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Zeittypische Konturen: Musikwissenschaftsabsolvent Benedikt Schubert forscht zur geistlichen Vokalmusik Bachs am Bach-Archiv Leipzig

Dr. Benedikt Schubert | Foto: David Höltzer

Zeittypische Konturen: Musikwissenschaftsabsolvent Benedikt Schubert forscht zur geistlichen Vokalmusik Bachs am Bach-Archiv Leipzig

Bereits in seiner Dissertation hat er sich mit der Musik Bachs auseinandergesetzt. Jetzt kann Dr. Benedikt Schubert, Absolvent des Instituts für Musikwissenschaft Weimar-Jena, weiter an Werken des barocken Komponisten und Organisten arbeiten, und das an einer der renommiertesten Institutionen der Bach-Forschung – am Bach-Archiv Leipzig.

Dank des Fördermoduls „Eigene Stelle“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) forscht Benedikt Schubert in den kommenden drei Jahren zur geistlichen Vokalmusik Johann Sebastian Bachs. Konkret untersucht der 31-Jährige, inwieweit das zur Zeit Bachs neu erwachende Interesse an dem Liedgut des Protestantismus sich in den Kompositionen Bachs niederschlägt. „Warum wählt Bach beispielsweise in den Choralkantaten von 1724/25 ganz bestimmte musikalische Formen, um die Kirchenlieder zu artikulieren?“, fragt Schubert.

Im Mittelpunkt des Projekts stehen zudem Kompositionen, in denen ein Kirchenlied (Choral) eine konstituierende Rolle spielt, und die Liederkommentare, welche von Zeitgenossen Bachs verfasst wurden. „Ich gehe dem Verdacht nach, dass die Konturen der Kompositionen Bachs maßgeblich von dem geprägt wurden, was zeittypisch war und dass dieses Zeittypische in den Kommentaren zu den Liedern schriftlich fixiert ist“, erklärt der Musikwissenschaftler.

In seiner Arbeit untersucht Benedikt Schubert nicht nur Leipziger Werke, sondern auch Stücke wie „Nun komm, der Heiden Heiland, BWV 61“, eine Kantate aus Bachs Weimarer Zeit, die er später in Leipzig noch einmal vertont hat. Nach Abschluss des Projekts in drei Jahren soll eine Publikation zu den Forschungsergebnissen erscheinen.

Dr. Benedikt Schubert, 1986 in Salzkotten geboren, studierte von 2006 bis 2012 Musikwissenschaft und Neuere Geschichte an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar und der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Im Anschluss promovierte er – als Stipendiat der Graduiertenförderung des Landes Thüringen und der FAZIT-Stiftung Frankfurt am Main – bei Prof. Dr. Helmut Well in Weimar zur Johannespassion Johann Sebastian Bachs. Die Arbeit ist im August im Peter Lang-Verlag unter dem Titel „Bild, Affekt, Inventio. Zur Johannespassion Johann Sebastian Bachs“ erschienen.