erfurt
Sabbatmorgen-Gottesdienst

VERANSTALTER
• Professur für die Geschichte jüdischer Musik des Instituts für Musikwissenschaft Weimar-Jena, Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar
•    Jüdische Landesgemeinde Thüringen
•    Abraham Geiger Kolleg



Gefördert durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Kontakt:
Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar
Professur für die Geschichte jüdischer Musik
Platz der Demokratie 2/3, 99423 Weimar
E-Mail: antonina.klokova(at)hfm-weimar.de
Tel.: 03643-555276

Das Programm der Thüringer Tage der Synagogenmusik finden Sie hier.

"Quo vadis, Kirchenmusikforschung?"

Tagung der Fachgruppe Kirchenmusik im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung 2014

Zeitraum: 17. September 2014, 10:00–16:00 Uhr
Veranstaltungsort: Universität Greifswald, Audimax, Rubenowstr. 1, Hörsaal 1
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt (Weimar-Jena)

Am 17. September 2014 findet im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung in Greifswald die Fachgruppentagung „Quo vadis, Kirchenmusikforschung?“ statt. Das Symposium möchte Überlegungen zu einer Neujustierung der Fachgruppe in vier Sektionen vorstellen: Zunächst ist eine Methodenreflexion und Standortbestimmung der Kirchenmusikforschung im 19. und 20. Jahrhundert vorgesehen. Im zweiten Teil werden sodann neue kontextuelle Perspektiven diskutiert, die für die Kirchenmusikforschung bedeutsam sind. Es folgt ein methodisches Panel zur Frage, inwiefern neuere Erkenntnisse und Verfahren aus aktuellen Forschungsprojekten fruchtbar zu machen wären. Abschließend möchte sich die Fachgruppe mit Einzelbeispielen als Reflexionen am Gegenstand beschäftigen. Die insgesamt acht Impulsvorträge, die jeweils respondiert und im Plenum diskutiert werden, sondieren im Zuge einer Bestandsaufnahme, Perspektivenweitung und Methodenreflexion neue Wege kirchenmusikgeschichtlicher Forschung und sollen für die zukünftige Ausrichtung der Fachgruppe ideengebend sein.

::: Tagungsflyer (PDF) :::

The Jazzomat Research Project: Issues, Applications and Perspectives for Computational Methods in Music Research

The Jazzomat Research Project: Issues, Applications and Perspectives for Computational Methods in Music Research. International Research Workshop 2014

Zeitraum
: 26. - 27. September 2014
Veranstaltungsort:  hochschulzentrum am horn, Weimar
Leitung: Prof. Dr. Martin Pfleiderer (Weimar-Jena)

The Jazzomat Research Project is situated at the intersection of jazz research, cognitive psychology of creativity, and statistical music analysis. One central aim is to describe and discriminate stylistic features of jazz improvisation by examining jazz solos of various artists and styles with the help of a large computer database and newly developed software tools. Moreover, we want to explore the cognitive foundations of improvisation, test theories about the cognition of creative processes, and evaluate and enhance pedagogical approaches towards jazz improvisation. Furthermore, the project generally aims at advancing statistical and computational methods of music analysis in various areas of music information retrieval.

The Jazzomat Research Project is funded by the German Research Foundation with a three-year grant (October 2012 – September 2015). After the first two years of project runtime, the research workshop aims at presenting, sharing and discussing results of the project and at getting further theoretical and methodological input from international researchers with various areas of expertise. These include style analysis of jazz musicians and genres as well as jazz theory and jazz pedagogy (session 1), psychology of creative processes as well as computer-aided analysis of recurring melodic and rhythmic patterns (session 2), and music information retrieval, esp. the interaction of audio-based and symbolic music data analysis (session 3). Additionally, during an evening roundtable jazz musicians and jazz educators will discuss implications of computational jazz research for jazz education.

More information you can find here.
Download workshop flyer.

Der Hofkapellmeister in Thüringen um 1700

Internationales Symposium anlässlich des 300. Todestages von Philipp Heinrich Erlebach

Zeitraum: 10. bis 11. Oktober 2014
Veranstaltungsorte: Hochschulzentrum am Horn, Weimar und Schloss Heidecksburg, Rudolstadt
Veranstalter: Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena in Zusammenarbeit mit der Academia Musicalis Thuringiae
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Helen Geyer (Weimar-Jena) und Dr. Christian Storch (Florianópolis)
Organisation: Katharina Steinbeck M.A. (Weimar-Jena)
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft

Im Jahr 2014 jährt sich der Todestag des Rudolstädter Hofkapellmeisters Philipp Heinrich Erlebach (1657-1714) zum 300. Mal. Aus diesem Anlass veranstaltet die Academia Musicalis Thuringiae in Kooperation mit dem Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena und der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten ein internationales Symposium, das dem Werk Erlebachs im Kontext der Hofkultur um 1700 gewidmet ist. Konkret geht es um die Funktion des Hofkapellmeisters in Thüringen und Mitteldeutschland zur Zeit des Wirkens Erlebachs am Schwarzburgischen Hof in Rudolstadt.

Das überlieferte Œuvre Erlebachs macht die Problematik einer Rekonstruktion der Musikpflege an thüringischen und mitteldeutschen Residenzen im 17. und 18. Jahrhundert besonders deutlich: Über 90% der Kompositionen Erlebachs gingen bei einem Großbrand auf Schloss Heidecksburg im Jahre 1735 in Flammen auf, lediglich ca. 70 Werke sind erhalten. Auch wenn ein solches Schicksal nicht jedem Kapellmeister zu Teil wurde, so lässt sich doch in vielen Fällen nur erahnen, welchen Umfang die höfische Musikpraxis hatte und welche musikalische Pracht sich tagtäglich entfaltete. So sind von Georg Caspar Schürmann, in den Jahren 1702 und 1703 Kapellmeister am Sachsen-Meiningischen Hofe, aus dieser Zeit gerade einmal zwei Kompositionen erhalten geblieben. Seinem Nachfolger Johann Ludwig Bach erging es nicht wesentlich besser. Die Trauermusik auf den Tod von Herzog Ernst von Sachsen-Meiningen ist noch das eheste Beweisstück seines höfischen Anstellungsverhältnisses.

Gerade der "Nexus Gotha", d.h. die Erbteilung nach dem Tod Herzogs Ernst I. von Sachsen-Gotha im Jahr 1676, hat zu sieben teils Mini-Herzogtümern geführt, in denen um 1700 eine teils verschwenderische Hofmusik zelebriert wurde, wie es aus dem nur für 30 Jahre bestehenden Herzogtum Sachsen-Römhild überliefert ist. Der Hofkapellmeister ist bis heute unbekannt und auch das musikalische wie theatralische Repertoire liegt weitegehend im Dunkeln.

Ähnlich schwierig ist die Quellenlage in den Reußischen Fürstentümern Ostthüringens, die bis heute von der Musikwissenschaft weitgehend ignoriert worden sind.

Das Symposium möchte sich diesem Desiderat widmen und erstmals das thüringische und mitteldeutsche Hofkapellmeisteramt um 1700 in den Fokus rücken. Folgende Themenschwerpunkte sind vorgesehen:
  • Der Hofkapellmeister um 1700: Personen, Werke und Repertoire
  • Hofkapelle, Hoftheater, Hofkirche: Orte musikalischen Wirkens im Funktionsbereich 'Hof'
  • Kompositionen: Gattungen und Stile, kompositorische Einflusssphären
  • Woher? Wohin? Wege der Hofkapellmeister von und nach Thüringen
  • Anstellungsverhältnisse, Besoldungen, Förderungen
  • Bürgerliche Engagements außerhalb des Hofes
Eine Veröffentlichung der Tagungsbeiträge ist geplant.

Workshop–Gespräch zur Ausstellung Luigi Cherubini – Eine Herausforderung. Autographe Bestände

Veranstaltungsort: Jagiellonische Universität Krakau
Veranstalter: Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena in Zusammenarbeit mit dem Institut für Musikwissenschaft der Jagiellonischen Universität in Krakau und der Internationalen Cherubini Gesellschaft e.V.
Termin: 13. November 2014
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Helen Geyer (Weimar-Jena)

Weitere Informationen zum Workshop erscheinen in Kürze.

Maria "inter" confessiones. Das Magnificat in der frühen Neuzeit

Internationales interdisziplinäres Symposium

Zeitraum: 20.–21. November 2014
Veranstaltungsort: Weimar, Petersen-Bibliothek des Goethe-Schiller-Archivs
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt (Weimar-Jena), Sabine Feinen M.A.

::: Tagungsflyer zum Download (PDF) :::

Das Magnificat zählt zu den liturgischen marianischen Hauptgattungen des 15. und 16. Jahrhunderts. Seiner engen Vorlagenbindung, formalen Kleinteiligkeit und extremen Modusfixierung steht ein enormer stilistischer und kombinatorischer Formenreichtum gegenüber, der in bloßer "Gebrauchsmusik" indes kaum nötig gewesen wäre. Hier scheinen sich vielmehr literarische, frömmigkeitsgeschichtliche und im frühen 16. Jahrhundert auch konfessionspolitische Kontexte niedergeschlagen zu haben, die für die musikwissenschaftliche Deutung des Magnificat nicht unerhebliche Konsequenzen haben, bislang aber nicht untersucht worden sind.

So kann die breite Kontextualisierung der Magnificats zum Verständnis beitragen, welche Gestaltungsmöglichkeiten der Komponist im jeweiligen liturgischen Umfeld überhaupt hatte. Funktionale Musik aus ihren Kontexten zu reißen, bedeutet auch, Interpretationsansätze für die Musik selbst zu verschleiern. Bei dieser These setzt die internationale Tagung an, zu der Kirchenhistoriker, Theologen und Musikwissenschaftler aus den USA, der Schweiz, Österreich, Spanien, Großbritannien und Deutschland in einen mehrtägigen Austausch treten.

2013

4. Nachwuchsworkshop des Arbeitskreises Studium Populärer Musik

Zeitraum: 5. und 6. Juli 2013
Veranstaltungsort:
Weimar, Hochschule für Musik FRANZ LISZT, Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena
Veranstalter:
Arbeitskreis Studium Populäre Musik e.V.

Der Arbeitskreis Studium Populäre Musik e.V. (ASPM) hat sich zum Ziel gesetzt, insbesondere den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und zu fordern. Aus diesem Grund veranstaltet der ASPM für alle Nachwuchswissenschaftler/innen vom 5. bis 6. Juli 2013 einen Workshop am Institut für Musikwissenschaft Weimar | Jena der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar. Die Leitung des Workshops wird Dr. des. Sarah Chaker (Institut für Musiksoziologie, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien) übernehmen.

Alle ASPM-Mitglieder (und solche, die es noch werden wollen), die derzeit an einer Master-, Magister-, Diplomarbeit, Dissertation oder einer ähnlichen Qualifizierungsarbeit mit musikalischem Bezug schreiben oder diese vor kurzem fertig gestellt haben, sind herzlich eingeladen, ihre Studie im Rahmen des Workshops vorzustellen.

Der ASPM-Nachwuchsworkshop bietet die Möglichkeit,
  • in einem kleinen und eher informellen Rahmen erste Erfahrungen in der Präsentation eigener wissenschaftlicher Erkenntnisse zu sammeln,
  • sich mit der eigenen Arbeit intensiv und kritisch auseinanderzusetzen,
  • wichtige Anregungen von Außenstehenden für das eigene Forschungsprojekt zu erhalten,
  • sich mit anderen Nachwuchswissenschaftler/innen jenseits der eigenen Hochschule, die sich in einem ähnlichen Lebensabschnitt befinden und dadurch die spezifischen (Arbeits-) Probleme kennen, auszutauschen und zu vernetzen.
Interessierte werden aufgefordert, bis zum 31. März 2013 eine kurze Beschreibung ihrer Arbeit (max. 400 Wörter) an die Workshop-Leiterin zu senden (chaker-s@mdw.ac.at), aus welcher Thema, Fragestellung, Methode, Aufbau, Bearbeitungsstand und ggf. erste Ergebnisse der Arbeit hervorgehen. Besondere Aufmerksamkeit soll den während der Arbeit aufgetretenen Problemen und Bearbeitungsschwierigkeiten gewidmet werden. Bitte geben Sie außerdem an, welche technischen Hilfsmittel Sie für Ihre Präsentation benötigen.

Die Teilnahme am ASPM-Nachwuchsworkshop ist für die Teilnehmer/innen kostenlos. Die Kosten für das Catering trägt der ASPM. Reise- und Übernachtungskosten kann der ASPM nicht übernehmen. Auf Wunsch wird eine Teilnahmebestätigung ausgestellt.

Nähere Informationen

"Befragt" – eine Lohengrin-Diskussion

Zeitraum: 6. September 2013, 11 bis 14 Uhr
Veranstaltungsort: Weimar, Foyer des Deutschen Nationaltheaters Weimar
Veranstalter: Kunstfest Weimar, Deutsches Nationaltheater Weimar und das Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena

Im Vorfeld der Premiere des "Lohengrin" im Deutschen Nationaltheater Weimar am 7. September 2013 treffen Forscher, Künstler und Essayisten in Weimar zusammen, um über dieses mit Weimar durch seine Uraufführung im Jahre 1850 eng verbundene Werk öffentlich zu diskutieren. Neben Praktikern wie dem Komponisten Georg Nussbaumer, der die Lohengrin-Installation am Schießhaus entworfen hat, dem GMD und "Lohengrin"-Dirigenten Stefan Solyom sowie dem Operndirektor und Dramaturgen des DNT Hans-Georg Wegner kommen renommierte Wissenschaftler zu Wort: Der Essayist Michael von Soden (Autor von "Lohengrin ohne Gral, Der diskrete Charme des Schwanenritters", 2011), der Musikwissenschaftler Prof. Dr. Ulrich Konrad (Universität Würzburg) sowie die Initiatorin des Symposions, Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt von der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar. Die Gesprächsrunde wird ergänzt durch musikalische Beiträge.

Die Podiumsdiskussion ist eine gemeinschaftliche Initiative des Kunstfestes pèlerinages (Leitung: Dr. Nike Wagner), dem DNT Weimar und dem Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena. Sie wird flankiert von einer thematisch gebundenen Ausstellung aus den Beständen des Thüringischen Landesmusikarchivs zum "Lohengrin", darunter eine kostbare, durch Spenden ermöglichte frisch restaurierte Partitur des Erstdruckes.

Luigi Cherubini. Vom Autograph zur Aufführung

Zeitraum: 10. bis 12. Oktober 2013
Veranstaltungsort:
Berlin, Universität der Künste
Veranstalter:
Universität der Künste Berlin in Kooperation mit Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Helen Geyer (Weimar-Jena) und Prof. Dr. Christine Siegert (Berlin)

Die internationale und interdisziplinär ausgerichtete Tagung hat sich zum Ziel gesetzt, alle Stadien von der skizzenhaften musikalischen Überlieferung bis zur klingenden Realisierung durch die Zeiten hindurch auszuloten. Ausgewähltes Beispiel ist der im frühen 19. Jahrhundert Maßstäbe setzende Komponist Luigi Cherubini. An seinem Werk lassen sich sehr anschaulich die teils komplizierten Entstehungsprozesse, noch initiiert als Schüler Giuseppe Sartis, verfolgen, bis hin zu den autorisierten Stadien der Drucklegung und zu den höchst komplizierten Umsetzungen auf der Bühne und im Konzertsaal, entsprechend des Wandels des Zeitgeschmacks und der politischen Umstände. Dabei lassen sich Cherubinis verschiedene Schaffensphasen (Italien, revolutionäres und post-revolutionäres Frankreich) deutlich ausdifferenzieren. Grundsätzlich sei vorausgeschickt, dass die heutige Forschungslage zu Cherubini immer noch als rudimentär bezeichnet werden kann, angesichts des enormen Einflusses, den der Komponist sowohl mit seinen Werken als auch als "Institution" auf seine Zeitgenossen ausgeübt hat.

Konsequenterweise stehen zunächst Quellenfragen im Zentrum der Erörterungen, die zugleich helfen werden, zentrale ästhetische und rezeptionsgeschichtliche Aspekte in einem umfassenden geisteswissenschaftlichen Rahmen aufzuzeigen. So ergeben sich über die geplanten Sektionen hinweg Querverbindungen, etwa am Beispiel der Oper Eliza oder der Kirchenmusik. Im Anschluss werden verschiedene Bereiche des Œuvres in den Blick genommen wie die bislang vernachlässigte umfängliche kammermusikalische Vokalmusik. Hinsichtlich der Kirchenmusik gibt es insbesondere noch Fragen zur Quellenüberlieferung und ihrer Einbettung in die zeitgenössische kirchenmusikalische Ästhetik Frankreichs und ihren entsprechenden Usus. Die Beiträge zur Instrumentalmusik fokussieren die Problematik der nur scheinbar widersprüchlichen Pole Traditionsverpflichtung und Modernität.

Ein wesentlicher Aspekt des Cherubinischen Œuvres spielte sich auf der Opernbühne ab: Auch hier steht Cherubini zwischen Tradition und experimentellen Ansätzen im Hinblick auf Raum, Akustik und Illusion, mit einer stets hintergründigen und häufig zu beobachtenden politisch brisanten musikalischen Gestaltung. Immerhin bevölkerten seine Opern nicht nur die Opernbühnen Zentraleuropas. Gerade unter solchen Gesichtspunkten verdienen die Fragen der Rezeption, diskutiert sowohl an internationalen als auch an lokalen Beispielen, ein besonderes Interesse, um an ihnen Strömungen des Zeitgeistes ablesen zu können, die wiederum weit über sich selbst hinausweisen.

Maßgeblich involviert in die Diskussionen sind folgende Fachgebiete: Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft, Germanistik, Philologie und Bibliothekswesen. Sowohl für die Theaterwissenschaft als auch für die Philologie werden sich neue Erkenntnisse gewinnen lassen, die Kernbereiche gerade heutiger Fachdiskussionen betreffen, z.B. Zusammenhänge von Überlieferung und medialen Präsentationsformen. Rezeptionsformen, gerade nach Mittel- und Osteuropa wurden oft über deutsche Textversionen transportiert bzw. durch deutsche Schauspieltruppen verbreitet. Gerade hier ist ein methodisches Zusammenwirken von Musikwissenschaft und Germanistik unabdingbar.

Johann Ludwig Krebs (1713-1780): Neue Perspektiven

Internationales Symposium

Zeitraum:
12. und 13. Oktober 2013
Veranstaltungsort:
Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar, Hochschulzentrum am Horn, Hörsaal
Veranstalter:
Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena in Kooperation mit der Academia Musicalis Thuringiae e.V.
Organisation: Prof. Dr. Helen Geyer und Dr. Christian Storch

Johann Ludwig Krebs (1713-1780) war der vielleicht bedeutendste Schüler Johann Sebastian Bachs. Als Organist wirkte er in Zeitz und Altenburg. Das überlieferte kompositorische Oeuvre besteht vorwiegend aus Orgelwerken; aber auch aus Messen, Kantaten, Motetten und Arien sowie aus Orchester- und Kammermusik.

In Kooperation mit dem der Academia Musicalis Thuringiae (AMT) führt das Institut für Musikwissenschaft Weimar | Jena am 12. und 13. Oktober 2013 ein wissenschaftliches Symposium durch, innerhalb dessen durch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neue Erkenntnisse zu Johann Ludwig Krebs, zu seinen Werken sowie zum biografischen Umfeld vorgestellt, diskutiert und somit auch popularisiert werden sollen.

Eine Publikation der Tagungsbeiträge ist geplant. Das Symposium wird gefördert von der Mitteldeutschen Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V.

Nähere Informationen und Tagungsprogramm

Johann Adam Hiller: Das Orakel. Uraufführung – Ausstellung – Tagung

Zeitraum: 9.–10. November 2013
Veranstaltungsort:
Weimar
Veranstalter:
Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar
Künstlerische Leitung: Prof. Elmar Fulda (Weimar)
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt (Weimar-Jena)
Kurator der Ausstellung und Verantwortung für die Edition: Dr. Christoph Meixner (Weimar-Jena)

Das Ende 2011 vor dem Reißwolf gerettete Singspiel "Das Orakel" von Johann Adam Hiller (1728–1804), das seitdem im Archiv der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar auf seinen großen Auftritt wartet, erklingt am 9. und 10. November 2013 erstmals in Weimar. Das zweiaktige Stück nach einem Libretto von niemand geringerem als Christian Fürchtegott Gellert gehört zu Hillers Frühwerken. Es ist lediglich im Klavierauszug überliefert. Für die anspruchsvolle Rekonstruktion der Partitur wurden Studierende der Kompositionsklassen der Hochschule gewonnen. Rund um die Uraufführung dieser "Weimarer Fassung" finden eine Ausstellung zum Komponisten und eine Tagung statt, um Hiller als einflussreichen mitteldeutschen Biographen, Schriftsteller und Komponisten angemessen zu würdigen. Eine Edition des Klavierauszugs mit beiliegender CD ist geplant.

::: Programm :::

Aktuelles

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