Eignungsprüfung

Eignungsprüfung B.A.-Kernfach Musikwissenschaft

Eine Eignungsprüfung haben nur Bewerber für das B.A.-Kernfach Musikwissenschaft abzulegen. Studierende der FSU Jena, die Musikwissenschaft im Ergänzungsfach belegen möchten, werden von der Eignungsprüfung ausgenommen. In der Eignungsprüfung soll die grundsätzliche Eignung für das Studium festgestellt werden. Hierzu wird der Leistungstand in den Fächern Musiktheorie / Gehörbildung und Klavier ermittelt. In begründeten Ausnahmefällen kann eines der Prüfungsstücke auch auf einem anderen Instrument abgelegt werden. Das zweite Stück ist jedoch in jedem Fall auf dem Klavier vorzuführen.


Prüfungsteile

1. Einstufungstest Musiktheorie / Gehörbildung
Im Prüfungsteil Gehörbildung sollen die Bewerber Tonleitern, Intervalle sowie Dreiklänge und deren Umkehrungen hörend erkennen und benennen. Im Prüfungsteil Musiktheorie werden den Prüflingen Aufgaben zu verschiedenen Schlüsselungen, Oktavbereichen, dem Aufbau von Dur-, Moll-, und Kirchentonleitern, Intervallbildungen sowie Dreiklängen und ihren Umkehrungen gestellt. Der Einstufungstest Musiktheorie/Gehörbildung erfolgt in Form einer Klausur und nimmt ca. 40 min. in Anspruch.

2. Einstufungstest Klavier

Der Eignungstest Klavier gilt lediglich für den Studiengang B.A. Musikwissenschaft mit der Vertiefung "Künstlerische Praxis" (Modul 12 A) und nicht für die Vertiefung "Wissenschaftliche Methodik" (Modul 12 B).

Die Bewerber bereiten zwei Stücke aus verschiedenen Stilepochen vor, die ihrem gegenwärtigen Leistungsstand entsprechen. Der Einstufungstest dient primär der Einteilung der Bewerber in die verschiedenen Leistungsstufen des Klavierunterrichts. Der Schwierigkeitsgrad der Prüfungsstücke sollte sich mindestens im Bereich der folgenden Werke bewegen:
  • J. S. Bach: Zweistimmige Inventionen BWV 772-786 und Dreistimmige Sinfonien BWV 787-801
  • W. A. Mozart: Klaviersonaten KV 545, 570 etc.
  • L. van Beethoven: Klaviersonaten op. 49 Nr. 1, 2
  • R. Schumann: Kinderszenen op. 15 und Album für die Jugend op. 68
  • C. Debussy: Children's Corner

3. Prüfungsgespräch
Das Prüfungsgespräch schließt direkt an das Vorspiel an. Zunächst sollen die Bewerber sich kurz ihre über Stücke äußern, z.B. über deren Gattung, historische Einordnung oder ihren Interpretationsansatz. Im Anschluss daran werden die Prüflinge über Gründe ihrer Studienwahl, ihre Erwartungen an den Studiengang und ihre Studien- und Berufsziele befragt. Stichprobenhafte Fragen zu gängigen Themen aus dem gymnasialen Musikunterricht sowie zu Hör- und Musiziergewohnheiten der Bewerber dürfen ebenfalls erwartet werden. Die aus Klaviervorspiel und Prüfungsgespräch bestehende Prüfungseinheit dauert bis 20 min.

Eignungsprüfung B.A.-Ergänzungsfach Musikpraxis

Die Prüfung wird vom Institut für Musikpädagogik und Kirchenmusik ausgerichtet. Bewerber, die die Eignungsprüfung im Ergänzungsfach Musikpraxis bestanden haben, brauchen keine weiteren Eignungsprüfungen für das Kernfach Musikwissenschaft abzulegen. Sie werden automatisch zum Studium zugelassen.


Prüfungsteile

1. Musizierpraxis

a) Gruppenleitung

Anleitung einer kleinen Gruppe (ca. 10 Personen) zu einer der folgenden selbst gewählten Formen künstlerisch-kommunikativer Arbeit (Dauer: ca. 10 min.):
  • Erarbeitung einer kurzen ein- oder zweistimmigen Melodie, wahlweise mit oder ohne Instrumentalbegleitung (z. B. Volkslied, Kanon, Folk- oder Popsong)
  • Erarbeitung eines kleinen dreistimmigen Chorstückes
  • Erarbeitung eines Sprechstückes, eines rhythmischen Begleitmodells oder einer rhythmischen Komposition
  • Erarbeitung einer kurzen Tanzszene oder Bewegungsstudie
Die Stücke sind selbst auszuwählen und Noten mitzubringen. Es wird nicht erwartet, dass die Erarbeitung zu einem künstlerisch abgeschlossenen Ergebnis führt.

b) Berufspraktisches Klavierspiel
  • selbst begleiteter Vortrag eines Liedes (Volkslied, Gospel o. ä.) in zwei Tonarten
  • Spielen von einfachen und erweiterten Kadenzen
  • Harmonisieren einfacher Volksliedmelodien in einer Unterrichtssituation
  • einstimmige Improvisation auf Kadenzbasis (vom Prüfer am anderen Klavier begleitet)
  • Vom-Blatt-Spiel eines Chorsatzes auf 3 Liniensystemen
  • Dauer: ca. 20 min.

2. Musiktheorie / Gehörbildung

a) Musiktheorie
  • Kenntnis von Oktavbezirken und Schlüsseln
  • Schreiben und Benennen verschiedener Skalen (Dur, Moll, Kirchentonarten)
  • Intervallkenntnisse
  • Schreiben und Benennen von Drei- und Vierklängen
  • vierstimmige Darstellung von Dreiklängen
  • Notieren einfacher und erweiterter Kadenzen (vierstimmiger Klavier- und Chorsatz) in Dur und Moll
  • harmonische Analyse eines mittelschweren klassischen oder frühromantischen Klavierstückes
  • Erfinden einer zweiten Stimme zu einer Volksliedmelodie

b) Gehörbildung
  • hörendes Erkennen von Intervallen (sukzessiv und simultan)
  • Nachschreiben und Benennen von Tonleitern (Dur rein, Moll rein, harmonisch, melodisch, Kirchentonarten)
  • hörendes Erkennen von Dreiklangsarten, -stellungen, -lagen und -umkehrungen
  • hörendes Erkennen von Taktarten; Rhythmusdiktat, einschließlich Punktierungen, Synkopen, Überbindungen und Triolen
  • einstimmiges Melodiediktat in der Schwierigkeit des Themas einer klassischen Sinfonie oder Sonate
  • hörendes Erkennen harmonischer Zusammenhänge: Grundfunktionen (T/t, D, S/s), Dominantseptakkord, Vorhaltsquartsextakkord, Doppeldominante, Parallelklänge

3. Singen und Sprechen

a) Singen
  • Vortrag eines begleiteten Sololiedes
  • Vortrag eines Volksliedes (eine Strophe a cappella)
  • Vortrag eines weiteren Liedes (Genre nach Wahl)
  • bei Schwerpunktfach Gesang: Vortrag eines weiteren Stückes (Genre nach Wahl)
  • Dauer ca. 10 min.

b) Sprechen
  • Vortrag eines Prosatextes (max. 1 Seite)
  • Vortrag eines anspruchsvollen Gedichtes
  • Dauer: ca. 10 min.

4. Instrumentalspiel

a) Künstlerisches Schwerpunktfach

Wählbar sind alle an der Hochschule angebotenen Instrumente sowie Gesang. Der Bewerber legt der Eignungsprüfungskommission eine Liste mit vorbereiteten Stücken mittleren Schwierigkeitsgrades zur Auswahl vor, die je ein Werk aus Barock, Klassik, 19. und 20. Jahrhundert bzw. eine adäquate Vielfalt enthalten soll (Dauer: ca. 20 min).

b) Klavier / Zweitinstrument

Vortrag von zwei Klavierstücken unterschiedlicher Stilepochen und Charaktere. Ist das künstlerische Schwerpunktfach Klavier, erfolgt dieser Prüfungsteil auf einem anderen Instrument. Dauer: ca. 10 min.

Eignungsfeststellungsverfahren B.A.-Ergänzungsfach IMV

Das Eignungsfeststellungsverfahren ist nur von Bewerbern abzulegen, die ein Kernfach an der Philosophischen Fakultät der FSU Jena belegen. Für Bewerber mit dem Kernfach Musikwissenschaft ersetzt die dortige Eignungsprüfung das Eignungsfeststellungsverfahren.

Eignungsprüfung M.Mus. Musiktheorie

Die folgenden Anforderungen gelten sowohl für den Zweifach-Master (4 Semester, 120 CP) als auch für den Master Musiktheorie mit Profil (4 Semester, 120 CP).

1. Musiktheorie, schriftlich, 90 Minuten

Drei Aufgaben aus drei verschiedenen Epochen – mögliche Themenbereiche:
  • Stilkopie der Renaissance im zweistimmigen Vokalsatz
  • Vierstimmiger Choralsatz im Stile Johann Sebastian Bachs
  • Tonsatz aus dem Bereich der Wiener Klassik (z.B. Menuett), etwa für Streichquartett
  • Stilkopie eines romantischen Klavierstückes
  • Harmonische Analyse (etwa späte Wiener Klassik oder Romantik)
  • Modulationen, z.B. in einer Duo
  • Besetzung mit Blasinstrument und Klavier
  • Freier drei- oder vierstimmiger Satz zu einer Volksliedmelodie

2. Musiktheorie, mündlich, 15 Minuten

Vom-Blatt-Analyse mit Diskussion und Reflexion musiktheoretischer Systeme


3. Gehörbildung, schriftlich, 45 Minuten

Drei Aufgaben, davon mindestens eine von CD / Tonträger – mögliche Aufgabenstellungen:
  • Einstimmig freitonal
  • Zweistimmig polyphon
  • Gerüstsätze (Oberstimme und Bass notieren)
  • Generalbassreihe
  • Vierstimmig (z.B. homophoner Satz)
  • Lückendiktate (Partiturtext mit Auslassungen, mindestens vierstimmig)

4. Gehörbildung, mündlich, 10 Minuten

Höranalyse eines Beispiels von Tonträger / CD