Tagungen | Kongresse | Gastvorträge

2016

Instrumentaler Klassenunterricht

Fachtagung

Zeitraum:
8.–9. Januar 2016
Veranstaltungsort: Weimar, Klostergebäude Am Palais
Veranstalter: Institut für Musikpädagogik und Kirchenmusik in Kooperation mit dem Verein "Klasse(n)Streicher e.V."

Die Fachtagung beschäftigt sich mit der Förderung von Instrumentalunterricht an allgemeinbildenden Schulen, behandelt Themen wie "Nutzen aktiven Musizierens in Instrumentalklassen", "Musizieren im Team" und bietet Workshops in den Fächern Streichinstrumente, Percussion, Bandarbeit u.a.m. Die Tagung wendet sich an MusikschuldirektorInnen, SchulleiterInnen und in Instrumentalklassen tätige Lehrpersonen sowie Studierende.

"Musiktheorie in der Schule – Schulen der Musiktheorie" X. Weimarer Tagung – Musiktheorie und Hörerziehung

Unterrichtsangebote für Musikpädagogen

Zeitraum:
26.–28. Februar 2016
Veranstaltungsort: Weimar, Klostergebäude Am Palais
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Jörn Arnecke (Weimar-Jena)
Veranstalter: Zentrum für Musiktheorie Weimar

Die Weimarer Tagung feiert Jubiläum! Zum zehnten Mal findet sie statt – diesmal rückt sie die Verbindung von Musikpädagogik und Musiktheorie, die Ausgangspunkt der Tagung war, in den Mittelpunkt. Welche Chancen und Ziele, aber auch Probleme birgt die Vermittlung von Musiktheorie in der Schule? Und wie lässt sich Wissen in unserer pluralistisch geprägten Zeit durch verschiedene musiktheoretischen "Schulen" untermauern und reflektieren? Hierzu begrüßen wir wie jedes Jahr renommierte Dozenten und Diskussionsteilnehmer.

Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt des Zentrums für Musiktheorie der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar, der Fachrichtung Komposition / Tonsatz der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig und des Instituts für Musik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH) und dem Landesverband Thüringen des Verbands Deutscher Schulmusiker (VDS).

Anmeldung bis zum 15. Februar 2016 bei Frau Manuela Jahn, hochschulzentrum am horn, Raum 024, Tel. 03643  | 555 186.

::: Tagungsprogramm (PDF) :::

Komponisten dirigieren: gestern und heute

Musikwissenschaftliches Symposium zum 100. Todesjahr von Max Reger

Zeitraum:
14.–15. Mai 2016
Veranstaltungsort: Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar
Veranstalter: Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena, Max-Reger-Archiv Meiningen
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt (Weimar-Jena), Dr. Maren Goltz (Meiningen)

Für die Wissenschaft ist der Komponist Max Reger noch immer eine Neuentdeckung: Wo steht er eigentlich zwischen der Tradition des verklingenden 19. Jahrhunderts und der anbrechenden Moderne? Wie ist die Vielfalt aus Klängen und Stilen zu erklären, wenn es selbst den Zeitgenossen unmöglich war, den Komponisten in einer historischen "Schublade" unterzubringen? Seine Position "zwischen allen Stühlen" macht ihn heute umso interessanter für Künstler und Wissenschaftler, bietet viel Raum für neugierige Fragen.

Reger war zeitlebens fasziniert vom Dirigieren, das ihn am Pult der berühmten "Meininger" besonders forderte. Hier dirigierte er eigene und fremde Werke, hier prägte er einen typischen "Meininger Klang" zwischen Tradition und Innovation. Das internationale wissenschaftliche Symposium möchte Max Reger mit anderen dirigierenden Komponisten seiner Zeit bis heute vergleichen: Wie verhalten sich bedeutende Komponisten am Dirigierpult? Wie gehen sie mit fremden und wie mit eigenen Werken um? Wie prägen sie dem Orchester "ihren Klang" ein? Und wie prägt das Orchester den Komponisten?

::: Tagungsflyer (PDF) :::

::: Nähere Informationen zum Max Reger Festjahr :::

2015

"Warum ist Musik erfolgreich?" IX. Weimarer Tagung – Musiktheorie und Hörerziehung

Unterrichtsangebote für Musikpädagogen

Zeitraum:
6.–8. März 2015
Veranstaltungsort: Weimar, Klostergebäude Am Palais
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Jörn Arnecke (Weimar-Jena)
Veranstalter: Zentrum für Musiktheorie Weimar

In "Musiktheorie und Hörerziehung" geht es oft um die Qualitäten eines Werkes: Diese werden aufgeschlüsselt und differenziert dargestellt. Der Erfolg spielt indirekt eine Rolle – in der Auswahl der Werke und auch in der Erwartungshaltung, mit der man sich der Musik nähert. Nicht immer aber zeichnen sich erfolgreiche Stücke durch hohe Qualität aus – und nicht immer erleben qualitativ hochwertige Werke großen Erfolg. Qualität und Erfolg bilden also ein natürliches Spannungsfeld, in dem sich die IX. Weimarer Tagung bewegen wird.

Die Frage "Warum ist Musik erfolgreich?" erhält so vielfältige Bedeutungsschichten: Wir untersuchen Meisterwerke, die ins häufig gespielte Repertoire gelangt sind, und Komponisten, die berühmt wurden – wir beleuchten aber auch Komponisten, deren Qualität mutmaßlich höher ist als ihre Bekanntheit; wir widmen uns Komponisten, deren Rezeption zu Lebzeiten anders ausfiel als heute, und wir fragen nach Erfolgsstrategien in der U-Musik und in der Filmmusik.

::: Tagungsprogramm :::

"Sie ist gerichtet! – Ist gerettet!" Eduard Lassens Musik zu Goethes Faust op. 57. Wiederaufführungen und interdisziplinäres Symposium

Zeitraum: 17.–18. April 2015
Veranstaltungsort: Saalfeld (Meininger Hof), Weimar (hochschulzentrum am horn) und Rudolstadt (Theater, Großes Haus)
Veranstalter: Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena, Theater Rudolstadt
Wissenschaftliche Leitung: Hannah Lütkenhöner, M.A. und Prof. Dr. Detlef Altenburg (Weimar-Jena)

Noch in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts galt der einstige Weimarer Hofkapellmeister Eduard Lassen (1830–1904) in der Musikwelt wie der Bühnenpraxis als einer der wegweisenden Komponisten deutscher Schauspielmusik. Namentlich seine Musik zur ersten Gesamtaufführung beider Teile des Goethe’schen Faust im Jahre 1876 machte international Furore. Bevor der Komponist durch die Nationalsozialisten von den Spielplänen verdrängt wurde, war dieses Werk bis ins 20. Jahrhundert in zahlreichen Inszenierungen erklungen.

Ausgehend von neuen Forschungsergebnissen initiiert das Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena gemeinsam mit dem Theater Rudolstadt eine konzertante Wiederaufführung, die abseits der ausgetretenen Pfade des heute gebräuchlichen Repertoirekanons eine ungewöhnliche ästhetische Grenzerfahrung zwischen Schauspiel, Musikdrama und Konzert verspricht. Zugleich lädt das Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena zu einem Symposium ein, um über den Entstehungshintergrund, die einmalige Rezeptionsgeschichte sowie die aufführungspraktischen Herausforderungen des Werkes öffentlich zu diskutieren.

Das Symposium wird gefördert durch den Kreativfonds der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar.

::: Programmflyer (PDF) :::

::: Nähere Informationen zur Wiederaufführung :::

Bild, Musik, Text. Konfessionelle Propaganda des 16. Jahrhunderts

Interdisziplinäre Tagung

Zeitraum:
20. November 2015
Veranstaltungsort: Landesmusikakademie Sondershausen (Carl-Scheppig-Saal)
Veranstalter: Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena, Landesmusikakademie Sondershausen
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt (Weimar-Jena) und Prof. Dr. Eckart Lange (Weimar)

Das 16. Jahrhundert wird in der Forschungsliteratur häufig als das "Zeitalter der Konfessionalisierung" bezeichnet, um die mitunter gewaltsamen Entwicklungen der geistigen und organisatorischen Verfestigung der seit der Glaubensspaltung auseinanderstrebenden christlichen Bekenntnisse zu beschreiben. Diese inneren wie äußeren Konsolidierungsprozesse der Konfessionsbildung, die sich parallel im Katholizismus, Luthertum und Calvinismus vollzogen, erfolgten nicht nur auf den diskursmächtigen Ebenen von Religion und Politik, sondern durchzogen auch die Künste. Dabei fungierten Malerei, Musik oder Literatur häufig als konfesionelles Propagandamittel.

Das Symposium wird gefördert vom Freistaat Thüringen

::: Tagungsprogramm (PDF) :::

2014

Musik, Reformation und Politik im 16. Jahrhundert.

Internationale Arbeitstagung im Themenjahr der Reformationsdekade "Reformation und Politik"

Zeitraum:
25.–26. Januar 2014
Veranstaltungsort: Sondershausen
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Eckart Lange (Weimar) und Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt (Weimar-Jena)

Vom 25. bis 26. Januar 2014 findet zum Thema "Musik, Reformation und Politik im 16. Jahrhundert" an der Thüringer Landesmusikakademie Sondershausen im Themenjahr der Reformationsdekade "Reformation und Politik" eine Arbeitstagung als Kooperationsprojekt der Landesmusikakademie und des Instituts für Musikwissenschaft Weimar | Jena statt. Renommierte Historiker, Theologen und Musikwissenschaftler diskutieren interdisziplinär u.a. über die Auswirkungen der konfessionellen Wandel auf Liturgie und Musik (nicht nur in Thüringen), sei es über die (theologischen und/oder musikalischen) Mischliturgien in der Durchdringung katholischer und reformatorischer Praktiken, sei es über Protagonisten Theoretiker, Politiker, Komponisten, Musiker, Notendrucker, etc.), die dem Wandel unterworfen waren und sich konfessionell "anzupassen" hatten, oder sei es über (theologische und/oder musikalische) Quellen, die Korruptionen in der einen oder anderen Stoßrichtung erfahren haben und nun Aussagen über die Zeit des Wandels geben können. Organisiert wird des Weiteren ein thematisch passendes Konzert.

::: Tagungsprogramm :::

Komponistenwitwen. Musikwissenschaftliche Tagung

Zeitraum: 14.–16. Februar 2014
Veranstaltungsort: Würzburg, Institut für Musikforschung
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Ulrich Konrad (Würzburg) und Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt (Weimar-Jena)

Seit im späten 18. Jahrhundert das historische Erinnern an große Gestalten der Musik und zugleich die Vorstellung von zeitenthoben autonomen Künstlergestalten einsetzten, gewann die Sorge um künstlerische Nachlässe durch hinterbliebene Ehefrauen über den rein juristischen Akt des Erbens hinaus zunehmend an Bedeutung. Zu den Obliegenheiten von Komponistenwitwen gehörte es nun nicht nur, Material zu verwahren und/oder an geeignete Personen und Institutionen zu übergeben, sondern auch, eine nachhaltige Gedächtniskultur zu begründen. Entsprechend unterschiedlich wie die verstorbenen Komponisten waren freilich die Ambitionen und Initiativen der Witwen – sie reichen von Werkeditionen über "authentische" Interpretationen (mit der Kanonisierung eines Kernrepertoires) bis hin zu Denkmal-Stiftungen. Die Leistungen der Nachlassverwalterinnen und deren Bedeutung für die Rezeptionsgeschichte sind allerdings bislang in der Musikwissenschaft nur ansatzweise in den Blick genommen worden. Bei dem geplanten Symposion soll das Handeln von Komponistenwitwen aus systematischer wie aus historischer Perspektive betrachtet und angemessen gewürdigt werden. Aus-gehend von Constanze Mozart, der vielleicht ersten genuinen Komponistenwitwe im gedachten Sinn, sollen Cécile Mendelssohn Bartholdy, Clara Schumann, Cosima Wagner, Elsa Reger und andere Persönlichkeiten in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt werden.

::: Tagungsprogramm :::

VIII. Weimarer Tagung – Musiktheorie und Hörerziehung

Zeitraum: 28. Februar bis 2. März 2014
Veranstaltungsort: Weimar, Klostergebäude Am Palais
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Jörn Arnecke (Weimar)

Wer vom Weimarer Marktplatz die wenigen Schritte zum Hauptgebäude der Hochschule für Musik FRANZ LISZT zurücklegt, der läuft an einer Gedenktafel vorbei: Sie verweist darauf, dass Carl Philipp Emanuel Bach hier am 8. März 1714 zur Welt kam. Im alltäglichen Leben ist der Komponist also präsent, doch in Konzert und (Hoch-)Schule und auch im musiktheoretischen Diskurs bleiben viele Leerstellen, die wir anlässlich seines 300. Geburtstags füllen möchten. Ausgehen wird dies von werkbezogenen Betrachtungen, doch soll der Kreis größer geschlagen werden bis hin zu Interpretation und Aufführungspraxis. Wir spielen Musik – im schönsten Doppelsinn: Denn Musiktheorie spielend lernen bzw. spielerisch vermitteln, in der Schule und an der Hochschule, steht im Zentrum des zweiten Themenschwerpunkts. Gleich drei Workshops laden zum Ausprobieren und Mitmachen ein. Auch im traditionellen "Streitgespräch Analyse" stehen "Spiele" auf dem Programm, nämlich György Kurtágs Zyklus für Klavier zu zwei und vier Händen. Schon durch die Themenwahl sollen Schule und Hochschule aufeinander eingehen und voneinander profitieren – deshalb verbinden sich hierfür das Zentrum für Musiktheorie der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar, die Fachrichtung Komposition / Tonsatz der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig und das Institut für Musik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit der Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH) und dem Landesverband Thüringen des Verbands Deutscher Schulmusiker (VDS). Als neues Format erproben wir in Zusammenarbeit mit dem Verein "Bach in Weimar" eine Kombination von Konzert und Vortrag.

::: Tagungsprogramm :::

Claudio Monteverdi und ästhetische Fragen des 17. Jahrhunderts

Öffentliches Blockseminar und Gastvortrag mit Prof. Dr. Massimo Ossi

Zeitraum:
14.–17. April 2014
Veranstaltungsort: Weimar und Jena

Professor Dr. Massimo Ossi von der Indiana University in Bloomington wird ein Blockseminar anbieten und eine öffentliche Vorlesung halten. Im Rahmen des Seminars werden die Madrigale von Claudio Monteverdi, Andrea Gabrieli und Giaches de Wert untersucht. Im öffentlichen Vortrag "Venus, Mars and Comus: Structure and Interpretation of Monteverdis Madrigali Guerreri et Amorosi (1638)" wird er u.a. über erotische, komische und parodistische (nicht im musikwissenschaftlichen Sinne) Aspekte der Gedichte und Monteverdis musikalischer Textinterpetation sprechen.

Professor Dr. Massimo Ossi ist ein angesehener Spezialist für die italienische Musik des frühen 17. Jahrhunderts, italienische Musiktheorie, Ästhetik, Poesie und das italienische Madrigal. Für seine wissenschaftliche Arbeit erhielt er Preise von solch wichtigen Institutionen, wie National Endowment for the Humanities,  the American Musicological Society und Harvard University Center For Italian Renaissance Studies (Villa I Tatti). Seine Aufsätze wurden in the Journal of Musicology, Journal of the American Musicological Society und in Studi Musicali publiziert. Für die neue Fassung von The New Grove und die neue Ausgabe der MGG verfasste er zahlreiche Artikel.


Termine
Mo 14.04., 17:00–20:00 Uhr | hochschulzentrum am horn, Seminarraum 2
Diskussion des 7. Buches der Madrigale von Claudio Monteverdi (1619)

Di 15.04., 17:00–20:00 Uhr | hochschulzentrum am horn, Seminarraum 1
Diskussion des 7. Buches der Madrigale von Claudio Monteverdi (1619)

Mi 16.04., 18:30–20:00 Uhr | hochschulzentrum am horn, Hörsaal
Gastvortrag "Venus, Mars and Comus: Structure and Interpretation of Monteverdis Madrigali Guerreri et Amorosi (1638)"

Do 17.04., 10:15–11:45 Uhr und 14:15–15:45 Uhr | FSU Jena, Seminarraum 166
Darstellung der Madrigali a 3 (7. Buch) von Andrea Gabrieli und Il settimo libro de madrigali a cinque voci von Giaches de Wert

Weitere Informationen finden Sie hier.

Zwischen den Zeiten: Die Weimarer Bachsöhne – Aufbruch in die Moderne

Symposion anlässlich des 300. Geburtstages von Carl Philipp Emanuel Bach

Zeitraum: 1.–2. Mai 2014
Veranstaltungsort: Weimar, Hochschule für Musik FRANZ LISZT, Festsaal Fürstenhaus
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Helen Geyer (Weimar-Jena)

2014 feiert die Geburtsstadt von C. Ph. E. Bach den 300. Geburtstag des großen Sohnes der Stadt, des zweiten berühmten Bachsohnes, denn Wilhelm Friedemann Bach wurde schon im Jahre 1710, also vier Jahre zuvor, in der Residenzstadt Weimar geboren. Der Vater J.S. Bach hatte den nächsten Karriere- und Reputationsschritt am Hof zu Weimar bewältigt, seine beiden hochvermögenden Söhne wuchsen in unmittelbarer Nähe zum Schloss auf,  in einer Zeit, die von neuen Prinzipien und ästhetischen wie philosophischen Maßstäben geprägt war. Es war die Zeit nicht nur eines erstarkenden Handelsbürgertums, neuer sich verstärkender Handelswege, unabhängig eingefahrener Beziehungen der Nobilität und der Interessenpolitik, die auf andere Aspekte gelagert war, es war die Zeit einer neuartigen Besinnung über Wahrhaftigkeit, Reinheit und Schönheit einer systematischen Entdeckung der Natur und damit Naturwissenschaft und der damit parallel verlaufenden Aufklärung, geprägt von widersprüchlichen Thesen und Einstellungen, es war eine Zeit einer sukzessiv sich entwickelnden neuartigen Stilsetzung, welche auch musikalische Maßstäbe betraf: Die Stile wandelten sich, die Diskussion um den richtigen, wahren, aber auch dem Anlass und usus gemäßen Stil erfuhr teilweise heftige und kontrovers geführte Debatten, und zwar auf europäischer Ebene. An Auseinandersetzungen dieser Art beteiligten sich italienische, französische und deutsche Philosophen und ästhetische Denker; viele Ideen fanden ihre große Verbreitung in den damaligen Zeitschriften und Publikationsorganen. In diese Jahrzehnte einer anwachsenden ersten Vermassung einer sehr schnellen und einer relativ breiten Öffentlichkeit zugänglichen Verbreitung von Nachrichten und neuen Ideen eines gewissen Aufschwungs und einer Art "Revolte", unter den Prämissen neuer ästhetischer und ethischer Maxime, wuchsen die beiden "großen" Weimarer Bachsöhne hinein, geprägt einerseits von der Vaterfigur, der alle diesen Diskussionen offen gegenüberstand und es verstand in seinem Werk das Disparateste souverän zu vereinen, andererseits geprägt vom Umfeld eines oft sehr konservativ ausgerichteten und wenig beweglichen Kleinbürger- und Kleinfürstentums, abhängig von Mäzenen, -Gönnern und diversen Anstellungen, und letztlich auf der Suche nach dem eigenen kosmopolitisch und damit europäisch ausgerichteten Stil und Erfolg. Diesem gesamten Komplex will sich das kleine Symposion annähern, um auf dieser Basis einige wichtige und zentrale Fragen zum Werk der beiden Bachsöhne, auch im Vergleich und in Angleichung zu aktuellen Einflüssen und selbstverständlichen Traditionen, zu den Zeitgenossen und den neuen Maximen stellen.

::: Programm :::

Stimme, Kultur, Identität: Vokaler Ausdruck in der populären Musik der USA (1900-1960)

Internationaler Forschungsworkshop

Zeitraum: 6.–7. Juni 2014
Veranstaltungsort: Weimar, Hochschule für Musik FRANZ LISZT, hochschulzentrum am horn (Seminarraum 1)
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Martin Pfleiderer (Weimar-Jena)

Wie hängen vokale Ausdrucksweisen mit kulturellen Prozessen der Identitätsfindung und konstruktion zusammen? Lassen sich bestimmte kulturelle Stereotype und Starimages auch an der Art des Singens festmachen? Wie ist vokaler Ausdruck in das komplexe Bedeutungsgeflecht von Songtexten und musikalischen Gestaltungsweisen, von Kleidung, Gestik und Bühnenperformance der Sängerin oder des Sängers eingebunden? Und wie lassen sich vor diesem Hintergrund Popstimmen und Gesangsstile angemessen beschreiben und interpretieren?

Der Forschungsworkshop widmet sich diesen und weiteren Fragen anhand von Fallstudien zu ausgewählten Vokalisten und
Musikgenres und will dadurch Impulse für die zukünftige wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Stimme und Gesang in der populären Kultur des 20. und 21. Jahrhunderts geben. In einem Roundtable-Gespräch sollen zudem Ansätze und Perspektiven einer fundierten Ausbildung im populären Gesang in der Vokalpädagogik diskutiert werden.

::: Programm :::

Nähere Informationen: www.hfm-weimar.de/popvoices/workshop.htm

Musik vor 1600

Gemeinsames Forschungskolloquium

Zeitraum: 13. Juni 2014
Veranstaltungsort: Weimar, Hochschule für Musik FRANZ LISZT, hochschulzentrum am horn (Seminarraum 1)
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt (Weimar-Jena), Prof. Dr. Michael Klaper (Weimar-Jena) und Prof. Dr. Andreas Haug

Wenn allgemein zutrifft, dass je länger und intensiver wir uns mit zeitlich oder räumlich fernen Kulturen auseinandersetzen, uns diese umso ferner und fremder erscheinen, dann gilt dies nicht zuletzt für die europäischen Musikkulturen zwischen 800 und 1600. Gerade deshalb aber, weil wir durch die Wahrnehmung dieser Andersartigkeit viel über uns selbst erfahren, erscheint die Beschäftigung mit der Musikgeschichte des genannten Zeitraums lohnend und faszinierend.

Das Forschungskolloquium möchte sich aktuellen Fragestellungen in Vorträgen und Diskussionen nähern und auf diese Weise dem "Anderen" der europäischen Musikgeschichte ein Forum bieten. Zu Wort kommen neben NachwuchswissenschaftlerInnen auch Gastvortragende und eigens eingeladene, international renommierte Respondenten.

::: Programm :::

Nähere Informationen: www.musikvor1600.de

Thüringer Tage der Synagogenmusik Weimar | Erfurt | Berkach

Zeitraum: 9.–12. Juli 2014
Veranstaltungsort: Weimar, Erfurt, Berkach
Veranstalter: Professur für die Geschichte der jüdischen Musik (Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar), Jüdische Landesgemeinde Thüringen, Abraham Geiger Kolleg
Leitung: Prof. Dr. Jascha Nemtsov (Weimar-Jena)

Deutschland ist die Heimat der liberalen jüdischen Tradition, die im Geist der Aufklärung geboren wurde. Offenheit, Toleranz und Freiheit des Denkens sind die Grundprinzipien dieser Tradition, die nicht nur das innerjüdische Leben, sondern auch die beziehungen zum nichtjüdischen Umfeld bestimmen.

An diese geistige Tradition des deutschen Judentums knüpft das heutige jüdische Leben in Thüringen an, das seinen Mittelpunkt in der Jüdischen Landesgemeinde mit ihren ca. 800 Mitgliedern hat. Seit Sommer 2013 leistet die Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar einen wichtigen Beitrag zum jüdischen Leben in Deutschland und Europa: Mit der Errichtung der europaweit ersten Professur für die Geschichte jüdischer Musik wurde in Zusammenarbeit mit dem Abraham Geiger Kolleg die dringend notwendige akademische Basis für die Ausbildung jüdischer Kantoren geschaffen.

Im Rahmen der Thüringer Tage der Synagogenmusik wird dieser musikalische Schatz einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Ein historisches Ereignis stellt der Freitagabend-Gottesdienst in der Alten Synagoge dar - der erste seit der Zerstörung der jüdschen Gemeinde in Erfurt im 14. Jahrhundert.

::: Programm :::

"Quo vadis, Kirchenmusikforschung?"

Tagung der Fachgruppe Kirchenmusik im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung 2014

Zeitraum: 17. September 2014, 10:00–16:00 Uhr
Veranstaltungsort: Universität Greifswald, Audimax, Rubenowstr. 1, Hörsaal 1
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt (Weimar-Jena)

Am 17. September 2014 findet im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung in Greifswald die Fachgruppentagung „Quo vadis, Kirchenmusikforschung?“ statt. Das Symposium möchte Überlegungen zu einer Neujustierung der Fachgruppe in vier Sektionen vorstellen: Zunächst ist eine Methodenreflexion und Standortbestimmung der Kirchenmusikforschung im 19. und 20. Jahrhundert vorgesehen. Im zweiten Teil werden sodann neue kontextuelle Perspektiven diskutiert, die für die Kirchenmusikforschung bedeutsam sind. Es folgt ein methodisches Panel zur Frage, inwiefern neuere Erkenntnisse und Verfahren aus aktuellen Forschungsprojekten fruchtbar zu machen wären. Abschließend möchte sich die Fachgruppe mit Einzelbeispielen als Reflexionen am Gegenstand beschäftigen. Die insgesamt acht Impulsvorträge, die jeweils respondiert und im Plenum diskutiert werden, sondieren im Zuge einer Bestandsaufnahme, Perspektivenweitung und Methodenreflexion neue Wege kirchenmusikgeschichtlicher Forschung und sollen für die zukünftige Ausrichtung der Fachgruppe ideengebend sein.

::: Tagungsflyer (PDF) :::

The Jazzomat Project - Issues, Applications & Perspectives for Compuational Methods in Music Research

Internationaler Forschungsworkshop

Zeitraum: 26.–27. September 2014
Veranstaltungsort: Weimar, Hochschule für Musik FRANZ LISZT, hochschulzentrum am horn
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Martin Pfleiderer (Weimar-Jena)

The Jazzomat Research Project is situated at the intersection of jazz research, cognitive psychology of creativity, and statistical music analysis. One central aim is to describe and discriminate styles of jazz improvisation by examining jazz solos of various artists and styles with the help of a large computer database and newly developed software tools. Moreover, we want to explore the cognitive foundations of improvisation, test theories about the cognition of creative processes, and evaluate and enhance pedagogical approaches towards jazz improvisation. Furthermore, the project generally aims at advancing statistical and computational methods of music analysis in various areas of music information retrieval.

::: Programm (PDF) :::

Die Funktion des Hofkapellmeisters in Thüringen und Mitteldeutschland um 1700

Internationales Symposium anlässlich des 300. Todestages von Philipp Heinrich Erlebach

Zeitraum: 10.–11. Oktober 2014
Veranstaltungsort: Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar (Hochschulzentrum am Horn) und Schloss Heidecksburg, Rudolstadt
Veranstalter: Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena in Zusammenarbeit mit der Academia Musicalis Thuringiae | In Kooperation mit der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Helen Geyer (Weimar-Jena) und Dr. Christian Storch (Göttingen)

2014 jährt sich der Todestag Philipp Heinrich Erlebachs, des ehemaligen Hofkapellmeisters von Schwarzburg-Rudolstadt, zum 300. Mal. Der in der Musikgeschichtsschreibung lange Zeit vernachlässigte und unterschätzte Komponist soll – wie auch seine wenigen von ehemals über eintausend Werken erhaltenen Kompositionen (darunter Kantaten, Liedersammlungen, Motetten, Ouvertüren und Kammermusikwerke) – neu ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit gerückt werden. Eine fundierte Auseinandersetzung mit seinem Œuvre erscheint umso notwendiger, als ein Großteil seiner erhaltenen Werke bislang nur unediert vorliegt.

Auch scheinen Informationen zur Biografie des ehemaligen Hofkapellmeisters von Schwarzburg-Rudolstadt wie auch Erörterungen zu seinen Kompositionen und deren Kontextualisierungen in der höfischen Musikpraxis Thüringens und Mitteldeutschlands bis heute lückenhaft. Die Verortung seiner Musik in der Stilistik des Hochbarock zwischen Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach sowie im Kontext der thüringischen und mitteldeutschen Musikgeschichte wird dabei im Zentrum des zweitägigen Symposiums stehen.  Eine Veröffentlichung der Tagungsbeiträge ist geplant.

::: Tagungsprogramm (PDF) :::

Das vollständige Programm finden Sie unter www.amt-ev.de/de/erlebach-symposium.php

Maria "inter" confessiones. Das Magnificat in der frühen Neuzeit

Internationales interdisziplinäres Symposium

Zeitraum: 20.–21. November 2014
Veranstaltungsort: Weimar, Petersen-Bibliothek des Goethe-Schiller-Archivs
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt (Weimar-Jena), Sabine Feinen M.A.

Das Magnificat zählt zu den liturgischen marianischen Hauptgattungen des 15. und 16. Jahrhunderts. Seiner engen Vorlagenbindung, formalen Kleinteiligkeit und extremen Modusfixierung steht ein enormer stilistischer und kombinatorischer Formenreichtum gegenüber, der in bloßer "Gebrauchsmusik" indes kaum nötig gewesen wäre. Hier scheinen sich vielmehr literarische, frömmigkeitsgeschichtliche und im frühen 16. Jahrhundert auch konfessionspolitische Kontexte niedergeschlagen zu haben, die für die musikwissenschaftliche Deutung des Magnificat nicht unerhebliche Konsequenzen haben, bislang aber nicht untersucht worden sind.

So kann die breite Kontextualisierung der Magnificats zum Verständnis beitragen, welche Gestaltungsmöglichkeiten der Komponist im jeweiligen liturgischen Umfeld überhaupt hatte. Funktionale Musik aus ihren Kontexten zu reißen, bedeutet auch, Interpretationsansätze für die Musik selbst zu verschleiern. Bei dieser These setzt die internationale Tagung an, zu der Kirchenhistoriker, Theologen und Musikwissenschaftler aus den USA, Österreich und Deutschland in einen mehrtägigen Austausch treten.

::: Tagungsflyer (PDF) :::

Tanz / Performance / Musikinstrument

Fachtagung des ICTM International Council for Traditional Music (UNESCO/NGO)

Zeitraum: 28.–29. November 2014
Veranstaltungsort: Weimar
Veranstalter: Deutsches Nationalkomitee des ICTM (International Council for Traditional Music) mit dem Studienprofil Transcultural Music Studies (Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena)

Mit der Performativität des Musizierens verbindet sich ein erweitertes Musikverständnis, das in der Beziehung von musikalischem Klang mit Bewegung, Tanz, Drama, Gestik, Inszenierung usw. zum Ausdruck kommt. Die Erforschung von musikalischer Performance steht hiermit insgesamt vor neuen methodischen und epistemologischen Herausforderungen. Musikalische Praxis, Musikinstrumente und die performing arts insgesamt erhalten mit diesem neuen Konzept zunehmend politisch und symbolisch geprägte Bedeutungszuschreibungen, die deutlich machen, dass Musik nicht nur Geschichte beinhaltet und widerspiegelt, sondern dabei mitwirkt, sie aktiv zu gestalten.

Zum Symposium werden MusikethnologInnen aus ganz Deutschland sowie aus Ghana, Schweiz, Südafrika, Kroatien, Österreich und der Schweiz erwartet. An zwei Tagen widmen sich die ReferentInnen in ihren Beiträgen dem Tagungsthema "Tanz / Performance / Musikinstrument"; in freien Berichten werden sie Einblicke in ihre rezenten Forschungen präsentieren. Implizit hierzu stellen sich u.a. Fragen zur Umsetzung von Musik in Bewegung, zu Methoden ihrer Erforschung und zu ihrer erneuerten Sichtbarkeit im globalen und medialen Zeitalter.

::: Tagungsflyer (PDF) :::

2013

4. Nachwuchsworkshop des Arbeitskreises Studium Populärer Musik

Zeitraum: 5. und 6. Juli 2013
Veranstaltungsort:
Weimar, Hochschule für Musik FRANZ LISZT, Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena
Veranstalter:
Arbeitskreis Studium Populäre Musik e.V.

Der Arbeitskreis Studium Populäre Musik e.V. (ASPM) hat sich zum Ziel gesetzt, insbesondere den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und zu fordern. Aus diesem Grund veranstaltet der ASPM für alle Nachwuchswissenschaftler/innen vom 5. bis 6. Juli 2013 einen Workshop am Institut für Musikwissenschaft Weimar | Jena der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar. Die Leitung des Workshops wird Dr. des. Sarah Chaker (Institut für Musiksoziologie, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien) übernehmen.

Alle ASPM-Mitglieder (und solche, die es noch werden wollen), die derzeit an einer Master-, Magister-, Diplomarbeit, Dissertation oder einer ähnlichen Qualifizierungsarbeit mit musikalischem Bezug schreiben oder diese vor kurzem fertig gestellt haben, sind herzlich eingeladen, ihre Studie im Rahmen des Workshops vorzustellen.

Der ASPM-Nachwuchsworkshop bietet die Möglichkeit,
  • in einem kleinen und eher informellen Rahmen erste Erfahrungen in der Präsentation eigener wissenschaftlicher Erkenntnisse zu sammeln,
  • sich mit der eigenen Arbeit intensiv und kritisch auseinanderzusetzen,
  • wichtige Anregungen von Außenstehenden für das eigene Forschungsprojekt zu erhalten,
  • sich mit anderen Nachwuchswissenschaftler/innen jenseits der eigenen Hochschule, die sich in einem ähnlichen Lebensabschnitt befinden und dadurch die spezifischen (Arbeits-) Probleme kennen, auszutauschen und zu vernetzen.
Interessierte werden aufgefordert, bis zum 31. März 2013 eine kurze Beschreibung ihrer Arbeit (max. 400 Wörter) an die Workshop-Leiterin zu senden (chaker-s@mdw.ac.at), aus welcher Thema, Fragestellung, Methode, Aufbau, Bearbeitungsstand und ggf. erste Ergebnisse der Arbeit hervorgehen. Besondere Aufmerksamkeit soll den während der Arbeit aufgetretenen Problemen und Bearbeitungsschwierigkeiten gewidmet werden. Bitte geben Sie außerdem an, welche technischen Hilfsmittel Sie für Ihre Präsentation benötigen.

Die Teilnahme am ASPM-Nachwuchsworkshop ist für die Teilnehmer/innen kostenlos. Die Kosten für das Catering trägt der ASPM. Reise- und Übernachtungskosten kann der ASPM nicht übernehmen. Auf Wunsch wird eine Teilnahmebestätigung ausgestellt.

Nähere Informationen

"Befragt" – eine Lohengrin-Diskussion

Zeitraum: 6. September 2013, 11 bis 14 Uhr
Veranstaltungsort: Weimar, Foyer des Deutschen Nationaltheaters Weimar
Veranstalter: Kunstfest Weimar, Deutsches Nationaltheater Weimar und das Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena

Im Vorfeld der Premiere des "Lohengrin" im Deutschen Nationaltheater Weimar am 7. September 2013 treffen Forscher, Künstler und Essayisten in Weimar zusammen, um über dieses mit Weimar durch seine Uraufführung im Jahre 1850 eng verbundene Werk öffentlich zu diskutieren. Neben Praktikern wie dem Komponisten Georg Nussbaumer, der die Lohengrin-Installation am Schießhaus entworfen hat, dem GMD und "Lohengrin"-Dirigenten Stefan Solyom sowie dem Operndirektor und Dramaturgen des DNT Hans-Georg Wegner kommen renommierte Wissenschaftler zu Wort: Der Essayist Michael von Soden (Autor von "Lohengrin ohne Gral, Der diskrete Charme des Schwanenritters", 2011), der Musikwissenschaftler Prof. Dr. Ulrich Konrad (Universität Würzburg) sowie die Initiatorin des Symposions, Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt von der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar. Die Gesprächsrunde wird ergänzt durch musikalische Beiträge.

Die Podiumsdiskussion ist eine gemeinschaftliche Initiative des Kunstfestes pèlerinages (Leitung: Dr. Nike Wagner), dem DNT Weimar und dem Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena. Sie wird flankiert von einer thematisch gebundenen Ausstellung aus den Beständen des Thüringischen Landesmusikarchivs zum "Lohengrin", darunter eine kostbare, durch Spenden ermöglichte frisch restaurierte Partitur des Erstdruckes.

Luigi Cherubini. Vom Autograph zur Aufführung

Zeitraum: 10. bis 12. Oktober 2013
Veranstaltungsort:
Berlin, Universität der Künste
Veranstalter:
Universität der Künste Berlin in Kooperation mit Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Helen Geyer (Weimar-Jena) und Prof. Dr. Christine Siegert (Berlin)

Die internationale und interdisziplinär ausgerichtete Tagung hat sich zum Ziel gesetzt, alle Stadien von der skizzenhaften musikalischen Überlieferung bis zur klingenden Realisierung durch die Zeiten hindurch auszuloten. Ausgewähltes Beispiel ist der im frühen 19. Jahrhundert Maßstäbe setzende Komponist Luigi Cherubini. An seinem Werk lassen sich sehr anschaulich die teils komplizierten Entstehungsprozesse, noch initiiert als Schüler Giuseppe Sartis, verfolgen, bis hin zu den autorisierten Stadien der Drucklegung und zu den höchst komplizierten Umsetzungen auf der Bühne und im Konzertsaal, entsprechend des Wandels des Zeitgeschmacks und der politischen Umstände. Dabei lassen sich Cherubinis verschiedene Schaffensphasen (Italien, revolutionäres und post-revolutionäres Frankreich) deutlich ausdifferenzieren. Grundsätzlich sei vorausgeschickt, dass die heutige Forschungslage zu Cherubini immer noch als rudimentär bezeichnet werden kann, angesichts des enormen Einflusses, den der Komponist sowohl mit seinen Werken als auch als "Institution" auf seine Zeitgenossen ausgeübt hat.

Konsequenterweise stehen zunächst Quellenfragen im Zentrum der Erörterungen, die zugleich helfen werden, zentrale ästhetische und rezeptionsgeschichtliche Aspekte in einem umfassenden geisteswissenschaftlichen Rahmen aufzuzeigen. So ergeben sich über die geplanten Sektionen hinweg Querverbindungen, etwa am Beispiel der Oper Eliza oder der Kirchenmusik. Im Anschluss werden verschiedene Bereiche des Œuvres in den Blick genommen wie die bislang vernachlässigte umfängliche kammermusikalische Vokalmusik. Hinsichtlich der Kirchenmusik gibt es insbesondere noch Fragen zur Quellenüberlieferung und ihrer Einbettung in die zeitgenössische kirchenmusikalische Ästhetik Frankreichs und ihren entsprechenden Usus. Die Beiträge zur Instrumentalmusik fokussieren die Problematik der nur scheinbar widersprüchlichen Pole Traditionsverpflichtung und Modernität.

Ein wesentlicher Aspekt des Cherubinischen Œuvres spielte sich auf der Opernbühne ab: Auch hier steht Cherubini zwischen Tradition und experimentellen Ansätzen im Hinblick auf Raum, Akustik und Illusion, mit einer stets hintergründigen und häufig zu beobachtenden politisch brisanten musikalischen Gestaltung. Immerhin bevölkerten seine Opern nicht nur die Opernbühnen Zentraleuropas. Gerade unter solchen Gesichtspunkten verdienen die Fragen der Rezeption, diskutiert sowohl an internationalen als auch an lokalen Beispielen, ein besonderes Interesse, um an ihnen Strömungen des Zeitgeistes ablesen zu können, die wiederum weit über sich selbst hinausweisen.

Maßgeblich involviert in die Diskussionen sind folgende Fachgebiete: Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft, Germanistik, Philologie und Bibliothekswesen. Sowohl für die Theaterwissenschaft als auch für die Philologie werden sich neue Erkenntnisse gewinnen lassen, die Kernbereiche gerade heutiger Fachdiskussionen betreffen, z.B. Zusammenhänge von Überlieferung und medialen Präsentationsformen. Rezeptionsformen, gerade nach Mittel- und Osteuropa wurden oft über deutsche Textversionen transportiert bzw. durch deutsche Schauspieltruppen verbreitet. Gerade hier ist ein methodisches Zusammenwirken von Musikwissenschaft und Germanistik unabdingbar.

Johann Ludwig Krebs (1713-1780): Neue Perspektiven

Internationales Symposium

Zeitraum:
12. und 13. Oktober 2013
Veranstaltungsort:
Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar, Hochschulzentrum am Horn, Hörsaal
Veranstalter:
Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena in Kooperation mit der Academia Musicalis Thuringiae e.V.
Organisation: Prof. Dr. Helen Geyer und Dr. Christian Storch

Johann Ludwig Krebs (1713-1780) war der vielleicht bedeutendste Schüler Johann Sebastian Bachs. Als Organist wirkte er in Zeitz und Altenburg. Das überlieferte kompositorische Oeuvre besteht vorwiegend aus Orgelwerken; aber auch aus Messen, Kantaten, Motetten und Arien sowie aus Orchester- und Kammermusik.

In Kooperation mit dem der Academia Musicalis Thuringiae (AMT) führt das Institut für Musikwissenschaft Weimar | Jena am 12. und 13. Oktober 2013 ein wissenschaftliches Symposium durch, innerhalb dessen durch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neue Erkenntnisse zu Johann Ludwig Krebs, zu seinen Werken sowie zum biografischen Umfeld vorgestellt, diskutiert und somit auch popularisiert werden sollen.

Eine Publikation der Tagungsbeiträge ist geplant. Das Symposium wird gefördert von der Mitteldeutschen Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V.

Nähere Informationen und Tagungsprogramm

Johann Adam Hiller: Das Orakel. Uraufführung – Ausstellung – Tagung

Zeitraum: 9.–10. November 2013
Veranstaltungsort:
Weimar
Veranstalter:
Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar
Künstlerische Leitung: Prof. Elmar Fulda (Weimar)
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt (Weimar-Jena)
Kurator der Ausstellung und Verantwortung für die Edition: Dr. Christoph Meixner (Weimar-Jena)

Das Ende 2011 vor dem Reißwolf gerettete Singspiel "Das Orakel" von Johann Adam Hiller (1728–1804), das seitdem im Archiv der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar auf seinen großen Auftritt wartet, erklingt am 9. und 10. November 2013 erstmals in Weimar. Das zweiaktige Stück nach einem Libretto von niemand geringerem als Christian Fürchtegott Gellert gehört zu Hillers Frühwerken. Es ist lediglich im Klavierauszug überliefert. Für die anspruchsvolle Rekonstruktion der Partitur wurden Studierende der Kompositionsklassen der Hochschule gewonnen. Rund um die Uraufführung dieser "Weimarer Fassung" finden eine Ausstellung zum Komponisten und eine Tagung statt, um Hiller als einflussreichen mitteldeutschen Biographen, Schriftsteller und Komponisten angemessen zu würdigen. Eine Edition des Klavierauszugs mit beiliegender CD ist geplant.

Tagungsprogramm